mini|hochkant=1.7|Hafengelände von Nordosten (2026) Der Stadthafen Leipzig ist der innenstadtnahe touristische Zugang zum Leipziger Wasserstraßennetz, das von Leipzig nach Süden bis zum Cospudener See reicht. Der Hafen bietet Start- und Liegeplätze für Individualboote und Fahrgastschiffe. Es bestehen Ausleihmöglichkeiten und eine gastronomische Versorgung.

Lage mini|Situationsplan des Stadthafens Der Stadthafen Leipzig befindet sich im Ortsteil Zentrum-West. Das Gelände hat in etwa die Form eines Dreiecks und wird begrenzt durch die Grundstücke der Friedrich-Ebert- und der Käthe-Kollwitz-Straße, durch die Schreberstraße und den Elstermühlgraben, über den die Wasserverbindung führt. Auf den Elstermühlgraben bezogen liegt der Stadthafen zwischen der Schreberbrücke und dem Blüthnersteg. Landseitig ist der Hafen über die Schreberstraße zu erreichen. Er ist per Luftlinie nur einen Kilometer vom Marktplatz entfernt.gemessen mit Google Maps

Gestaltung Die Anlage mit einer Gesamtfläche von 13.800 m² enthält als zentrales Element das Innenhafenbecken mit einer Fläche von 4.000 m². Dieses ist unregelmäßig gestaltet und erinnert an die Form eines Konzertflügels. Das kann wohl als Hommage an die Julius Blüthner Pianofortefabrik verstanden werden, die ihre erste Produktionsstätte ab 1853 hier hatte. An zwei Stegen stehen 40 Liegeplätze für private Sport- und Familienboote sowie 3 Liegeplätze für Fahrgastschiffe zur Verfügung. Hier anlegende motorisierte Boote müssen rein elektrobetrieben sein. Hinzu kommen sechs Plätze für Fahrgastschiffe an der neu gestalteten Außenmole am Elstermühlgraben. Zum Ein- und Auswassern von Booten steht am Innenbecken ein 3,2-Tonnen-Drehkran zur Verfügung.

Südlich des Innenbeckens nahe am Eingang Schreberstraße steht das zweigeschossige Servicegebäude. Neben Räumen für wassertouristische Funktionen im Erdgeschoss beherbergt es das Restaurant DOCK 20 mit 72 Plätzen und einer großen Freiterrasse sowie in der oberen Etage einen exklusiven Veranstaltungsraum für besondere Events.

An der Nordseite der Anlage stehen das Kanu-Haus zur Aufbewahrung von Booten sowie zwei kleinere Bootshäuser. Über die Einfahrt zum Innenhafenbecken in der Nähe des Kanu-Hauses führt die neu errichtete Stadthafenbrücke, die einen Rundgang um das Innenbecken ermöglicht.

Geschichte Mit dem Beginn der Öffnung der zur DDR-Zeit wegen industrieller Verschmutzung teilweise verrohrten Leipziger Wasserläufe nach der deutschen Wiedervereinigung ergaben sich neue wassertouristische Wünsche und Möglichkeiten. Bereits 2008 waren Planungen darauf gerichtet, nahe der Innenstadt einen Stadthafen zu bauen. Am 31. August 2010 wurde die 78 Meter lange Außenmole des künftigen Stadthafens am wieder geöffneten Elstermühlgraben in der Nähe der Schreberstraße übergeben. Da kein privater Investor gefunden werden konnte, wurde für den Betrieb und die weitere Entwicklung am 17. März 2014 die Stadthafen Leipzig GmbH gegründet. Geschäftsführer wurden der ehemalige Kanute und Doppelweltmeister Jan Benzien sowie der Leiter der Leipziger Olympiabewerbung 2012 Dirk Thärichen. mini|Absperrung des Elstermühlgrabens durch einen Damm zum trockenen Arbeiten im künftigen Hafengelände (April 2024) Der weitere Ausbau des Hafens wurde durch fehlende Investoren und Geldmangel über Jahre ausgebremst, bis 2019 durch eine Förderung von über sechs Millionen Euro durch das Land Sachsen der Bau in Eigenregie möglich wurde. Dennoch war nach bauvorbereitenden Maßnahmen ab 2021 der offizielle Baubeginn erst 2023. Um die Hauptbauarbeiten für das Hafenbecken ab September 2023 im Trockenen durchführen zu können, wurde im Frühjahr 2023 der Elstermühlgraben durch einen Fangedamm abgesperrt. Die Flutung des Hafenbeckens erfolgte im November 2025, nachdem durch die jährliche Absenkung des Palmengartenwehrs der Elstermühlgraben trockengefallen war und so der Fangedamm abgetragen werden konnte. Die feierliche Eröffnung des Stadthafens Leipzig fand am 5. Juni 2026 statt.

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