mini|hochkant|St. Stephanus in Gatersleben. mini|hochkant|Innenansicht zum Altar. mini|hochkant|Innenansicht zur Orgel. mini|hochkant|Orgel. Die evangelische Kirche St. Stephanus ist eine im Kern mittelalterliche, im 16. und 19. Jahrhundert überarbeitete Saalkirche im Ortsteil Gatersleben der Gemeinde Seeland im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Gatersleben im Kirchenkreis Egeln der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. mini|links|hochkant|Pfarrhof in Gatersleben.

Geschichte und Architektur Die langgestreckte einschiffige Saalkirche mit eingezogenem, gerade geschlossenem Chor stammt im Kern vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert stark verändert; der Turm wurde in den Jahren 1887/88 neu erbaut. An der Südseite des Schiffes sind Quader mit Flechtbandornament und primitiver figürlicher Darstellung vermauert, die vermutlich ehemals zu einem romanischen Portal gehörten. An der Nordseite befindet sich ein Gruftanbau mit Wappen des Cuno Friedrich von Oppen aus dem Jahr 1667. Im Jahr 1874 wurde dieser für eine Herrschaftsloge aufgestockt.

Im Innern ist der Raum durch eine Holztonne des 18. Jahrhunderts abgeschlossen, die im Chor durch aufgelegte Rippen verziert ist. Die hufeisenförmige Empore zeigt Brüstungsgemälde mit Szenen aus dem Leben Jesu und mit den Bildnissen der Evangelisten vom Ende des 17. Jahrhunderts. Die Ausmalung stammt zumeist aus der Zeit der Restaurierung von 1874.

Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Kanzelaltar, der vermutlich von Valentin Kühn geschaffen wurde und mit 1710 datiert ist. Er zeigt einen geschnitzten Säulenaufbau mit den Figuren Moses und Aaron beiderseits der Kanzel; der wiederverwendete Korb der alten Renaissancekanzel ist mit Reliefs der Kindheitsgeschichte Jesu versehen und wird von zwei Skulpturen flankiert, die Luther und einen Engel darstellen; als oberster Abschluss dient eine Kreuzigungsgruppe.

Im Chor befindet sich ein reich verzierter, geschnitzter Beichtstuhl, der im Jahr 1700 von Kühn geschaffen wurde. Eine Wappenkartusche von Oppen aus der Zeit um 1600 ist an der Chorsüdwand angebracht. Außen auf der Südseite ist ein Epitaph für den Amtsrat Rabe (1781) befestigt. Die Orgel ist ein Werk von Adolf Reubke aus dem Jahr 1854 mit 27 Registern auf zwei Manualen und Pedal.Lutz Wille: Die Orgelbauwerkstatt Reubke in Hausneindorf am Harz und ihre Instrumente 1838–1884. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. (Auszug)

Pfarrhof Der Pfarrhof (Schulstraße 11) ist ein stattliches Wohnhaus in Bruchsteinmauerwerk mit Zierfachwerk aus dem 18. Jahrhundert. Im Hof befindet sich ein Taubenturm mit kreuzförmigem Holzaufsatz auf kräftigem rundem Bruchsteinpfeiler.

Literatur

Weblinks

Kirchenkreis Egeln (Hrsg.): Pfarrbereich Gatersleben

Einzelnachweise

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