Die Belagerung von Mszislau fand zwischen 6. Juli und 16. September 1654 während des Russisch-Polnischen Krieges 1654–1667 statt.
Vorbereitung Am 18. Januar 1654 kam es zum Vertrag von Perejaslaw zwischen den Saporoger Kosaken unter Bohdan Chmelnyzkyj und Wassili Buturlin, dem Bevollmächtigten des russischen Zaren Alexei I. Aufgrund dieses Abkommens wurde das Hetmanat der Herrschaft des russischen Zaren unterstellt. Ein Krieg zwischen Russland und der Polnisch-Litauischen Republik wurde damit unausweichlich.
Ziel der militärischen Kampagne der Moskauer Truppen war vor allem die Einnahme des Großfürstentums Litauen östlich der Beresina. Die moskowitischen Truppen wurden in zwei Hauptarmeen aufgeteilt, von denen die zweite im Süden des Großfürstentums operierte. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, Mszislau zu erobern und anschließend den Dnjepr im Raum Schklow zu erreichen. Der Zar ging davon aus, dass dieses Korps die Kosaken beim Vormarsch nach Wolhynien unterstützen sollte, um danach in Richtung Lublin anzugreifen.
Die begonnene Offensive entwickelte sich erfolgreich, und die russischen Truppen nahmen auf dem nördlichen Kriegsschauplatz bald zahlreiche Festungen und Städte ein: am 27. oder 30. Juni Polozk, an der Wende von Juli und August Dsisna und Druja sowie am 20. August Strzeszniew.
Auch im Süden erzielte Trubezki zahlreiche Erfolge. Im Juni eroberte er Roslawl, und das nächste Ziel der Offensive war Mszislau.Konrad Bobiatyński: Od Smoleńska do Wilna S. 36–41
Die Belagerung Mszislau war die Hauptstadt der Woiwodschaft und ein wichtiges Handelszentrum. Die Besatzung bestand aus zahlreich versammeltem Adel und Bürgertum. Die Verteidiger lehnten das Angebot zur Kapitulation ab und beschlossen, sich bis zum Eintreffen der Entsatzarmee aus Litauen zu verteidigen. Die Befestigungen, obwohl in den 1630er‑Jahren modernisiert, hielten dem mehrtägigen intensiven Artilleriebeschuss nicht stand und gerieten in Brand. Zudem floh ein beträchtlicher Teil der Besatzung aus der Stadt unter dem Vorwand eines Ausfalls.
Nach vier Tagen, am 22. Juli, drangen die Truppen Trubezkis in die Stadt ein und verübten ein Massaker an der Bevölkerung. Damals kamen 15.000 Menschen ums Leben. Am Leben ließ man 700 Handwerker, die der moskowitische Staat benötigte, sie wurden später ins Innere Russlands umgesiedelt.Konrad Bobiatyński: Od Smoleńska do Wilna S. 41–42
Literatur Henryk Wisner: Janusz Radziwiłł 1612–1655, Wydawnictwo Mada Warszawa 2000 Urszula Augustyniak: Historia Polski 1572–1795, 2008 Konrad Bobiatyński: Od Smoleńska do Wilna. Wojna Rzeczypospolitej z Moskwą 1654–1655, Zabrze 2004
Einzelnachweise
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