mini|Schaja Mohsen al-Saindani (2025) Shaya Mohsin Zindani (; * 16. September 1954) ist ein jemenitischer Diplomat und Politiker. Seit 2026 ist er Premierminister des Jemen; bereits seit 2024 amtiert er als Außenminister. Vor der Vereinigung des Jemen war er stellvertretender Außenminister des Südjemen und übernahm später zahlreiche diplomatische Posten, unter anderem als Botschafter im Vereinigten Königreich, in Italien, Jordanien und Saudi-Arabien.

Frühes Leben und Ausbildung Zindani wurde am 16. September 1954 im Distrikt Jahaf im Gouvernement ad-Daliʿ im südlichen Jemen geboren. Seine Familie führt ihre Herkunft auf die Region Arhab im Gouvernement Sanaa zurück. Er studierte Rechtswissenschaft an der Universität Aden und erwarb anschließend ein höheres Diplom sowie einen Doktorgrad in Philosophie. Nach Angaben des jemenitischen Außenministeriums erhielt er außerdem eine Ehrendoktorwürde in Diplomatie von der University of Oxford. Während seines Studiums war Zindani in Studentenorganisationen aktiv. 1974 war er Präsident der Allgemeinen Nationalen Union jemenitischer Studenten, 1976 Generalsekretär der Allgemeinen Union arabischer Studenten.

Diplomatische Laufbahn mini|Saindani mit US-Botschafter Steven Fagin im September 2024 Von 1978 bis 1981 lehrte Zindani an der Universität Aden, bevor er in den diplomatischen Dienst des Südjemen eintrat. Von 1981 bis 1982 war er bevollmächtigter Minister und Geschäftsträger an der südejemenitischen Botschaft in Bagdad. Von 1986 bis 1990 amtierte er als stellvertretender Außenminister des Südjemen. In dieser Funktion war er an Gesprächen mit der Jemenitischen Arabischen Republik beteiligt, die 1990 zur Vereinigung des Jemen führten. Nach der Vereinigung war Zindani von 1990 bis 1991 stellvertretender Außenminister der neu gebildeten Republik Jemen. Danach war er von 1991 bis 1994 Botschafter im Vereinigten Königreich, von 1994 bis 1997 Botschafter und Berater des Ständigen Vertreters beim Büro der Vereinten Nationen in Genf sowie von 2005 bis 2010 Botschafter in Italien und nichtresidierender Botschafter in Griechenland, Serbien, Albanien und San Marino. Von 2008 bis 2010 war er außerdem Ständiger Vertreter bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

Von 2010 bis 2015 war Zindani Botschafter in Jordanien. Während der Revolution im Jemen 2011 stellte er sich zeitweise auf die Seite der Protestbewegung und reichte gemeinsam mit anderen Amtsträgern aus Solidarität mit den Demonstranten seinen Rücktritt ein, nachdem Sicherheitskräfte im März 2011 mehr als 50 Menschen getötet hatten. Später war er jemenitischer Konsul in Saudi-Arabien. 2017 wurde er zum Botschafter in Saudi-Arabien und zum Ständigen Vertreter bei der Organisation für Islamische Zusammenarbeit ernannt.

Außenminister und Premierminister Präsident Raschad al-Alimi ernannte Zindani am 27. März 2024 zum Außenminister und Minister für Auslandsjeminiten. Er folgte auf Ahmad Awad bin Mubarak, der zum Premierminister ernannt worden war. Casey Coombs vom Sana'a Center for Strategic Studies beschrieb Saindani wegen seiner jahrzehntelangen diplomatischen Erfahrung und seiner Kenntnisse Saudi-Arabiens als gut qualifiziert für das Amt. Seine Ernennung stieß jedoch innerhalb des Präsidialen Führungsrates und bei Bin Mubarak auf Vorbehalte. In Interviews äußerte er sich skeptisch über ein baldiges Ende des Bürgerkriegs im Jemen, machte Iran für die anhaltende Unterstützung der Huthi verantwortlich und forderte stärkeren internationalen Druck gegen Waffenlieferungen an die Huthi.

Am 15. Januar 2026 ernannte der Präsidiale Führungsrat Zindani nach dem Rücktritt von Salem Saleh bin Braik zum Premierminister und beauftragte ihn mit der Bildung einer neuen Regierung. Der politische Analyst Abdulghani al-Iryani wertete seine Ernennung auch als Versuch, die Vertretung des südjemenitischen Gouvernements ad-Daliʿ in der Regierung zu sichern.

Das neue Kabinett wurde am 6. Februar 2026 vorgestellt. Zindani übernahm das Amt des Premierministers und behielt zugleich das Außenministerium. Dem Kabinett gehörten 35 Minister an. Seine Zusammensetzung wurde wegen der beruflichen, regionalen und politischen Vielfalt hervorgehoben, zugleich aber auch als Rückkehr zu einer Ausgleichspolitik zwischen verschiedenen Akteuren im Land interpretiert. Die Berufung von drei Ministerinnen wurde von lokalen Frauenrechtsaktivistinnen begrüßt, während die Reaktionen im Süden gemischt ausfielen.

Zindani erklärte, seine Regierung wolle die Lebensbedingungen und öffentlichen Dienstleistungen verbessern, Korruption bekämpfen, die Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen stärken, die Kontrolle der Huthi über weite Landesteile beenden und die Stabilität des Landes festigen.

Privatleben Zindani ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn. Neben seiner Muttersprache Arabisch spricht er Englisch.

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