Schild und Schwert (auch Schild & Schwert) war ein rechtsextremes Rockmusikfestival, das der Neonazi Thorsten Heise zwischen 2018 und 2019 dreimal in Ostritz (Sachsen) organisierte. Erklärtes Ziel der Veranstaltung war es, Politik, Musik, Kampfsport und rechten Lifestyle miteinander zu verbinden.
Chronik
2018
Erstes Festival Am 20. und fand Schild und Schwert erstmalig statt, unter dem Titel „Reconquista Europa – Gegenkultur schaffen“. In Ostritz im Landkreis Görlitz kamen etwa 1300 Teilnehmende im Hotel Neißeblick zusammen, um Rechtsrockkonzerten und dem rechtsextremen Kampfsportevent Kampf der Nibelungen beizuwohnen. Der damalige Landesvorsitzende der NPD Thüringen Thorsten Heise hatte die Veranstaltung bereits am angemeldet.
Zweites Festival Noch im selben Jahr folgte die zweite Ausgabe von Schild und Schwert am 2. und , zu der sich 800 Besucher einfanden. Der erste der beiden Veranstaltungstage stand unter dem Motto „Europäischer Sport ist völkerverbindend“, während der zweite dem Thema „Europäische Kunst und Kultur fördern“ gewidmet war.
2019: Drittes Festival Am 21. bis fand Schild und Schwert schließlich zum bisher letzten Mal an seinem üblichen Austragungsort statt. Das Festival wurde von Thorsten Heise und Alexander Deptolla, dem Organisator von Kampf der Nibelungen, gemeinsam angemeldet, das Kampfsportevent musste jedoch aufgrund zu weniger Kämpfer entfallen; auch die geplante Tattoo-Convention konnte nicht stattfinden. Die Band Frontalkraft hatte im Vorfeld ihre Teilnahme bereits abgesagt. Darüber hinaus verhängte der Landkreis Görlitz ein Alkoholverbot für die Veranstaltung; eine Klage dagegen vor dem Verwaltungsgericht Dresden blieb erfolglos.
Letztendlich besuchten nur 700 Teilnehmende das Festival, das von Gegenprotesten sowie von 1400 Polizeikräften begleitet wurde, die während des Wochenendes insgesamt 32 Straftaten registrierte.
Folgejahre Die vierte Ausgabe von Schild und Schwert war ursprünglich für den 12. und geplant, wurde aufgrund der Auflagen im Rahmen der Corona-Pandemie erst auf den 25. und und anschließend auf das folgende Jahr verschoben. Die Veranstaltungsanmeldung zogen die Veranstalter zurück. Später wurde angekündigt, das Festival werde „wohl im Herbst 2022 stattfinden“. Eine vierte Auflage des Festivals hat es jedoch bisher nicht gegeben.
Organisation und Ideologie Organisator Thorsten Heise gab bei einer Pressekonferenz im Rahmen des ersten Festivals 2018 bekannt, dass das Veranstaltungskonzept „der Versuch [sei], die Bereiche Politik, Musik, Kampfsport und ‚rechten‘ Lifestyle miteinander zu verbinden“. Der sächsische Verfassungsschutz zitiert Heise mit der folgenden Aussage:
Die Veranstalter verwendeten verschiedene Codes und Symbole der rechtsextremen Szene. So wurde das Festival, dessen Name mit SS abgekürzt wird, 2018 auf Hitlers Geburtstag terminiert und 2019 am Jahrestag der Kriegserklärung an die Sowjetunion gefeiert. Rechtsextreme Ansichten wurden bei Schwert und Schild vielfach durch das Tragen propagandistischer Kleidungsstücke oder Tätowierungen zur Schau gestellt; bei der dritten Ausgabe im Jahr 2019 stellte die Polizei zehn Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen fest. Die Musikgruppen, die bei Schwert und Schild auftraten, stehen darüber hinaus vielfach dem rechtsextremen Netzwerk Blood and Honour und dessen bewaffnetem Arm Combat 18 nahe.
Vertretene Musikgruppen (Auswahl)
Die Lunikoff Verschwörung Kategorie C Nahkampf Sleipnir Oidoxie
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtsextreme Musik Kategorie:Rechtsextreme Netzwerke Kategorie:Erstveranstaltung 2018 Kategorie:Musikfestival in Sachsen Kategorie:Ostritz Kategorie:Veranstaltung im Landkreis Görlitz