Eriocaulon inundatum ist eine ausgestorbene Pflanzenart aus der Familie Eriocaulaceae innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen. Sie war im Senegal endemisch.

Merkmale Eriocaulon inundatum war eine ausdauernde, rosettig wachsende, krautige Pflanze mit einer stark verkürzter Sprossachse. Die schmalen, grasartigen Blätter waren durchscheinend und wurden 3 bis 5 cm lang. Sie hatten eine glatte, unbehaarte Oberfläche. Die Blattscheiden waren breit zylindrisch, 2 bis 3 cm lang und längs gestreift. Die Blattspreite verjüngte sich von einer etwa 6 mm breiten Basis allmählich zu einer stumpfen Spitze; im oberen Bereich war sie entlang der Mittelrippe gespalten.

Eriocaulon inundatum hatte fünf bis sieben schlanke Stängel, die 2 bis 12,5 cm lang waren. Sie waren glatt, unverdreht und wiesen vier bis fünf Längsrippen auf. Die kugeligen Blütenköpfchen erreichten einen Durchmesser von etwa 4 mm und waren graubraun gefärbt.

Die Hüllblätter des Blütenkopfs waren häutig, eiförmig bis spatelförmig und etwa 2,5 mm lang. Sie waren hell strohfarben, an der Spitze abgerundet oder leicht abgestutzt und zum Blattgrund hin verschmälert. Das Blütenlager war unbehaart.

Die Einzelblüten waren eingeschlechtlich.

Die männlichen Blüten hatten eiförmige, hell strohfarbene Tragblätter von etwa 1,5 mm Länge. Die Blütenhülle war an der Spitze und auf der Rückseite weiß behaart, ansonsten kahl. Die drei weißen Kronblätter waren an der Basis röhrenförmig miteinander verwachsen und endeten in sehr feinen, dreieckigen Spitzen. Die sechs Staubblätter ragten deutlich aus der Blüte heraus; ihre Staubbeutel waren schwarz gefärbt.

Die weiblichen Blüten besaßen ebenfalls drei freistehende, eiförmige Tragblätter von etwa 1,3 mm Länge. Die weißen Kronblätter waren spatelförmig, an der Spitze fein bewimpert und an der Basis verschmälert. Der Fruchtknoten waren annähernd kugelig, etwa 0,4 mm lang und dreifächrig. Er enthielt insgesamt drei Samenanlagen. Die drei Narben waren etwa 0,4 mm lang.

Aussterben Die Art wird seit 2020 von der IUCN Red List in der Kategorie „ausgestorben“ (extinct) gelistet. Sie ist nur vom Typusexemplar bekannt, das am 28. Oktober 1943 von Théodore Monod auf überschwemmtem Gelände bei Palmarin nahe der Mündung des Saloum an der Küste Senegals gesammelt wurde. Es wird im Herbarium des Institut fondamental d’Afrique noire in Dakar aufbewahrt. Robert Desmond Meikle untersuchte das Material in Kew und erkannte darin eine neue Art, die er als nahe verwandt mit Eriocaulon hanningtonii ansah. Im Herbarium des Muséum national d’histoire naturelle befinden sich zwei weitere Sammlungen aus Mali und der Elfenbeinküste, die jedoch noch nicht von einem Fachmann bestätigt wurden. Weitere Exemplare aus Zentralafrika wurden irrtümlich als Eriocaulon inundatum bestimmt und sind im Botanischen Garten Meise in Belgien hinterlegt, jedoch ist keines dieser Exemplare mit dem Taxon aus dem Senegal identisch.

Bei Felduntersuchungen in jüngerer Zeit am Typusfundort konnte diese Art nicht nachgewiesen werden, und die meisten potenziellen Lebensräume in der Umgebung von Palmarin wurden durch den lokalen Salzabbau zerstört.

Literatur Harold Norman Moldenke: Notes on new and Noteworthy Plants. XII In: Phytologia, Band 3, Nummer 8, Juni 1951, S. 413–414

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Kategorie:Süßgrasartige Kategorie:Poales Kategorie:Neuzeitlich ausgestorbene Pflanze