Hellmut Pflüger (* 2. Januar 1927 in Neu-Ulm; † 19. Juli 2003 in Ulm) war ein deutscher Jurist, Bauhistoriker, Denkmalpfleger und Sachbuchautor. Bekannt wurde er durch seine Publikationen über die Baugeschichte und die Baudenkmale der Stadt Ulm.

Leben und Wirken Hellmut Pflüger war ein Sohn des Kaufmanns Emil Pflüger (1890–1946) und dessen Ehefrau Mathilde, geb. Heinrich (1889–1962). Er wuchs mit seinem Bruder Siegfried in Ulm auf. Auf Anregung seines Vaters entwickelte er schon als Kind ein Interesse an den Bauten Ulms und insbesondere an den Resten der Bundesfestung Ulm links und rechts der Donau. Er war zeichnerisch hochbegabt und hielt seine Beobachtungen in vielen Zeichnungen, Plänen und später auch fotografisch fest.

Nach bestandenem Notarexamen arbeitete er als Justizamtmann und zuletzt als Amtsrat beim Landgericht Ulm. Im Jahr 1989 trat er in den Ruhestand.

Bereits im Jahr 1950 trat er dem Verein Alt-Ulm bei, den er ab 1962 als Erster Vorsitzender leitete und wo er später zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Er vertrat den Standpunkt, dass Ulm sich nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs beim Wiederaufbau an den Vorgaben des Vorkriegszustandes zu orientieren habe. Für den Verein hielt er viele Vorträge, wobei sein Hauptaugenmerk auf der Bundesfestung Ulm lag und damit einen Themenschwerpunkt der Vereinsarbeit verankerte. Auch war er als Führer durch die Festungsanlagen der Bundesfestung und durch die Ulmer Altstadt sowie als örtlicher Beauftragter des Landesdenkmalamts für Ulm tätig.

Den Bau des 1993 eingeweihten neuen Stadthauses (Meier-Bau) auf dem Münsterplatz lehnte er ab und setzte den 1987 durchgeführten Bürgerentscheid hierüber durch, welcher jedoch knapp das nötige Quorum verfehlte, um das Projekt zu verhindern.

Seine Geschichte der Bundesfestung Ulm, an der er über Jahrzehnte gearbeitet hatte, ist nicht mehr im Druck erschienen. Die Unterlagen hierzu wurden vom Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. übernommen.

Er war Mitglied des Vereins für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben sowie des Historischen Vereins Neu-Ulm.

Pflüger starb am 19. Juli 2003 im Alter von 76 Jahren in Ulm. Er hinterließ seine Ehefrau Rose Pflüger, geb. Kurz, mit der er seit 1956 verheiratet war, sowie einen Sohn.

Ehrungen und Auszeichnungen mini|Helmut-Pflüger-Straße Hellmut Pflüger erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande.Pflüger, Hellmut. In: Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat ihn, in Anerkennung seiner Verdienste um den Denkmalschutz in Ulm und als Bauhistoriker, im Jahr 1992 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet. Im Jahr 2002 erhielt Helmut Pflüger für sein Engagement als Lokalhistoriker und als langjähriger Vorsitzender des Vereins Alt-Ulm die Bürgermedaille der Stadt Ulm. 2021 wurde in der Nähe der Wilhelmsburg (Teil der Bundesfestung) die Hellmut-Pflüger-Straße nach ihm benannt.

Publikationen (Auswahl)

Literatur Pflüger, Hellmut. In:

Weblinks

Werke von Hellmut Pflüger im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Hellmut Pflüger: Denkmalschutz für die Ulmer Bundesfestung bei der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Einzelnachweise

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