mini|Ansitz Oberplatten, Nordansicht mini|Südansicht Der Ansitz Oberplatten, auch Oberplåtten, ist ein historisches Anwesen und geschütztes Baudenkmal der Gemeinde Tscherms in Südtirol.
Alternativbezeichnungen Platten de Plata an der Plat auf der Platten Plat Oberplatter Oberplattner
Lage Der Ansitz Oberplatten befindet sich in der Tschermser Vill, nördlich des „Reifengrabens“, direkt an der Kreuzung des Franz-Pöder-Wegs und des Lanerwegs. Direkt angrenzend liegt der Ansitz Unterplatten.
Geschichte mini|Historisches Foto des Ansitz Oberplatten mini|Infotafel der Gemeinde Tscherms an der Fassade Fraglich ist, ob das Plattengut bereits seit „undenklicher Zeit“ in ein oberes und unteres Plattengut geteilt war. Der Historiker Josef Tarneller beschrieb eine Urkunde des Meraner Notars Johannes Henrici de Schälklingen aus dem Jahr 1323, in welcher ein „Bertoldo de Platte in Tscherms“ verbürgt war. 1364 wurde das Gut als „curia auf der Platten“ genannt. Die sichere Teilung des Plattenguts erfolgte urkundlich erst im Jahr 1653. In Urkunden des Gerichts zum Stein unter Lebenberg aus dem Jahr 1400 erschien „Chunz an der Platten“ als Besitzer des gesamten Plattenguts. 1482 vergab Hanns Dorn von Füssen das Eigentumsrecht des Anwesens in einem Reversbrief vom 27. September an Wolfgang Hagen zu Schermes. Folglich wechselte der Besitz öfter zwischen den Familien Dorn von Füssen und Hagen, bis das Gut 1518 an Ulrich Usenwanger von der Töll verkauft wurde. 1553 kaufte es Casper Mitterhofer mit Hilfe des Leopold von Stachlburg. Ein Kaufbrief vom 18. März 1600 bestätigte den Verkauf des Guts von Hanns Wennckh an den Ritter Wolfgang Dorn zu Kempten, wodurch das Anwesen erneut in den Besitz der Familie Dorn gelangte. Über Erbwege gelangte es später an Wolf Leonhard von Jenisch, Bürgermeister zu Kempten, der das Söldgut am 26. September 1649 an den Abt Jacob Gräfinger zu Marienberg verkaufte. Am 31. März 1650 klagte der Doktor der Rechte Franz Schudelli gegen den, aus seiner Sicht unrechtmäßigen, vorgegangen, Verkauf gegen das Kloster Marienberg und ließ sich in einem Vergleich gerichtlich als Lehensherr der Hälfte des Plattenguts einsetzen. Seine Hälfte des Plattenguts vergab er jedoch, als erbliches Lehen, sogleich wieder dem Franz von Pach zu Hansenheim und Hohen-Eppan als Abt von Marienberg, wodurch es sich folglich wieder vollständig im Besitz der Abtei Marienberg befand. Diese hielt das Eigentum am Ansitz Oberplatten bis zum Verkauf am 7. März 1874 an den Gutsbesitzer Johann Garber von Felderer. Die Unterschutzstellung erfolgte am 9. Mai 1950 durch das Südtiroler Landesdenkmalamt. In den 2000er Jahren wurde der Ansitz vollumfänglich saniert und umgebaut.
Beschreibung mini|Statue der Schwarzen Madonna in der Ringmauer Der Ansitz besteht aus einem dreigeschossigen Wohnhaus mit mehreren Zinnengiebeln, das einen nach Osten ausgerichteten polygonalen Eckerker besitzt. Nach Süden besitzt der Ansitz ebenfalls einen Viereckerker, welcher durch ein Barockfresko geschmückt ist, das das Motiv der Rosenkranzmadonna abbildet. Das Innere des Ansitzes ist gewölbt und mit Stuck verziert. Der Hausgang des Erdgeschosses besteht aus einem Kreuzgewölbe. Das Anwesen war in der Vergangenheit zudem vollständig von einer Ringmauer umgeben, welche sich teilweise erhalten hat und noch immer ein Kapitell beinhaltet, das eine Statue der schwarzen Madonna zeigt.
Weblinks
Literatur Gemeinde Tscherms (Hrsg.): Tscherms: Dorfbuch mit Beiträgen zur Orts- und Heimatkunde. Tappeiner, Lana 1997, ISBN 88-7073-234-7 Josef Tarneller: Die Hofnamen im Burggrafenamt und in den angrenzenden Gemeinden. Wien 1909, unveränderter Nachdruck 1986, S. 498 Kloster Marienberg Archiv: Regesten aus Urkunden des Kloster-Archivs zu Marienberg, Manuskript von P. Thomas Wieser. 1891, S. 271
Einzelnachweise
Oberplatten Kategorie:Baudenkmal in Tscherms Kategorie:Ersterwähnung 1323