Die Junkers EF 77 war ein deutsches Verkehrsflugzeugprojekt der Firma Junkers Flugzeug- und Motorenwerke aus dem Jahr 1938. Das als Nachfolger der erfolgreichen Junkers Ju 52 konzipierte Flugzeug sollte moderne Konstruktionsmerkmale wie eine glatte Ganzmetallbeplankung, ein einziehbares Fahrwerk und einen aerodynamisch optimierten Rumpf erhalten. Die EF 77 blieb jedoch ein Entwurfsprojekt und wurde nicht gebaut. Ihre Entwicklung führte später zum Transportflugzeug Junkers Ju 252.

Geschichte Ende 1938 suchte die Deutsche Luft Hansa nach einem modernen Ersatz für die Ju 52. Die neue Maschine sollte höhere Reisegeschwindigkeit, größere Reichweite und mehr Passagierkapazität bieten.

Unter Leitung des Junkers-Konstrukteurs Konrad Eichholtz entstand daraufhin das Projekt EF 77. Der Entwurf behielt die Dreimotorenkonfiguration der Ju 52 bei, verwendete jedoch eine wesentlich modernere Zelle. Im Gegensatz zur charakteristischen Wellblechbeplankung der Ju 52 war eine glatte Metallhaut vorgesehen. Zudem sollte das Flugzeug über ein vollständig einziehbares Hauptfahrwerk verfügen.

Die ursprüngliche Ausführung war für 21 Passagiere ausgelegt. Da die Leistungssteigerung gegenüber der Ju 52 als zu gering angesehen wurde, zeigte die Luft Hansa zunächst nur begrenztes Interesse. Später wurde das Projekt in den Junkers-Konstruktionsbüros in Prag überarbeitet und auf bis zu 30 Passagiere erweitert. Aus dieser Weiterentwicklung entstand schließlich die Ju 252.

Konstruktion Die EF 77 war als freitragender Tiefdecker mit drei Sternmotoren vorgesehen. Der Entwurf besaß einen kreisförmigen Rumpfquerschnitt, größere Kabinenraume und aerodynamisch günstigere Tragflächen als die Ju 52.

⇒Geplante Merkmale:

Ganzmetallbauweise Glatte Außenhaut Einziehbares Fahrwerk Drei BMW-132-Sternmotoren Druckloser Passagierraum Kapazität für 21 bis 30 Passagiere

Technische Daten (Entwurf) mini|Abgeschätzte Zeichnung einer EF 77 Kenngröße Daten Besatzung 2–3 Passagiere 21 Länge ca. 21 m Spannweite ca. 24,2 m Antrieb 3 × Sternmotor BMW 132 Reisegeschwindigkeit 350–400 km/h (projektiert) Reichweite bis 2000 km (projektiert) Status Projekt, nicht gebaut

Bedeutung Die EF 77 stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt zwischen der Ju 52 und der späteren Ju 252 dar. Sie zeigt den Übergang von den Konstruktionsprinzipien der frühen 1930er Jahre zu moderneren Verkehrsflugzeugen mit glatter Außenhaut, höherer Geschwindigkeit und verbessertem Komfort. Obwohl die EF 77 nie verwirklicht wurde, flossen zahlreiche ihrer Konstruktionsmerkmale in die Ju 252 ein.

Siehe auch Junkers Ju 52 Junkers Ju 252 Junkers Ju 352

Literatur Wolfgang Wagner: Hugo Junkers – Pionier der Luftfahrt (= Die deutsche Luftfahrt, Band 24). Bernard & Graefe, Bonn 1996, ISBN 3-7637-6112-8, S. 395/396.

Weblinks „Junkers Ju 77 (EF 77), a planned successor of the Ju 52“, Secret Projects Forum.

Einzelnachweise

Kategorie:Junkers Kategorie:Nicht realisiertes Flugzeugprojekt