Österreichs Erbe für die Welt – Meisterwerke, Urwälder und Prachtbauten ist eine zweiteilige österreichische Fernsehdokumentation des Regisseurs und Produzenten Georg Riha aus dem Jahr 2022. Die Produktion wurde im Rahmen der ORF-Reihe Universum' ausgestrahlt und fasst die zwölf UNESCO Welterbestätten in Österreich filmisch zusammen.

Konzept und Anlass Der Anlass für die Produktion des Doku-Zweiteilers war ein doppeltes Jubiläum: das 50-jährige Bestehen des internationalen Welterbe-Übereinkommens der UNESCO sowie der 30. Jahrestag des Beitritts Österreichs zu diesem Abkommen. Ziel des Projekts ist es, das breite Bewusstsein für die Besonderheiten und die Schutzbedürftigkeit dieser Natur- und Kulturstätten zu stärken. Neben den Bauwerken und Landschaften widmen sich die Filme auch der lokalen Tier- und Pflanzenwelt sowie den Menschen, die vor Ort als Restauratoren, Fischer, Wissenschaftler, Ranger oder Weinhauer arbeiten.RIHA Film und ORF präsentierten Georg Rihas „Universum“-Zweiteiler „Österreichs Erbe für die Welt“ im Wiener Gartenbaukino, auf ots.at

Visuelle Gestaltung und Spezialeffekte Das zentrale visuelle Mittel der Dokumentation ist – wie für Rihas Arbeiten charakteristisch – das Beobachten aus der Luft. Durch den Einsatz von Helikopter- und Drohnen-Flugaufnahmen sollen größere Zusammenhänge aufgezeigt und ein differenzierter Blick auf das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur geworfen werden.

Ein weiterer gestalterischer Aspekt des Films ist der wiederholte Einsatz von visuellen Effekten (VFX) und historischem Archivmaterial, um Vergangenes filmisch greifbar und anschaulich zu machen. Für die visuellen Rekonstruktionen nutzte die Firma 7reasons historisch korrekte 3D-Modelle und bettete diese digital in realen Flug- und Drohnenaufnahmen ein. Auf diese Weise wurden unter anderem die römischen Lager Vindobona und Carnuntum sowie die prähistorischen Pfahlbauten im Keutschacher See rekonstruiert. Ergänzt wurden diese digitalen Animationen durch historisches Bildmaterial aus dem ORF-Archiv sowie privaten Sammlungen.

Produktion und Stab Die Dokumentation ist eine Koproduktion von RIHA Film und dem ORF. Sie entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Bundes- und Landesministerien, Tourismusverbänden sowie Kultur- und Naturschutzinstitutionen, darunter das Bundesministerium für Kunst und Kultur, das Bundesministerium für Klimaschutz und die Österreichische UNESCO-Kommission.

Das Konzept und die Begleittexte der Sendung wurden von Manfred Christ verfasst. Als Sprecher der Dokumentation fungierte der Kammerschauspieler Peter Simonischek. Die musikalische Gestaltung und Komposition übernahm der Violinist Aleksey Igudesman, dessen Musik unter anderem mit Obertongesang, Nyckelharpa, Akkordeon und verschiedenen Streichinstrumenten eingespielt wurde. Für den Schnitt zeichnete Dominik Steiner verantwortlich.

Teileübersicht Teil 1 Erstausstrahlung: 18. Oktober 2022 (ORF 2)

Inhalt: Der erste Teil der Dokumentation behandelt das historische Zentrum von Wien mit seinen römischen Wurzeln, dem 700 Jahre alten hölzernen Kirchendach der Malteserkirche, der Schlossanlage von Schönbrunn sowie den Bienenstöcken auf dem Wiener Rathausdach. Des Weiteren werden die römischen Spuren entlang der Donau (Limes) in Traismauer und Carnuntum beleuchtet. Die Reise führt zudem zum Neusiedler See mit den historischen Zitzmannsdorfer Wiesen sowie zu den prähistorischen Pfahlbausiedlungen am Keutschacher See, Attersee und Mondsee. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Region Dachstein-Hallstatt-Salzkammergut, wobei die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Gletscher, die traditionelle Reinanken-Fischerei und das historische Salzbergwerk gezeigt werden. In der Wachau wird schließlich die mühsame Sanierung der Trockensteinmauern auf den steilen Weinterrassen sowie der Schutz der seltenen Sägeschrecke thematisiert.

Teil 2 Erstausstrahlung: 25. Oktober 2022 (ORF 2)

Inhalt: Der zweite Teil widmet sich der Grazer Altstadt mitsamt dem Schlossberg, der Versöhnungsstiege und den mittelalterlichen Fasanen-Malereien in der Burg. Vorgestellt werden zudem die Buchenurwälder im Nationalpark Kalkalpen und die Rückkehr der Wildkatze in die Wachau. Ein historischer Schwerpunkt ist der Semmering mit der geschichtsträchtigen Semmeringbahn als erstem Eisenbahn-Welterbe. Die Dokumentation zeigt außerdem den traditionsreichen Kurort Baden bei Wien, das historische Zentrum von Salzburg – wo die vom Aussterben bedrohte Schwarze Mörtelbiene an den Wehrmauern nistet – sowie das barocke Obere Belvedere in Wien und das nahegelegene, 300 Jahre alte Kloster der Salesianerinnen. Den Abschluss bildet das Schloss Eggenberg in Graz, in dessen Dachstühlen die seltene Fledermausart „Große Hufeisennase“ lebt und dessen Säle für eine historische Zeitreise traditionell mit Hunderten von Kerzen beleuchtet werden.

Einzelnachweise

Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Filmtitel 2022 Kategorie:Episode einer Fernsehserie Kategorie:ORF (Fernsehen)