mini|Andrzej Alexiewicz Andrzej Tadeusz Alexiewicz (* 11. Februar 1917 in Lwów; † 11. Juli 1995 Posen) war ein polnischer Mathematiker.
Leben Andrzej Tadeusz Alexiewicz wurde am 11. Februar 1917 im damals polnischen Lwów (seit dem Zweiten Weltkrieg ukrainisch Lwiw) in eine Arztfamilie geboren, seine Mutter, Zofia Alexiewicz, geb. Link, war Kinderärztin, sein Vater, Andrzej Alexiewicz, war Internist. 1935 schloss er das Gymnasium ab, begann anschließend im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sein Studium an der Jan-Kazimierz-Universität in Lwów und konzentrierte sich nach einem Jahr auf Mathematik. Seine Master-Arbeit „Ogólna teoria działań algebraicznych ciągłych“ (Allgemeine Theorie stetiger, algebraischer Operationen) schrieb er 1940 unter Eustachy Żyliński. Alexiewicz hörte bei den führenden Köpfen der Lemberger Mathematikerschule, die 1941 von den Nazis weitgehend ausgelöscht wurde. Schon seit 1939 war er Assistent am Lehrstuhl von Stefan Banach. Wie viele andere überlebte er den Krieg in Rudolf Weigls Institut für Fleckfieber- und Virusforschung, das als kriegswichtig eingestuft war. Er unterrichtete weiter an der im Untergrund fortgeführten Universität und verteidigte 1944 seine Dissertation „O ciągach operacji“ (Über Folgen von Operationen) unter Władysław Orlicz an der Universität Lwów.
Als klar wurde, dass Lwów nicht polnisch bleiben würde, ging er zusammen mit Orlicz nach Posen, wo ihm auf Grund oben genannter Dissertation im August 1945 der Doktorgrad verliehen wurde. Dort beteiligte er sich am Wiederaufbau der Adam-Mickiewicz-Universität und wurde 1948 mit der Arbeit „O całce Denjoy funkcji abstrakcyjnych“ (Über das Denjoy-Integral abstrakter Funktionen) habilitiert. 1954 wurde er zum außerordentlichen Professor und 1962 zum ordentlichen Professor ernannt. Von 1952 bis 1955 war er Prodekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und im nachfolgenden Jahr Dekan. In den Jahren 1962 bis 1966 leitete er den Lehrstuhl Mathematik II und ab 1969 bis zu seiner Emeritierung 1987 war er Direktor des reorganisierten mathematischen Instituts, in dem die Lehrstühle für Mathematik und Logik zusammengefasst wurden. Er war jahrzehntelang in der Polnischen Mathematischen Gesellschaft tätig, in den Jahren 1981 bis 1983 leitete er ihre Posener Sektion.
Alexiewicz befasste sich mit vielen Themen aus der Funktionalanalysis. 1948 führte er auf einer bestimmten Klasse von Funktionen eine Norm ein, die heute nach ihm benannt ist. Ist Henstock-Kurzweil-integrierbar, so nennt man die Alexiewicz-Norm der Funktion .
mini|Das Grab von Andrzej Alexiewicz Im Mai 1940 heiratete er Julia Klonowska, aus der Ehe gingen in Lwów die Söhne Władysław (24. November 1943) und Tadeusz (7. Januar 1945 – 18. Juli 1945) hervor, in Posen folgten die Kinder Zofia (28. März 1946), Tomasz (30. Oktober 1948) und Magdalena (18. April 1951). Neben Mathematik interessierte er sich für Musik und Malerei. Er schätzte besonders die Kompositionen von Johann Sebastian Bach, den er für den größten aller Komponisten hielt. In seinem Büro hatte er ein Atelier eingerichtet, in dem er seinem großen Hobby der Malerei nachging. Andrzej Alexiewicz starb am 11. Juli 1995 in Posen und wurde auf dem Jan-Vianney-Friedhof an der Ulica Lutycka begraben.
Bücher Alexiewicz ist Autor folgender Lehrwerke
Ehrungen Im Jahre 1952 zeichnete die Polnische Mathematische Gesellschaft Alexiewicz mit dem Stefan-Banach-Preis aus.
Einzelnachweise Siehe Stefan-Banach-Preis und dortige Belege.
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Adam-Mickiewicz-Universität Posen) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1917 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann