Britt Wildemann (* 30. September 1969 in Itzehoe)Britt Wildemann: Untersuchung zellulärer Prozesse während der durch Wachstumsfaktoren beeinflussten und unbeeinflussten Frakturheilung. Habilitationsschrift. In: edoc.hu-berlin.de. (PDF, S. 1) Abgerufen am 15. Juni 2026. ist eine deutsche Biologin und Professorin für experimentelle Unfallchirurgie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihr Forschungsgebiet ist die muskuloskelettale Regeneration mit Schwerpunkten in Arthrose, Tendinopathie, Knochenregeneration und Infektion.
Leben Wildemann studierte von 1990 bis 1991 deutsche Literatur und Biologie an der Technischen Universität Berlin und von 1991 bis 1995 Biologie an der Freien Universität Berlin, wo sie 1995 ihr Diplom ablegte. Im Jahr 1998 wurde sie am Institut für Neurobiologie der Freien Universität Berlin promoviert und 2005 an der Charité habilitiert. Während ihrer wissenschaftlichen Ausbildung und frühen Forschung war sie in Basel, Hannover, Cold Spring Harbor und am Beckman Institute in Urbana tätig. Von 1999 bis 2009 arbeitete sie am Zentrum für muskuloskeletale Chirurgie; seit 2000 leitete sie am Julius Wolff Institut das Team „Stimulation der Heilung“. Von 2009 bis 2017 hatte sie eine Professur für biologische Grundlagen der muskuloskeletalen Regeneration am Berlin-Brandenburger Zentrum für regenerative Therapien inne, seit 2018 ist sie Professorin für experimentelle Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Jena.
Wirken Wildemanns Forschung umfasst klinische Fragestellungen der Unfallchirurgie und experimentelle Arbeiten zu Sehnenpathologien, Knochenheilung und Infektionsprävention. An der Jenaer Experimentellen Unfallchirurgie werden ihre Projekte in enger Zusammenarbeit mit dem klinischen Kollegium entwickelt. In ihren Arbeiten zu Sehnenzellen untersucht sie patientenspezifische biologische Eigenschaften sowie den Einfluss von Alter, Geschlecht und Schädigung auf das Regenerationspotenzial. Zu ihren weiteren Forschungsthemen gehören Mechanismen der Knochenheilung, Wachstumsfaktoren, Biomaterialien und die Prävention von Infektionen auf Implantatmaterial. 2004 erhielt sie zusammen mit Thomas Pufe den COPP-Preis der Deutschen Gesellschaft für Osteologie für Arbeiten zur experimentellen Frakturheilung. 2011 erhielt sie zusammen mit Gerhard Schmidmaier den mit 50.000 Euro dotierten Oskar und Helene-Medizinpreis der Stiftung Oskar-Helene-Heim für Forschung zur Stimulation der Knochenheilung bei Frakturen. Nennenswert als Auszeichnungen Wildemanns sind überdies der Hans-Liniger-Preis 2000, der New Investigator Recognition Award 2002, der Herbert-Lauterbach-Preis 2008 und der APOA-Pfizer Best Scientific Paper Award for Orthopaedic Infection 2011. 2022 erhielten Viviane Ständert und Britt Wildemann für die Arbeit Antibiotic-loaded amphora-shaped pores on a titanium implant surface enhance osteointegration and prevent infections den Preis für klinisch-orthopädische Forschung der DGOOC. Von 2023 bis 2025 war Wildemann Sprecherin des Netzwerks muskuloskelettale Regeneration der DGOOC-Sektion Grundlagenforschung.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit Anita Ignatius, Frankie Leung, Lisa A. Taitsman, R. Malcolm Smith, Rodrigo Pesántez, Martin J. Stoddart, R. Geoff Richards, Jesse B. Jupiter: Non-union bone fractures. In: Nature Reviews Disease Primers, 7 (1), 2021 S. 57 () mit Klaus D. Jandt: Infections @ Trauma/Orthopedic Implants: Recent Advances on Materials, Methods, and Microbes—A Mini-Review. In: Materials, 14 (19), 2021, S. 5834 () mit Viviane Ständert, Kai Borcherding, Nicole Bormann, Gerhard Schmidmaier, Ingo Grunwald: Antibiotic-loaded amphora-shaped pores on a titanium implant surface enhance osteointegration and prevent infections. In: Bioactive Materials, 6 (8), 2021, S. 2331–2345 () mit Mirja Faßbender, Susann Minkwitz, Catrin Strobel, Gerhard Schmidmaier: Stimulation of bone healing by sustained bone morphogenetic protein 2 (BMP-2) delivery. In: International Journal of Molecular Sciences, 15 (5), 2014, S. 8539–8552 () mit A. Kadow-Romacker, N. P. Haas, Gerhard Schmidmaier: Quantification of various growth factors in different demineralized bone matrix preparations. In: Journal of Biomedical Materials Research Part A, 81A (2), 2007, S. 437–442 ()
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Berlin Kategorie:Absolvent der Freien Universität Berlin Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:Biologe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Frau