Der Kreuzweg bei Knellendorf, einem Gemeindeteil der Stadt Kronach, ist ein im 18. Jahrhundert entstandener Wallfahrtsweg im oberfränkischen Landkreis Kronach, der den Leidensweg Jesu Christi nachbildet. Die vier noch erhaltenen der einst fünf Stationen sind als Baudenkmäler in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Lage Die Kreuzwegstationen stehen am sogenannten Franziskanerweg, der östlich von Knellendorf am Fuß des Kammbergs im Tal der Haßlach verläuft. Der Weg führt vom Kloster in Kronach zur Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Glosberg. Er erhielt seinen Namen von den Franziskanermönchen, die in den Jahren 1732 bis 1745 die täglich auf dem Weg verkehrenden Wallfahrer betreuten.

Beschreibung Lediglich die erste Station des Kreuzwegs ist weitgehend im Original erhalten; die Teile der anderen Stationen lagen zu Beginn der 1970er Jahre beschädigt am Boden oder waren im Laufe der Zeit zweckentfremdet worden. Vier Stationen wurden 1977 renoviert, um die fehlenden Bestandteile ergänzt und neu aufgestellt. Die fünfte Station ist abgegangen; ihre Bestandteile wurden auf dem Gut Birkach als Schüttgut verwendet.

Die aus Sandstein angefertigten Bildstöcke sind vierteilig. Sie ruhen auf einer Grundplatte, die bei der ersten Station ähnlich wie der Kämpfer geformt ist und bei den neu angefertigten Teilen einfacher gehalten wurde. Von der Grundplatte erhebt sich ein rechteckiger, großflächiger Schaft, der an der Front und an den Seiten gefeldert ist. Das Feld an der Stirnseite trägt jeweils eine Inschrift in Fraktur mit einem Zitat aus dem Markusevangelium. Als dritter Teil folgt der Kämpfer, der nach drei Seiten überkragt und mit Blattfries verziert ist. Der wuchtige Aufsatz des Bildstocks schließt mit einem eingezogenen, mit Fries verzierten Rundbogen, kräftige Voluten begrenzen die Seiten. An der Stirnseite des Aufsatzes befindet sich ein gemeißeltes Relief. Die Rückseite der Flurdenkmale ist glatt.

Der Bildhauer, der die Kreuzwegstationen ursprünglich geschaffen hat, ist nicht bekannt. Das Stadtarchiv Kronach verwahrt eine handschriftliche Notiz aus dem Nachlass des Kronacher Stadtbaurats Hanns Werner (1866–1948), in der dieser den Fund eines Steines bei Knellendorf, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um das Mittelstück der dritten Kreuzwegstation handelte, dokumentierte. Die Inschrift des Steins enthielt neben der Jahreszahl 1735 auch einen Hinweis auf den Stifter des Flurdenkmals, einen namentlich nicht vollständig identifizierbaren „Bürger in Lichtenfels“. Die in den Reliefs der Knellendorfer Stationen dargestellten Szenen gleichen den Reliefs der 1691 entstandenen Kreuzwegstationen im Ordensfriedhof in Vierzehnheiligen, die dem Umfeld des Bildhauers Georg Burckhart zugeschrieben werden. Der Bildhauer der Stationen bei Knellendorf stammt somit möglicherweise ebenfalls aus dem Raum Lichtenfels.

Stationen Die fünfte Station des Kreuzweges ist nicht erhalten. Sie stand bei den sogenannten „Heiligen Teichen“ am Birkacher Graben.

Literatur

Weblinks

, Aktennummer D-4-76-145-353

Einzelnachweise

Kategorie:Bildstock in Kronach Kategorie:Baudenkmal in Kronach Kategorie:Sandsteinskulptur Kategorie:Skulptur (18. Jahrhundert) Kategorie:Freilandkreuzweg (Werk)