Die 10. Etappe der Tour de France 2026 fand am 14. Juli 2026 statt. Sie führte die 113. Austragung des französische Etappenrennens auf einer anspruchsvollen Etappe durch das Zentralmassiv. Nach dem Start in Aurillac ging es in die Monts du Cantal, wo sieben Bergwertungen abgenommen wurden, ehe das Ziel nach 165,6 Kilometern in Le Lioran erreicht wurde. Der höchste Punkt der Etappe war der Pas de Peyrol mit einer Höhe von 1589 Metern. Nach der Zielankunft hatten die Fahrer insgesamt 1586,1 Kilometer absolviert, was 48,22 % der Gesamtdistanz entspricht.
Streckenführung Der neutralisierte Start erfolgte in Aurillac auf der Avenue Gambetta vor dem Conseil départemental du Cantal. Vorbei am Square Arsène Vermenouze ging es auf der Rue des Carmes, Avenue des Pupilles de la Nation und Avenue des Prades auf die N122. Nach 8,5 Kilometern wurde das Rennen auf der D617 kurz nach der Überquerung der Cère in der Gemeinde Roannes-Saint-Mary freigegeben.
Nach dem offiziellen Start führte die Strecke auf der D617 nach Marcolès, ehe es zum Zwischensprint ging, der nach 24,5 Kilometern in Lacapelle-del-Fraisse ausgefahren wurde. Danach ging es auf flachen Straßen über Carlat nach Jou-sous-Monjou, wo die Fahrer die Monts du Cantal erreichten. Den ersten Anstieg des Tages bildete die Côte de Pailheroles (1043 m), die für drei Kilometer im Schnitt mit 7,2 % anstieg. Auf der Kuppe wurde nach 67 Kilometern eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen. Auf einem Plateau ging es im Anschluss über Lacapelle-Barrès und Saint-Martin-sous-Vigouroux nach Brezons, wo die Straße erneut zu steigen begann. Nun folgten die Auffahrten des Col de la Griffoul (1336 m) und Col de Prat de Bouc (1392 m), wobei Letzterer nur eine kurze Gegensteigung darstellte. Der Col de la Griffoul wurde nach 96,3 Kilometern als Bergwertung der 2. Kategorie überquert und stieg für 5,9 Kilometer im Schnitt mit 6,7 % an. Nach einer kurzen Abfahrt erfolgte von La Sagnette die Auffahrt auf den Col de Prat de Bouc, der für 3,3 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 6,5 % aufwies. Auf der Kuppe wurde hier nach 102,8 Kilometern eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen. Nun folgte eine längere Abfahrt nach Murat, ehe es auf die Côte de Murat (1193 m) ging, die für 5,2 Kilometer mit 5,3 % anstieg. Diese galt als Bergwertung der 3. Kategorie und wurde nach 117,8 Kilometern überquert. Die anschließende Abfahrt führte die Fahrer nach Dienne, ehe die Straße erneut leicht zu steigen begann und über Lavigerie auf den Pas de Peyrol (1589 m) führte. Die Westauffahrt des Passes wies dabei auf einer Länge von 7,8 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 6 % auf. Sie wurde als Bergwertung der 1. Kategorie klassifiziert, die 29,9 Kilometer vor dem Ziel erreicht wurde. Danach ging es auf der D17 bergab nach Mandailles-Saint-Julien, wo die Auffahrt auf den Col du Pertus (1309 m) begann. Dieser Pass der 1. Kategorie stieg für 4,4 Kilometer mit 8,5 % an und wurde erst 14,5 Kilometer vor dem Ziel überquert. Die nachfolgende Abfahrt leitete die Fahrer nach Saint-Jacques-des-Blats.
Im Finale führte die Auffahrt nach Le Lioran über den Col de Font de Cère (1294 m), der großteils auf der breiten N122 verlief. Erst im oberen Teil bogen die Fahrer links auf die D67 und später auf eine kleine Nebenstraße ab, die zur Bergwertung der 3. Kategorie führte. Insgesamt stieg der Anstieg für 3,1 Kilometer im Schnitt mit 5,8 % an. 2,7 Kilometer vor dem Ziel erfolgte die Überquerung des Col de Font de Cère, ehe es auf einer schmalen Straße über vier Kehren zurück zur D67 ging. Diese wurde nun in die entgegengesetzte Richtung befahren, wobei die letzten 500 Metern mit 7,4 % anstiegen. +StreckenführungOrtKilometerLänge (km)Höhe (m)Ø Steigungmax. Steigungneutralisierter StartAurillac (Avenue Gambetta) −8,5offizieller StartRoannes-Saint-Mary (D617)0ZwischensprintLacapelle-del-Fraisse24,5Bergwertung (3. Kategorie)Côte de Pailheroles67310437,2 %unbekanntBergwertung (2. Kategorie)Col de la Griffoul96,35,913366,7 %unbekanntBergwertung (3. Kategorie)Col de Prat de Bouc102,83,313926,5 %unbekanntBergwertung (3. Kategorie)Côte de Murat117,85,211935,3 %unbekanntBergwertung (1. Kategorie)Pas de Peyrol134,77,815896,0 %unbekanntBergwertung (1. Kategorie)Col du Pertus151,14,413098,5 %unbekanntBergwertung (3. Kategorie)Col de Font de Cère162,93,112945,8 %unbekanntZielLe Lioran165,6
Rennverlauf Aufgrund eines technischen Problems innerhalb des Fahrerfeldes verschob sich der offizielle Start um einen Kilometer, ursprünglich betrug die Etappenlänge 166,6 Kilometer – die oben angegebene Streckenführung wurde dementsprechend angepasst.
Vor dem Zwischensprint unternahmen mehrere Fahrer Ausreißversuche, doch insbesondere das deutsche Team Lidl-Trek hatte ein großes Interesse daran, seinem Sprinter Mads Pedersen optimale Bedingungen sichern. So kam das Feld immer wieder zusammen. Den Zwischensprint gewann Pedersen vor Max Kanter (XDS Astana Team) und Biniam Girmay (NSN Cycling Team), während der Konkurrent Tim Merlier (Soudal Quick-Step) bereits abgehängt war und zusammen mit weiteren Fahrern das Schlusslicht der Etappe bildete. Unmittelbar danach nutzte Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) die Gunst der Stunde und attackierte aus dem Hauptfeld. Sein Teamkollege Ramses Debruyne folgte dem Angriff. Diese Initiative legte den Grundstein für eine Ausreißergruppe von etwa 14 Fahrern, die sich nach und nach in kleineren Angriffswellen zu einer größeren Fluchtgruppe von 31 Fahrern ausweitete:
Romain Grégoire, Clément Braz Afonso und Guillaume Martin (alle drei von Groupama-FDJ United) Simone Velasco, Harold Tejada und Sergio Higuita (alle drei von XDS Astana Team) Jefferson Cepeda, Javier Romo und Raúl García Pierna (alle drei von Movistar Team) Mathieu van der Poel und Ramses Debruyne (beide von Alpecin-Premier Tech) Benjamin Thomas und Ion Izagirre (beide von Cofidis) Jordan Jegat und Thibault Guernalec (beide von TotalEnergies) Ben O’Connor und Luke Plapp (beide von Team Jayco AlUla) Xabier Mikel Azparren und Fred Wright (beide von Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) Louis Vervaeke und Valentin Paret-Peintre (beide von Soudal Quick-Step) Kévin Vauquelin und Thymen Arensman (Netcompany Ineos Cycling Team) Alex Baudin und Ben Healy (beide von EF Education-EasyPost) Marco Haller und Marc Hirschi (beide von Tudor Pro Cycling Team) Joel Nicolau von Caja Rural-Seguros RGA Jonas Abrahamsen von Uno-X Mobility Georg Zimmermann von Lotto-Intermarché Marco Frigo von NSN Cycling Team
Das UAE Team Emirates-XRG übernahm nun die Kontrolle im Hauptfeld und ließ der 31-köpfigen Ausreißergruppe nie mehr als 1:30 Minuten Vorsprung. An der Spitze verschärfte sich indes das Tempo. Romo zog zunächst zusammen mit Tejada, Higuita und Healy an, dann attackierte er im Alleingang und versuchte sich als Solist. Seine Attacken führten dazu, dass sich die einst große Fluchtgruppe in mehrere Verfolgergruppen aufteilte. Etwa 75 Kilometer vor dem Ziel lag der Abstand zwischen Romo und dem Peloton bei maximal 1:30 Minuten. Mehrere Fahrer aus den Verfolgergruppen wurden vom Peloton wieder eingeholt. Bei der Überquerung des Côte de Murat (etwa 47 Kilometer vor dem Ziel) hatte Romo noch einen Vorsprung von etwa 30 Sekunden zum Peloton. 38 Kilometer vor dem Ziel wurde Romo wieder eingeholt. Unmittelbar darauf startete Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) den nächsten Angriff.
Da der Ecuadorianer in der Gesamtwertung keine Gefahr darstellte, verfolgte das UAE Team Emirates-XRG ihn nicht mehr mit aller Kraft. Das Tempo im Hauptfeld blieb relativ hoch, doch zu diesem Zeitpunkt bestand der Hauptfeld nur noch aus rund 30 Fahrern und entwickelte sich zu einer Favoritengruppe ums Gesamtklassement. Unter ihnen befanden sich Tadej Pogačar und Isaac Del Toro (beide von UAE Team Emirates-XRG), Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike), Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team), Juan Ayuso und Mattias Skjelmose Jensen (beide von Lidl-Trek), Lenny Martinez (Bahrain Victorious), Florian Lipowitz und Remco Evenepoel (beide Red Bull-Bora-hansgrohe) sowie Egan Bernal (Netcompany Ineos Cycling Team). Da viele Fahrer bereits den Anschluss an die Favoritengruppe verloren hatten, konnte Carapaz seinen Vorsprung am Fuße des Col de Puy Mary zunächst auf etwa 30 Sekunden ausbauen. Beim Anstieg zum Col de Pertus brach die Favoritengruppe auseinander. Sofort fielen einige Fahrer zurück, kurz darauf konnten weitere wichtige Helfer von Pogačar und Vingegaard nicht mehr mithalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte Carapaz einen Vorsprung von etwa einer Minute.
Carapaz hatte 900 Meter vor der Kuppe einen Vorsprung von etwa 45 Sekunden zur Favoritengruppe, dann entschied Pogačar aus der Favoritengruppe zu attackieren. Niemand konnte folgen. Pogačar fuhr direkt auf Carapaz zu und überholte ihn sogar noch vor der Bergwertung des Col du Pertus. Bei der Überquerung hatte Carapaz einen Rückstand von 5 Sekunden. Die Verfolgergruppe mit Vingegaard, Seixas, Skjelmose Jensen, Ayuso, Lipowitz, Evenepoel lag weitere 15 Sekunden dahinter. Isaac Del Toro verlor den Anschluss. In der Abfahrt und am folgenden Anstieg baute Pogačar als Solist seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Pogačar gelang nach seinen Erfolgen in Les Angles (3. Etappe) und Gavarnie-Gèdre (6. Etappe) nun sein dritter Etappensieg auf dieser Rundfahrt.
In der Verfolgergruppe hatte Evenepoel unterdessen kurzzeitig den Anschluss verloren. Dennoch gelang es dem Belgier, die Verfolgergruppe auf den letzten Kilometern einzuholen und sich dann auf der Zielgeraden von ihr abzusetzen. Vingegaard musste nach zahlreichen Versuchen aufgeben, den Rückstand auf Pogačar so gering wie möglich zu halten, und erreichte mit 44 Sekunden Rückstand auf Pogačar das Ziel.
Tadej Pogačar baute damit seinen Vorsprung auf Jonas Vingegaard auf 3:36 Minuten aus. Evenepoel, Seixas, Ayuso und Lipowitz profitierten von Del Toros Leistungseinbruch am Col de Pertus und schoben sich an Del Toro in der Gesamtwertung vorbei. Juan Ayuso eroberte das Weiße Trikot zurück, das er zuletzt auf der 2. Etappe getragen hatte. In den weiteren Wertungen gab es keine Veränderungen. Richard Carapaz wurde von der Renn-Jury als kämpferischster Fahrer der Etappe gekürt.
Ergebnis
Gesamtstände
Ausgeschiedene Fahrer Matteo Trentin (Tudor Pro Cycling Team): wegen Fieber nicht gestartet.
Einzelnachweise
Weblinks
10. Etappe der Tour de France 2026 in der Datenbank von FirstCycling.com Pressemappe und Endergebnis der 10. Etappe von tissottiming.com zur Verfügung gestellt (PDF; 4,8 MB)
Etappe 10 #202610 Kategorie:Sportveranstaltung im Département Cantal Kategorie:Sport (Aurillac) Kategorie:Laveissière