Der Bienenstaat ist ein Kulturfilm von Wolfram Junghans und Ulrich K. T. Schulz von 1938.
Inhalt Gezeigt wird das Leben in einem Bienenstock im Verlauf eines Jahres, mit dem Aufbau am Beginn, den Funktionen von Arbeiterinnen und der Bienenkönigin, dem Schlüpfen der Larven, dem Verpuppen, dem Sammeln von Nektar, der gegenseitigen Verständigung durch Tanzen bis zum Kampf mit Ameisen am Ende des Jahres.Kerstin Stutterheim, Natur- und Tierfilme, in Peter Zimmermann, Kay Hoffmann (Hrsg.), Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland, 3, 2005, S. 159, mit Zitat der offiziellen Ufa-Inhaltsangabe Der Bienenstaat Murnau-Stiftung, mit Inhaltsangabe
Hintergründe Vorgängerfilme Der Bienenstaat war einer von zahlreichen Naturfilmen der Kulturfilmabteilung der UFA unter der Leitung von Ulrich K. T. Schulz. 1922 hatte er bereits einen gleich strukturierten Film Im Reich der Bienen, mit den Teilen Die Königin und ihre Arbeiter (1) und Krieg und Frieden im Bienenstaat (2) gedreht, der aber nicht erhalten ist.Doreen Malli, Der Facettenblick. Insekten vor der Kamera, in Maren Möhring et al. (Hrsg.), Tiere im Film, Böhlau, Köln 2009, S. 182 Anm., mit dem Bezug zu Die Biene Maja und ihre Abenteuer (1924) Der Bienenstaat (1937); zu dem Film Im Reich der Bienen sind keine weiteren Angaben feststellbar, möglicherweise aber im Ufa-Buch, 1992 erwähnt Wolfram Junghans hatte 1924 den Stummfilm Die Biene Maja und ihre Abenteuer gemacht, bei dem er Naturaufnahmen von Bienen zu einer Spielfilmhandlung zusammensetzte, die stark anthropomorphisierende Inhalte hatte. 1934 hatten beide den ideologisch ausgerichteten Film Der Ameisenstaat gedreht, der das geordnete und hierarchisierte Funktionieren in einem Ameisenhaufen als Vorbild für eine perfekte Gesellschaft nach den nationalsozialistischen Vorstellungen illustrieren sollte.
Produktion und Aufführungen Die Drehaufnahmen für Der Bienenstaat waren schwierig und aufwändig, mit Mikrokameraaufnahmen und Zeitraffer-Technik.Stutterheim, 2005, S. 159f., mit einem Foto von den Filmaufnahmen Er stellte mit wissenschaftlichen Methoden das Leben in einem Bienenstock dar (und verwendete möglicherweise auch Aufnahmen von 1922). Die Kommentare waren im Sinne einer nationalsozialistischen Kampfesmoral ausgerichtet und wurden mit einem militärischen Tonfall vorgetragen.Ramón Reichert, Tierfilme im 'Dritten Reich, in Carsten Würmann, Ansgar Warner (Hrsg.), Im Pausenraum des 'Dritten Reiches'. Populärkultur im nationalsozialistischen Deutschland, Lang, Bern 2008, S. 50f., ausführlich; auch Stuttenheim, 2005, S. 159 (kurz)
Der Bienenstaat wurde 1938 bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt und erhielt dort einen Preis.Zimmermann, 2005, S. 173 2001 wurde er beim Dokumentarfilmfestival in München wieder gezeigt Tiere im Film Artechock, mit weiteren Naturfilmen , 2003 im Filmmuseum WienOrdnung im Ameisenstaat. Die Kulturfilme der UFA 1918–1945 HSozKult, zu Filmwoche Politischer Film 2003 im Filmmuseum Wien, mit Erwähnung von Der Bienenstaat und 2007 im Zeughauskino in BerlinKunst des Dokuments. Tiere sehen dich an Zeughauskino, zum 20. September 2007, mit weiteren Naturfilmen von Ulrich K. T. Schulz und Wolfram Junghans .
Literatur Peter Zimmermann, Kay Hoffmann (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Teil 3. Drittes Reich 1933–1945, Reclam, Leipzig 2005. S. 159–160 (mit Foto); 768 (Index) (PDF) Hans-Michael Bock, Michael Töteberg: Das Ufa-Buch. Berlin 1992. S. 399, mit kurzen filmografischen Angaben
Weblinks
Der Bienenstaat Murnau-Stiftung Der Bienenstaat Dokumentarfilmgeschichte (Memento)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1938 Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Tierfilm Kategorie:Biene in der Kultur Kategorie:Film (Nationalsozialismus) Kategorie:Dokumentarfilm