Alexis de Sousa Bastos ist ein brasilianischer Geograf, Umweltschützer und Dokumentarfilmer, der als Mitgründer und Projektkoordinator des Centro de Estudos Rioterra an der Wiederherstellung degradierter Flächen im brasilianischen Amazonasgebiet arbeitet.
Leben und Wirken Bastos kam 1982 als Kind mit seiner Familie nach Rondônia; sein Vater eröffnete in Porto Velho einen Möbelbetrieb für die damals zahlreich zuziehenden Siedler. In seinen Zwanzigern machte ihn das Tauchen in verschmutzten Flüssen auf Umweltschäden aufmerksam, woraufhin er mit Tauchfreunden Reinigungsaktionen und Informationsveranstaltungen organisierte. Er erwarb an der Universidade Federal de Rondônia einen Bachelor- und einen Masterabschluss in Geografie, promovierte an der Universidade Federal do Paraná und forschte dort anschließend zur Kohlenstoffdynamik tropischer Böden. Sein Interesse am Dokumentarfilm entstand aus Unterwasseraufnahmen und seiner Tätigkeit als ortskundiger Begleiter eines Teams von Globo Repórter in Rondônia im Jahr 1999.
Im Jahr 1999 gründete Bastos mit sechs Freunden Rioterra, um ihre ehrenamtlichen Umweltaktivitäten organisatorisch und finanziell zu verstetigen. Unter dem Dach der Organisation führte er bei den Dokumentarfilmen Irerua, a festa das tabocas (2001), Guaporé, terra das águas (2002), Produto de índio (2005), Mapimaí, a festa da criação do mundo segundo o povo Paiter (2005), Góv Akêe (2007) und O que beira a beira do rio Madeira (2007) Regie. Seine Filme behandeln vor allem indigene Belange und Umweltfragen; stilistisch arbeiten sie mit Interviews, beobachtenden Bildern und mit einem Kommentar aus dem Off. Mapimaí dokumentierte erstmals vollständig ein Fest der Paiter, das seit mehr als 15 Jahren nicht mehr abgehalten worden war, während O que beira a beira do rio Madeira gesellschaftliche Bedenken und das Genehmigungsverfahren für den Wasserkraftkomplex am Rio Madeira thematisierte. Ein Zuschuss des staatlichen Ölkonzerns Petrobras über 3,5 Millionen Real ermöglichte Rioterra 2008 den Einstieg in die Wiederaufforstung; bis 2023 hatte die Organisation rund sieben Millionen Bäume auf mehr als 57 Quadratkilometern gepflanzt. Als leitender Projektkoordinator war Bastos an zwei vom Amazon Fund unterstützten Wiederaufforstungsprojekten beteiligt und verwies auf deren dauerhaft hohen Finanzierungsbedarf. Im September 2023 zerstörte ein vermutlich vorsätzlich gelegter Brand in der Reserva Extrativista Rio Preto-Jacundá auf 270 Hektar mehr als 300.000 Setzlinge; Beschäftigte des Vorhabens waren zuvor mit Waffen bedroht worden. Bei der Ausgestaltung von Wiederaufforstungskonzessionen fordert Bastos, dass Investoren über bloße Geldtransfers hinaus eine engere Beziehung zu den betroffenen lokalen Gemeinschaften pflegen. Im Jahr 2026 wies er darauf hin, dass die Wiederaufforstung in Amazonien gegenüber derjenigen im Atlantischen Regenwald durch weniger Fachkräfte und häufigere gewaltsame Landkonflikte erschwert werde.
Einzelnachweise
Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Person (Umwelt- und Naturschutz) Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann