mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Fandriana-Langflügelfledermaus Die Fandriana-Langflügelfledermaus oder Zentral-Madagaskar-Langflügelfledermaus (Miniopterus manavi) ist ein auf Madagaskar endemisches Fledertier in der Gattung der Langflügelfledermäuse. Das Typusexemplar stammt aus dem Nordosten der Insel. In manchen Abhandlungen, die vor 1995 erschienen sind zählte das Taxon als Unterart oder Synonym der Zentralafrikanischen Langflügelfledermaus. Die Zugehörigkeit einer Population auf den Komoren ist nicht eindeutig gesichert. In einem Werk von 2019 wird sie als Komoren-Langflügelfledermaus beschrieben. Zusätzlich erhielten in den 2000er Jahren weitere früher zu dieser Art gerechnete Formen auf Madagaskar Artstatus.
Merkmale Für ein Tier wurden eine Kopf-Rumpf-Länge von 51 mm, eine Schwanzlänge von 39 mm, ein Gewicht von 6,5 g, Hinterfüße von 6 mm Länge und 10 mm lange Ohren ermittelt, womit die Art in ihrer Gattung klein ist. Für die Unterarmlänge von 37,5 bis etwas über 39 mm gab es Daten von mehreren Exemplaren. Die Haare der Oberseite sind auf der Rückenmitte etwa 2 mm lang und überwiegend schwarz, bis auf eine gelbbraune Spitze, die etwa ein Drittel der Länge einnimmt. Auf der Unterseite kommt etwas helleres Fell vor. Bei der Fandriana-Langflügelfledermaus gibt es eine Morphe mit bleichem rötlichen Fell. Typisch sind schwarzbraune Flughäute. Etwa die Hälfte der Schwanzflughaut ist oberseits mit Fell bedeckt und unterseits sind verstreut Haare vorhanden. Kennzeichnend ist das schmale letzte Drittel am etwa 6 mm langen Tragus im Ohr.
Verbreitung und Lebensweise Diese Fledermaus fehlt nur an einigen Küstenabschnitten auf Madagaskar. Sie lebt gewöhnlich auf 900 bis 1500 Meter Höhe und besucht Gebiete, die 20 Meter über dem Meer liegen. Als Habitat dienen verschiedene Landschaften wie trockene Laubwälder, tropische Regenwälder, Plantagen mit Bäumen, Ackerland und Reisfelder. Die Echoortungsrufe der Fledermaus wurden recht häufig in kleineren Restwäldern registriert. Landschaften ganz ohne Bäume oder Sträucher werden gemieden.
Am Tage ruht die nachtaktive Fandriana-Langflügelfledermaus in Höhlen. Die Rufe sind frequenzmoduliert und nehmen in der Frequenz von 110 bis 89 kHz auf etwa 53 kHz ab. Die stärkste Intensität wird bei 55 bis 58 kHz erreicht. Die Dauer der Rufe beträgt 2 bis 3 Millisekunden und darauf folgen 54 bis 85 Millisekunden lange Pausen. Diese Fledermaus jagt überwiegend Schmetterlinge, Hautflügler, Käfer und Schnabelkerfe. Manchmal werden Schaben, Zweiflügler, Eintagsfliegen oder Netzflügler erbeutet. Mit verschiedenen gefangenen Tieren werden die Erreger von Krankheiten, wie Rifttalfieber oder West-Nil-Virus aufgenommen. Wenn die Fledermaus Schmetterlinge der Gattung Pandemis fängt, hilft sie dabei die Menge von Schadinsekten gering zu halten. Zur Fortpflanzung gibt es keine Informationen.
Gefährdung Regional, wie im Umfeld des Makira-Naturparks im Norden von Madagaskar, werden Exemplare als Fleischquelle gefangen. Die Umwandlung von Landschaften in völlig baum- und strauchfreie Zonen könnte sich negativ auswirken. Das Tier kommt in geeigneten Habitaten häufig vor. Die IUCN listet die Fandriana-Langflügelfledermaus als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fledertiere Kategorie:Endemisches Säugetier Madagaskars