alternativtext=Ansicht Chüechlihus in Langnau|mini|Chüechlihus in Langnau (2011) Das Chüechlihus (auch Chüechlihaus) in Langnau im Emmental wurde 1526 als «Krämerhaus» (Geschäftshaus) gebaut. Es gilt als das älteste Holzhaus der Region. Es steht auf der Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung im Kanton Bern und ist heute (2026) eines der grössten Regionalmuseen mit heimatkundlicher Sammlung der Schweiz.

Geschichte Architektur Das giebelständige Satteldachhaus mit Trauflauben wurde in einer Mischung aus Ständerbau- und Blockbauweise errichtet. Dieser besondere Bautyp und seine zentrale Lage deuten auf eine wichtige Rolle im damaligen Marktort Langnau hin. Wer das Haus im 16. Jahrhundert besass, ist nicht bekannt.

Dendrochronologische Untersuchungen der Denkmalpflege und des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern zum 500-jährigen Jubiläum 2026 bestätigen das Baujahr 1526. Sie weisen darauf hin, dass das Chüechlihus über Jahrhunderte Wohn- und Arbeitsort für Handwerker und Händler war. Verrusste Wände zeugen von einer ehemaligen Rauchküche, Baumerkmale verraten frühere Raumaufteilungen und spätere Umbauten sind bis heute sichtbar.

Namen Das Haus trug in seiner langen Geschichte verschiedene Namen. Alte Dokumente erwähnen, dass es zeitweilig zwei verschiedenen Parteien gehörte, von denen jede eine Hälfte zu Eigentum besass. Der Name «Chachlerhus», der in verschiedenen Schriften auftaucht, deutet auf einen Töpfer hin. In einer Kaufbeyle von 1799 steht, dass der Leinen- und Käsehändler Hans Ulrich Joost das halbe «Kachlerhaus» erworben habe. Da ein Schwiegersohn von Joost Gemeindeschreiber war, wird vermutet, dass die Gemeindeschreiberei im ersten Stock des Hauses während seiner Amtszeit bezogen wurde. Daraus erklärt sich der Name «Altes Gemeindehaus». 1832 kaufte Christian Gerber den westlichen Hausteil, «Niederhaus» genannt. Im 19. Jh. beherbergte das Haus eine Kaffeewirtschaft.500 Jahre Chüechlihus: Ein altes Haus wird neu entdeckt. In: Artikel vom 3. September 2026 auf www.langnau-ie.ch, Gemeindeverwaltung Langnau im Emmental, abgerufen am 23. September 2026. Der heutige Name Chüechlihus erinnert an in heissem Fett schwimmend ausgebackenes Kleingebäck («Chüechli»), das dort bis 1956 angeboten wurde.Handelsregister In: Schweizerisches Handelsamtsblatt, Staatssekretariat für Wirtschaft (Hrsg.), Band 68 (1950), Heft 112, S. 1250 (abgerufen auf e-periodica.ch am 23. September 2026)Handelsregister In: Schweizerisches Handelsamtsblatt, Staatssekretariat für Wirtschaft (Hrsg.), Band 70 (1952), Heft 258, S. 2681 (abgerufen in e-periodica.ch am 23. September 2026) Das Chüechlihus wird in den Jugendbüchern von Elisabeth Müller mehrmals erwähnt.Susan Röthlisberger: Das Heimatmuseum Langnau im Emmental In: Schweizerische Lehrerzeitung, Schweizerischer Lehrerverein (Hrsg.), Band 127 (1982), Heft 21, S. 62 (abgerufen in e-periodica.ch am 23. September 2026) alternativtext=Tellerboden im Alt-Langnauer-Stil|mini|Tellerboden im Alt-Langnauer-Stil

Museum Der Grundstock für die kulturhistorische Sammlung, aus welcher das Regionalmuseum Langnau entstanden ist, wurde von Emil Aeschlimann, Lehrer im Ilfisschulhaus, gelegt. Er war bekannt für seine Sammlung von Langnauer Geschirr (Alt-Langnauer-Fayencen). Heute gehört das Chüechlihus der Gemeinde Langnau und steht unter eidgenössischem Denkmalschutz.

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Langnau im Emmental Liste der Kulturgüter mit nationaler Bedeutung im Kanton Bern (Gemeinde Langnau)

Weblinks

Madeleine Ryser: Häuser & Geschichten. Historische Gebäude im Langnauer Dorfkern. Langnau Tourismus (Hrsg.), Tanner Druck, Langnau 2018. Website des Regionalmuseums Chüechlihus

Einzelnachweise

Kategorie:Langnau im Emmental Kategorie:Bauwerk im Kanton Bern Kategorie:Bauwerk aus Holz Kategorie:Erbaut 1526