mini|hochkant|Die Enden der Parabel von Thomas Pynchon (Nr. 57) Unter dem Titel Rowohlt Jahrhundert veröffentlichte der Rowohlt Verlag zwischen 1987 und 1994 eine Buchreihe von hundert Werken der Moderne aus der Weltliteratur.

Editionsgeschichte Der erste Herausgeber der Reihe war Bernd Jentzsch, der Rowohlt Jahrhundert von Beginn an auf hundert Bücher konzipierte.Bernd Jentzsch (Hrsg.): Rowohlt Jahrhundert. Das Programm. Rowohlt, Reinbek 1987. (Varia, 108 Seiten, DNB) Ab Februar 1989 übernahm Walter Boehlich die Herausgeberschaft der Reihe und führte sie bis zur hundertsten Veröffentlichung im Mai 1993 fort.Helmut Peitsch und Helen Thein (Hrsg.): Walter Boehlich : Kritiker. Akademie-Verlag, Berlin 2011, S. 38–39. Für knapp ein Viertel der Werke verfasste Boehlich das Vorwort.Helmut Peitsch und Helen Thein (Hrsg.): Walter Boehlich : Kritiker. Akademie-Verlag, Berlin 2011, S. 320–321.

Zur Vorstellung der neuen Buchreihe veröffentlichte Rowohlt 1987 eine Verlagsvorschau im Umfang von 100 Seiten, die in Aufmachung und Format der Buchreihe glich. Darin wurden die ersten 16 Autoren der Reihe genannt, von Robert Musil bis Heinrich Mann. Zu jedem Autor war in der Verlagsvorschau eine Kurzbiographie des Autors, eine Zusammenfassung des Werkes samt Begründung der Auswahl sowie eine Leseprobe aus dem jeweiligen Buch enthalten. Die Reihe war von vornherein auf 100 Bücher angelegt, von denen zwei pro Monat erscheinen sollten.

Im Vorwort der Verlagsvorschau stellte Jentzsch seine Grundsätze bei Auswahl und Herausgabe der Reihe vor. Dabei grenzte er die Reihe ausdrücklich von einer traditionellen Klassiker-Auswahl ab. Ziel sei kein Kanon „bekannten Zuschnitts“, sondern die Wiederentdeckung exemplarischer Werke. Dazu müsste die Weltliteratur „systematisch durchforscht [werden], in allen vier Himmelsrichtungen [und] Nationalliteratur für Nationalliteratur“. Jentzsch definierte dabei folgenden Anspruch an Klassizität und damit die Buchreihe selbst:Bernd Jentzsch: Die Literatur wird durchforscht werden. In: Rowohlt Jahrhundert. Das Programm. Rowohlt, Reinbek 1987, S. 8–10. (Varia, 108 Seiten, DNB)

Die Titel der Reihe wurden überwiegend im 20. Jahrhundert erstveröffentlicht, ein gutes Viertel der Titel erschien aber schon vor 1900. Etwa ein Drittel der Titel (28) stammen aus dem deutschen Sprachraum, ein Fünftel (21) sind anglophon. Die nächstgrößte Sprachgruppe ist Französisch mit 16 Werken. 14 Bücher stammen aus dem slawischen Sprachraum (Russisch, Polnisch, Tschechisch, Serbokroatisch), sieben wurden zuerst auf Spanisch veröffentlicht. Von den hundert Titeln der Reihe stammten nur zwei von Autorinnen: Nathalie Sarraute (Nr. 49) und Jo Mihaly (Nr. 59).

Ausstattung Die Buchreihe besaß eine für Taschenbücher hochwertige und bewusst minimalistische Ausstattung. Sie sollte sich optisch und haptisch von den regulären rororo-Taschenbüchern abheben, die bunter gestaltet waren und auf rauem Papier gedruckt wurden. Für das Design der Buchreihe war der Rowohlt-Artdicrector Peter Wippermann verantwortlich.Angabe im Impressum der Bücher der Reihe: „Umschlaggestaltung Peter Wippermann“.

Die Cover der Buchreihe sind einheitlich gehalten. Auf der Vorderseite finden sich weder Fotos noch Zeichnungen, stattdessen steht mittig auf dem Umschlag ein Kasten mit drei Textelementen: Ganz oben der Werkstitel in Weiß auf klarem Schwarz, darunter der Autorenname in Schwarz auf Weiß, darunter eine kurze Inhaltsangabe. Als Hintergrund dieses Kastens dient ein horizontal gestreiftes, zart farbiges Muster. Die Farben der Streifen changieren über die Reihe hinweg. Der Reihenname „Rowohlt Jahrhundert“ sowie die Nummer in der Reihe sind in die Gestaltung des Umschlags integriert. Auf der Rückseite der Bücher der Reihe befinden sich ein Schwarz-Weiß-Foto und eine Kurzbiographie des jeweiligen Autors.

Die Bücher der Reihe erschienen als klassisches Softcover in Kartonbroschur mit stabiler Klebebindung. Der Kartonumschlag ist matt cellophaniert, was den Büchern einen griffigen Charakter verleiht. Der Inhalt ist auf leicht getöntes, holzfreies Werkdruckpapier gedruckt, dabei wurde die Schriftart Garamond verwandt.„Satz Garamond (Linotron 202)“, Angabe nach Impressum von Nr. 57, Die Enden der Parabel Bei Werken mit hoher Seitenzahl kam Dünndruckpapier zum Einsatz, damit die Buchdicke beherrschbar bleibt – Die Enden der Parabel hat knapp 1200 Seiten. Die Bücher der Reihe haben das für anspruchsvolle rororo-Taschenbuchreihen der Ära typische Standardformat von 19×12cm (Höhe × Breite). Die Gesamtherstellung lag bei Clausen & Bosse aus Leck, gedruckt wurde in Deutschland.

Legende Legende zu den Spalten der Tabelle: Nr.: Nummer in der Buchreihe Autoren: Name des Autors oder der Autorin des Werkes, so angesetzt wie auf dem Cover abgedruckt und sortierbar nach Nachname Titel: deutscher Titel des Werks in der Reihe, so wie auf dem Cover abgedruckt Originaltitel: Titel des Buchs bei seinem ersten Erscheinen in Originalsprache, wird bei deutschsprachigen Titeln weggelassen. Spr.: Originalsprache des Buchs bei Erstveröffentlichung (ISO-639-Code) Übersetzer: Name des Übersetzers oder der Übersetzerin des Werks, sortierbar nach Nachname der im Buch erstgenannten Person Jahr (EA): Jahr der Erstausgabe in Originalsprache Jahr (RJ): Jahr der Ersterscheinung in der Reihe Rowohlt Jahrhundert, spätere Auflagen werden nicht genannt ISBN: ISBN im zehnstelligen Format, das zur Zeit des Erscheinens der Reihe gültig war. Im vorletzten Ziffernblock bilden die letzten Ziffern die Nummer des Werks in der Reihe (z. B. -40007- = Nr. 7). Anmerkungen: Art des Werks

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