Dev (eigentlich Baldev Singh, auch Dev Singh; * 5. September 1947 in Ludhiana, Punjab, Indien; † 6. Dezember 2025 in Rubigen, Schweiz) war ein indischer Punjabi-Dichter und Maler. Für seinen Gedichtband Shabdant erhielt er 2001 den Sahitya Akademi Award, einen der bedeutendsten Literaturpreise Indiens. Seit 1979 lebte und arbeitete er in der Schweiz, wo er vor allem als bildender Künstler bekannt wurde, während er in Indien insbesondere als Punjabi-Dichter wahrgenommen wurde.Manuela Rohrbach: Vom kaleidoskopischen Wandel in den Bildern von Dev. In: Dev. Köln: Bank-Verlag Medien GmbH, 2010.

Leben Dev Singh wurde 1947 im indischen Punjab geboren.Biographie Dev Singh, Ausstellung One Painting Exhibition, Bern 2014. Seine Kindheit und Schulzeit verbrachte er von 1952 bis 1964 in Nairobi (Kenia). Nach seiner Rückkehr nach Indien studierte er von 1965 bis 1967 an der National School of Drama in Neu-Delhi. 1967 veröffentlichte er erstmals Gedichte in Punjabi.

1969 kehrte er nach Punjab zurück. 1970 zeigte er seine erste Ausstellung an der Punjab Agricultural University in Ludhiana. Von 1971 bis 1973 arbeitete er an einem großformatigen Wandgemälde für das Historische Museum von Punjab. 1975 erhielt er den ersten Preis für Malerei der Punjab Lalit Kala Akademie.

1979 übersiedelte Dev in die Schweiz. Nach Angaben des Kunsthistorikers Hans Christoph von Tavel ließ er sich in Bern nieder, weil ihn das Werk Paul Klees und dessen Verbindung zur Stadt anzog.Hans Christoph von Tavel: On the Pictures of the Painter and Poet Dev.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Dev eine künstlerische Tätigkeit zwischen Indien und Europa. Arbeitsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Barcelona, Rom und Buenos Aires.

Für sein literarisches Werk erhielt er mehrere Auszeichnungen. 1992 wurde er als bester im Ausland lebender Punjabi-Dichter geehrt. Im Jahr 2001 erhielt er für den Gedichtband Shabdant den Sahitya Akademi Award. 2008 folgte eine weitere Auszeichnung der Punjab Sahit Sabha in Neu-Delhi.

Dev lebte zuletzt in Rubigen bei Bern. Über seinen Tod am 6. Dezember 2025 berichtete die Times of India, die ihn als „poet-painter“ würdigte und auf sein Wandbild an der Punjab Agricultural University in Ludhiana verwies.Ludhiana’s poet-painter Dev dies in Switzerland, leaves mural verse on Punjab Agricultural University wall. In: Times of India. 9. Dezember 2025, abgerufen am 15. Juni 2026 (englisch).

Werk Literatur Dev veröffentlichte seit den späten 1960er Jahren Gedichte in Punjabi. Seine Werke erschienen in Indien und wurden teilweise in andere Sprachen übersetzt.

Die literarische Öffentlichkeit des Punjab nahm Dev vor allem als Dichter wahr. Für seinen Gedichtband Shabdant erhielt er 2001 den Sahitya Akademi Award.Sahitya Akademi Award, Preisträgerliste Punjabi, 2001. Nach Angaben von Manuela Rohrbach war Dev in Indien als Poet bekannter statt als bildender Künstler in Europa.

2000 erschien in Punjab ein Sammelband mit Beiträgen zu seiner Dichtung; 2005 wurde mit Erde ein Roman veröffentlicht, der sein Leben als Dichter und Maler literarisch verarbeitet.Dev. Köln: Bank-Verlag Medien GmbH, 2010.

Bildende Kunst Parallel zur Literatur entwickelte Dev ein umfangreiches bildnerisches Werk. Seine Malerei verbindet kalligrafische Zeichen, geometrische Formen und rhythmische Strukturen. Wiederkehrende Motive sind Kreise, Dreiecke, Rechtecke, Spiralen und schriftähnliche Zeichen.

Hans Christoph von Tavel charakterisierte Devs Bildsprache als „ritual calligraphy“. Die Werke bewegten sich zwischen Chaos und Ordnung und entfalteten ihre Bedeutung in der kontemplativen Betrachtung. Von Tavel stellte Bezüge zu Joan Miró, Julius Bissier, Mark Tobey und Paul Klee her, betonte jedoch die Eigenständigkeit von Devs Werk.

Doris Huggel beschrieb Devs Kunst als Synthese europäischer Malerei mit afrikanischen und indischen Einflüssen und interpretierte sie als kulturelle Brücke zwischen Ost und West.Doris Huggel: Dev: Bridge Between W/E.

Die Kunsthistorikerin Manuela Rohrbach verwies auf eine Entwicklung von frühen Zeichen- und Symbolbildern hin zu seriellen Rollstempel- und Farbfeldkompositionen. In den späten Werken treten horizontale Farbschichtungen und rhythmische Strukturen an die Stelle der früher dominierenden kalligrafischen Motive.

Zu den bekanntesten Arbeiten zählt das 1984 entstandene Großformat Alchemic Mutations Transformed into Rhythm for Gustav Mahler (600 × 167 cm), das auf Gustav Mahlers 1. Sinfonie Bezug nimmt. Das Werk wurde 1984 erstmals gezeigt und 2014 in Bern erneut präsentiert.Pressemitteilung DEV: One Painting Exhibition, Bern 2014.

Auszeichnungen 1975: Erster Preis für Malerei der Punjab Lalit Kala AkademieBiographie Dev Singh. 1983/84: Auszeichnung der Punjab Academy, Neu-Delhi 1992: Auszeichnung als bester im Ausland lebender Punjabi-Dichter 2001: Sahitya Akademi Award für Shabdant 2008: Auszeichnung der Punjab Sahit Sabha, Neu-Delhi

Gedichtbände 1970: Vidroh 1978: Doosre Kinare di Talash 1983: Matabi Miti 1992: Prashan Te Pravaz 1992: Chonvin Kavita 1999: Shabdant 1999: Hun Ton Pahlan 2007: Where Words End

Einzelausstellungen 1979: African Arts Heritage, Nairobi 1981: Galerie Marbach, Bern 1983: Galerie Prinzhorn, Wien 1984: Galerie Loeb, Bern 1988: Galerie Atrium, Basel 1988: Galerie Kley, Hamm 1988: Galerie Svetlana, München 1989: Art, Frankfurt 1989: Art, Kunstmesse Basel – 1989/1988/1987/1986/1985/1984/1983 1989: Galerie Johanna Ricard, Nürnberg – 1989/86/84 1990: Art Jonction, Galerie Expoart, Nizza 1990: Gallery Arass, New York 1991: Galerie Expoart, Barcelona 1992: Galerie H, Burgdorf/Bern – 1992/1989/1987/1985/1984 1992: Galerie Z, Baar – 1992/1995/1989 1993: Galerie Esther Hufschmid, Zürich – 1993/1990/1987/1985/1983 1994: Galerie Domberger, Filderstadt 1994: Galerie Hoffmann, Köln – 1994/1991/1989/1986/1985/1984/1983 1994: Kunstgesellschaft, Interlaken 1995: Galerie Angela Rodeja, Barcelona 1995: Swisslog Holding AG / Esther Hufschmid, Aarau 1996: Centre d‘Art Contemporani, Piramidon, Barcelona 1996: Crédit Suisse, Bern 1997: Galerie Ch. Schneeberger, St. Gallen 1999: ATAG, Bern 2000: Gallery MDA, Helsingborg 2000: United Project, Kreuzlingen 2002: Rathaus Galerie, Goldach SG 2003: Rubigen Forum, Rubigen, CH – 2003/2001/1998 2008: Musikschule der Stiftung Konservatorium Bern – 2008/2003 2010: Kultur-Arena Wittigkofen, Bern 2010: La Galerie Õ, Quai des Arts, Vevey 2013: Bernapark, Deisswil 2013: Gallery Steinberggasse 61, Winterthur, by Charles & Iris Brom 2021: Galerie Riss, Samedan – 2021/2010/1999/1994 2026: _artundweise kunst- und denkraum, Bern – 2026/2014

Literatur Hans Christoph von Tavel: On the Pictures of the Painter and Poet Dev. Doris Huggel: Dev: Bridge Between W/E. Fred Zaugg: Vorwort in: Dev. Bank-Verlag Medien GmbH, Köln 2010. ISBN 978-3-86556-259-3. Manuela Rohrbach: Vom kaleidoskopischen Wandel in den Bildern von Dev. In: Dev. Bank-Verlag Medien GmbH, Köln 2010. ISBN 978-3-86556-259-3. Poetic Strokes. Poems and Paintings. Navyug Publishers. ISBN 978-81-19838-52-3

Weblinks Website über Dev SIKART-Eintrag zu Baldev Singh

Einzelnachweise

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