mini|Ansicht von Süden, 2021 mini|Innenansicht Die römisch-katholische Filialkirche St. Jakobus der Ältere ist eine Jakobskirche in Egglham. Sie steht im Ortsteil OberegglhamOberegglham ist auf der Liste der Orte im Landkreis Rottal-Inn nicht als amtlich benannter Gemeindeteil geführt, jedoch als Haltestelle des öffentlichen Busses so benannt und bei OpenStreetMap als Weiler geführt., Sebastianiweg 8 leicht erhöht auf einer Flur im Ausdehnungsbereich des Aldersbacher Baches. Sie gehört der Pfarrkirchenstiftung Egglham St. Stephanus.
Beschreibung Die Bauwerk ist eingadig, sein Langhaus ist dreiachsig, das leicht eingezogene Presbyterium einjochig, der geostete Chor ist halbrund geschlossen. Die Fassade gliedern Lisenen. Der Dachfirst läuft über Langhaus und Presbyterium ohne Absatz durch. Über dem geraden westlichen Schluss erhebt sich ein schlanker quadratischer Giebelreiter mit einem oktogonalen Aufsatz, den ein Zwiebelhelm krönt. Der Aufsatz hat Schallfenster.
Westlich erschließt die Kirche eine zweiflügelige Türe. Das Langhaus ist einschiffig. Im Innenraum ist das Presbyterium durch einen deutlich eingezogenen Chorbogen abgesetzt. Die Deckengewölbe, flache Tonnen, in die Stichkappen einschneiden, ruhen auf kräftigen Gesimsen, die über Lisenen abgeleitet werden. Das Stuckornament (u. a. Bandelwerk) ist gemalt, die Decke des Langhauses und die Apsiskalotte tragen Malereien aus der Bauzeit.
Ausstattung Der Hochaltar ist 1712 datiert, der Rahmen ist dicht mit geschnitzten Akanthusranken belegt. Das Retabelgemälde zeigt den Patron der Kirche St. Jakobus den Älteren mit Pilgerstab und auf den Mantel aufgenähten Jakobsmuscheln. Den Hochaltar flankieren zwei Durchgänge zu einem Sakristeiverschlag. An den Choreinzügen stehen Seitenaltäre, die dem späten 17. Jahrhundert zugeschrieben werden, die Gemälde zeigen die Heiligen Bernhard von Clairvaux (als Zisterzienser, die Mitra zu seinen Füßen, die Muttergottes verehrend) und Franz Xaver (sterbend, mit dem Kreuz in den Händen, Inschrift „S. FRANCISKUS XAVERIUS PATRONUS CONTRA TEMPESTATES“). Die Kanzel (1693) wurde 1763 aus der nahen Wallfahrtskirche Frauentödling hierher überführt.
Eine Skulptur des Hl. Sebastian (um 1480) ist gegenüber der Kanzel montiert. Die hölzerne Westempore ist zweigeschossig. Das Speisgitter ist verloren.
Geschichte Ein Anlass für die Errichtung der Vorgängerkirche im Jahr 1312 ist nicht belegt, 1737 ist jedenfalls durch eine Nachricht des zuständigen Vikars bekannt, dass sie baufällig war. 1747 erfolgte der Abbruch der Kirche. Unter Abt Theobald Reitwinkler (Zisterzienser-Abtei Aldersbach) wurde die Kirche im Stil des Rokoko neu errichtet. Die nur gering genutzte Kirche verfiel erneut und wurde 1980 bis 1985 mit finanzieller Unterstützung durch die Diözese Passau instandgesetzt. Auch die Deckengemälde wurden restauriert.
Quellen Die Liste der Baudenkmäler in Egglham erläutert unter der Akten-Nr. D-2-77-117-61: „einheitlicher Rokokobau, 1751 geweiht; mit Ausstattung“. Unter der Akten-Nr. D-2-7444-0057 führt die Liste der Bodendenkmäler in Egglham „untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde und Funde im Bereich der katholischen Filialkirche St. Jakobus der Ältere in Oberegglham und ihres mittelalterlichen Vorgängerbaus“.
Literatur Anton Eckardt: Bezirksamt Pfarrkirchen. Die Kunstdenkmäler von Bayern. München 1923 Aquilas Rohner und Wolf-Dieter Hamperl: Böhmisch-oberpfälzische Akanthusaltäre. Schnell und Steiner, Regensburg 1999. ISBN 3-7954-1204-8, S. 60 und 62
Anmerkungen
Weblinks
Informationen zum Pfarrverband Dietersburg-Egglham auf der Website des Bistums Passau
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