mini|alt=Ovales, ziemlich grobkörniges Porträtfoto aus dem Almanach Vermot von 1931|Désiré Ferry Désiré Ferry (geboren am 26. Oktober 1886 in Metz; gestorben am 11. Januar 1940 in Piennes) war ein französischer Journalist und Politiker der Dritten Republik.

Leben Désiré Ferry wurde in Metz im Deutschen Kaiserreich geboren, ging aber früh nach Frankreich und zunächst in Pont-à-Mousson, danach in Nancy zur Schule.Der westliche Teil Lothringens um Nancy war 1871 nicht an das Deutsche Reich gefallen. Er schloss seine Ausbildung mit einem Studium der Rechtswissenschaften ab (sein Dissertationsthema war Finanzkontrolle des Parlaments) und ließ sich in der Anwaltskammer registrieren.

Er arbeitete in der Folge als Journalist für regionale Zeitungen. Ab 1910 war er Sekretär des konservativen Abgeordneten von Nancy, Louis Marin. Zusammen mit Marin versuchte er 1910 Léon Goulette, den Gründer und Chefredakteur des L’Est Républicain zu stürzen, was mit einem Duell zwischen Goulette und Ferry endete. In der Folge war er auch bei Zeitungen in Paris wie dem Le Matin und L’Écho de Paris tätig. 1914 heiratete Ferry Marguerite Beaupère. Politisch positionierte er sich in dieser Zeit weit rechts; er wurde Vorstandsmitglied der Ligue des Patriotes.

Im Ersten Weltkrieg zeichnete er sich mehrfach aus. Er wurde dreimal schwer verwundet und wurde sowohl als Ritter der Ehrenlegion als auch mehrfach mit dem Croix de guerre ausgezeichnet. Ferry beendete den Krieg als Hauptmann.

1919 wurde er auf der Liste der Union républicaine et démocratique zum Abgeordneten gewählt. Dem Parlament gehörte er bis 1936 an; zuletzt als Mitglied des André Tardieu nahestehenden Centre républicain. 1920 gehörte er weiterhin als führende Kraft zur Ligue des Patriotes.

1924 war er Marineminister im Kurzzeitkabinett François-Marsal, 1930 Gesundheitsminister im Kabinett Tardieu II. Da dieses Amt bislang im Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Wohlfahrt und Sozialversicherung integriert war, war Ferry faktisch der erste reine Gesundheitsminister Frankreichs.

mini|alt=Schwarzweißbild, Mehrere hohe Militärs in Begleitung weniger Zivilisten, gesäumt von paradierenden Soldaten, auf der Allée des Invalides bei einer Beerdigung|Beerdigung General Mangins 1925; Ferry in der zweiten Reihe Neben seiner Abgeordneten- und Ministertätigkeit war Ferry weiterhin als Journalist tätig. 1926 wurde er Eigentümer des L’Impartial de l'Est, den er bis 1939 leitete. Von 1933 bis 1937 war er Direktor der La Liberté. und 1938 und 1939 des Journal agricole. 1935 erhielt er Orden eines Offiziers der Ehrenlegion.

Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig. Am 11. Januar 1940 erlitt er in seiner Einheit bei Piennes an der Maginot-Linie bei eisiger Kälte ein Lungenödem und verstarb. Neben den erwähnten Orden war er Träger der Médaille des blessés de guerre.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich) Kategorie:Marineminister (Frankreich) Kategorie:Gesundheitsminister (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Offizier) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1940 Kategorie:Mann