mini|hochkant|Stammwappen derer von Scharffenstein genannt Pfeil im Österreichischen Staatsarchiv Scharffenstein genannt Pfeill (auch: Scharfenstein, Scharpfenstein; Pfeil, Pyll, Piel o. ä.) ist der Name eines erloschenen Kölner Briefadels- und Patriziergeschlechts, das den Reichsfreiherrenstand erreichte und auffällig eng mit der Familie von Rottkirchen versippt war. Ursprünglich handelte es sich um eine Goldschmiedsfamilie. Später waren die Scharffenstein gt. Pfeill auch in Böhmen, Bayern und Österreich vertreten. Die in Köln gelegene Pfeilstraße ist nach der Familie benannt.

Der von Hermann von Weinsberg erwähnte Johann Peil ist laut Ernst von Oidtman eines anderen Geschlechts.

Stammliste Die Geschichte des Geschlechts beginnt im frühen 16. Jahrhundert. Durch die Heirat von Adam Pfeill und Bela von Scharffenstein kamen Güter, Wappen und Name der Letzteren an die Familie Pfeill. Eine ununterbrochene Stammliste beginnt bereits mit dem ersten bekannten Vertreter der Familie, Adam Pfeill:

Außerdem Ferdinand Reichsfreiherr von Scharffenstein gt. Pfeill, königlich-bayerischer Rittmeister im 2. Kürassier-Regiment zu Landshut.Karl Heinrich von Lang: Supplement zum Adelsbuch des Königreichs Baiern, Wilhelm Gottfried Gassert, Ansbach 1820, S. 64 (Google Bücher).

Wappen

Blasonierung des Stammwappens In Gold acht (2:4:2) schwarze Rauten/(Edel-)Steine. Blasonierung des vermehrten Wappens von 1616 Geviert. Feld I und IV: Das Stammwappen. Feld II und III: In Silber sieben (4:3) schwarze Rauten. Auf dem Helm ein wachsender goldener Adler, dessen offene Flügel mit jeweils zwei schwarzen Rauten belegt sind. Die Helmdecken sind schwarz-golden. Blasonierung des freiherrlichen Wappens von 1746 Ein quadrierter Schild, in der hinteren unteren und vorderen oberen überzwerg abgeteilten Quartier, der untere schwarz und obere Teil gelbfarben rautenweise ineinander, im unteren Teil gegen den drei Spitzen der oberen Feldung nebeneinander drei gelbe und im oberen Teil den zwei mittleren Spitzen der unteren Feldung zwei schwarze Rauten erscheinen. In dem vorderen unten und hinteren oberen weißen Quartier sind mehrmal oben vier und unten drei schwarze Rauten abzunehmen, über dem mit einer freiherrlichen Krone bedeckten Schild ein gekrönter Helm mit gelbschwarzen Decken. Aus der Helmkrone entspringt ein Adler ohne Schwanz mit aufgetanenen Flügeln, in jeder derselben desgleichen, vorn an der Brust jedes Orts von unten auf aneinander drei schwarze Rauten, die untere halb, die mittlere und obere ganz, mit rotausgeschlagener Zunge, in der rechten Klaue einen Streitpfeil haltend, so mit weißen Farben gefütter (gefiedert?) und stahlfarben Eisen gezieret und mit der Spitze auf den Helm gestzt ist.Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 365.41 Scharffenstein genannt Pfeil, Friedrich Ferdinand von, Freiherrenstand, „Wohlgeboren“, Wappenbesserung, 1746.07.13, abgerufen am 16. Juni 2026.

Literatur Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13 (Mappe 995–1070; Reven–Scheidt gt Weschpfennig) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 88), Köln 1997, S. 722–729. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 380 (hhu.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, Band 3 (M–Spann), Georg Joseph Manz, Regensburg 1865, S. 300 (MDZ online). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 94 f. (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preussischen Monarchie, Band 2 (L–S), Ludwig Raub, Berlin 1856, S. 351 (MDZ online). Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 9tes Supplement, Nürnberg 1788, Tfl. 26 (digitale-sammlungen.de). Konrad Tyroff: Wappenbuch des gesammten Adels des Königreichs Bayern. Nürnberg 1842, Band 12, Nr. 29 (Google Bücher).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 365.49 Scharpffenstein genannt Pfeil, Johann von, Bürgermeister in Köln, Wappenbesserung, Bestätigung des rittermäßigen Adelsstandes, 1616.08.29. AT-OeStA/AVA Adel RAA 365.41 Scharffenstein genannt Pfeil, Friedrich Ferdinand von, Freiherrenstand, „Wohlgeboren“, Wappenbesserung, 1746.07.13. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 845.30 Scharffenstein-Pfeil, Maximilian August, Landmannschaft im Herrenstand des Königreichs Böhmen und der einverleibten Provinzen, 1824.02.21.

Einzelnachweise

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