mini|Wojciech Klemm-Wesołowski 2026 Wojciech Klemm-Wesołowski auch Waldemar Klemm, Wojciech Klemm oder Wojtek Klemm (geboren am 15. Oktober 1946) ist ein in Deutschland lebender polnischer Polonist, Literaturwissenschaftler, Übersetzer und Mitverfasser von Übersetzungswörterbüchern.

Leben Wojciech Klemm-Wesołowski studierte polnische und slawische Philologie an der Universität Warschau. 1970 legte er dort das Magisterexamen ab. 1974 promovierte er mit einer Untersuchung zum literaturkritischen Werk des polnischen Soziologen Ludwik Krzywicki zum Dr. Phil. Nach der Promotion hatte er bis 1989 an der Universität Warschau eine Stelle als Wissenschaftlicher Angestellter (polnisch Adjunkt) inne.

Ab 1975 war Wojciech Klemm-Wesołowski auch an verschiedenen Universitäten außerhalb Polens tätig: Von 1975 bis 1978 arbeitete er zunächst als Lektor für polnische Sprache an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Diese Tätigkeit konnte er aufgrund eines Humboldt-Stipendiums 1985 erneut aufnehmen. 1986 siedelten er und seine Familie dauerhaft in die Bundesrepublik um. Im Jahr 1989 übernahm er vorübergehend eine Tätigkeit als Associate Professor an der Hankuk Universität für Fremdsprachen, Standort Seoul, in Südkorea. Noch im selben Jahr wurde er als Dozent für Polonistik an der Universität Hamburg angestellt.

Werke Wojciech Klemm-Wesołowski legte mehr als achtzig Arbeiten zur polnischen Literaturwissenschaft und zu Polnisch als Fremdsprache vor. Dabei liegt ein Forschungsschwerpunkt auf der polnischen Literatur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere auf den Werken von Bolesław Prus. Außerdem verfasste er Enzyklopädieartikel, z. B. für das Lexikon der Weltliteratur (1993) oder die Encyklopedia Szkolna (1995) und fertigte Übersetzungen aus dem Russischen, dem Deutschen und dem Obersorbischen ins Polnische an. Die Mitarbeit an Übersetzungswörterbüchern für das Sprachenpaar Deutsch/Polnisch ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt.

Privates Wojciech Klemm-Wesołowski ist seit 1971 mit der Malerin und Grafikerin Magda Łyżwańska-Klemm verheiratet. Das Paar hat drei Söhne. Der älteste Sohn ist der Theaterregisseur Wojtek Klemm.

Namensform In einer autobiographischen Notiz teilt Wojciech Klemm-Wesołowski mit, dass er bei der Geburt standesamtlich den Namen „Filip Wesołowski“ erhielt, 1959 wurde dieser Name wiederum standesamtlich zu „Waldemar Klemm“ geändert. In Familie und Freundeskreis sei er von jeher mit dem Vornamen „Wojciech“ angesprochen worden, unter dem er – ebenso wie unter dessen Kurzform „Wojtek“ – auch veröffentlichte.

Veröffentlichungen In dem im Vorfeld des 80. Geburtstags im Jahr 2025 von Halina Tchórzewska-Kabata und Michał Kabata herausgegebenen Sammelband "Wojciech Klemm-Wesołowski. Pamiętnik (starego) polonisty", sind die meisten Publikationen und wenige zuvor nicht veröffentlichte Arbeiten von Wojciech Klemm-Wesołowski einschließlich polnischer bzw. deutscher Übersetzungen erneut oder erstmalig abgedruckt. Die Wörterbücher, deren Verfasser oder Mitverfasser er ist, sind Standardwörterbücher, die in der Regel in mehreren Auflagen in Polen und Deutschland bei Polskie Wydawnictwo Naukowe und Klett bzw. PONS erschienen sind.

Literaturwissenschaft, Übersetzungen und Polnisch als Fremdsprache (Auswahl)

Wybór artykułów literackich Ludwika Krzywickiego z prasy rosyjskiej (1910-1914). Opracowanie i przekład z rosyjskiego. Przegląd Humanistyczny 1977, Nr. 3, S. 85–99. Historia i polityka w Lalce. Przegląd Humanistyczny 1983, Nr. 9/10, S. 129–138. „Die guten Werke“ des Warschauer Positivisten Bolesław Prus. In: Res Slavica: Festschrift für Hans Rothe zum 65. Geburtstag, hrsg. von Peter Thiergen und Ludger Udolph. Paderborn etc.: Ferdinand Schöningh 1994 (ISBN 3-506-79149-4), S. 545–556. „Pani Leokardia widzi cały garnitur“. O ubraniach w Lalce Bolesława Prusa. Pamiętnik Literacki 88, 4 (1997) S. 53–74.

(mit Barbara Bartnicka, Björn Hansen, Volkmar Lehmann, Halina Satkiewicz): Grammatik des Polnischen. München: Verlag Otto Sagner 2004 (ISBN 978-3-87690-846-5).

Wörterbücher und Sprachführer (nur in Deutschland erschienene)

(mit Ariane Afsari): PONS Kompaktwörterbuch. Polnisch-Deutsch; Deutsch-Polnisch. Neubearb., 1. Aufl., Barcelona etc.: Klett Sprachen 2007 (ISBN 978-3-12-517018-6). (mit Janusz Taborek, Piotr Zborowski, Urszula Czerska) PONS Standardwörterbuch. Deutsch-Polnisch; Polnisch-Deutsch. 1. Aufl., Nachdr., Barcelona etc.: Klett Sprachen 2005 (ISBN 978-3-12-517289-0). (mit Janusz Hoppe): Polnisch. Marco Polo. Sprachführer mit Insider-Tipps. Sprechen und Verstehen – ganz einfach. 3., aktualis. Aufl., Ostfildern: Mairs Geographischer Verl. 2002 (ISBN 978-3-8297-0209-6). (mit Janusz Hoppe): Pons Last minute. Polnisch. Vollst. Neubearb., 1. Aufl., Barcelona etc.: Klett Sprachen 2001 (ISBN 978-3-12-518293-6). (mit Janusz Hoppe): PONS Reisewörterbuch. 1. Aufl., Barcelona etc.: Klett Sprachen 2000 (ISBN 978-3-12-518171-7). (mit Danuta Hau): PONS Praxisworterbuch Plus. Polnisch-Deutsch; Deutsch-Polnisch. 1. Aufl., Stuttgart etc.: Klett 1996 (ISBN 978-3-12-517324-8).

Einzelnachweise

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