mini|Varsha Adalja (2013) Varsha Mahendra Adalja (Gujarati: વર્ષા મહેન્દ્ર અડાલજા; * 10. April 1940 in Bombay, dem heutigen Mumbai) ist eine indische Schriftstellerin der Gujarati-Literatur, die als Romanautorin, Erzählerin, Dramatikerin und Essayistin hervorgetreten ist. Sie gehört zu den wichtigen zeitgenössischen Vertretern der Gujarati-Literatur und wurde für ihren Roman Ansar mit dem Sahitya Akademi Award ausgezeichnet.

Leben Adalja entstammt einer literarischen Familie; ihr Vater Gunvantrai Acharya war ein bekannter Gujarati-Schriftsteller, die Familie kam aus Jamnagar. Sie studierte Gujarati und Sanskrit an der University of Bombay und schloss anschließend ein Masterstudium der Soziologie ab. In den frühen 1960er-Jahren arbeitete sie bei Akashvani in Bombay, 1965 heiratete sie Mahendra Adalja, und ab 1966 widmete sie sich dem Schreiben als Beruf. In den 1970er-Jahren war sie Redakteurin der Frauenzeitschrift Sudha, später arbeitete sie auch für Gujarati Femina, und seit 1978 ist sie mit dem Gujarati Sahitya Parishad verbunden. Ihre Schwester Ila Arab Mehta wurde ebenfalls als Gujarati-Schriftstellerin bekannt.

Wirken Adaljas Werk umfasst mehr als vierzig Bücher, darunter Romane, Kurzgeschichten, Essays, Reiseberichte und dramatische Texte, und mehrere ihrer Arbeiten wurden für Bühne oder Fernsehen adaptiert. Ihre Literatur behandelt häufig Frauen in der zeitgenössischen indischen Gesellschaft sowie Menschen, die durch Krankheit, Gefängnis, Armut, Klasse, Kaste oder Geschlecht an den Rand sozialer Ordnungen gedrängt werden. Zu ihren frühen und wichtigen Prosawerken zählen Shravan Tara Saravada, Timirna Padchhaya, Mare Pan Ek Ghar Hoy, Retpankhi, Atash, Bandivan, Ansar und Crossroad. Atash behandelt den Vietnamkrieg, Bandivan die Wirklichkeit des Gefängnislebens, und Khari Padelo Tahuko erzählt von Kindern mit Behinderungen und psychischen Einschränkungen. Die Erzählung Bichari Champudiist ein Beispiel regionalsprachlicher Literatur, welche die Leserschaft für Menschen am Rand der Stadt sensibilisiert, die durch Klasse, Kaste und Geschlecht zur Seite geschoben werden. Ihr Roman Crossroad (2016) und verknüpft über drei Frauengenerationen hinweg indische Geschichte von den 1920er- bis in die 1970er-Jahre mit Veränderungen von Geschlechterrollen und Vorstellungen weiblicher Emanzipation. Die englische Übersetzung eines Auszugs aus Crossroad durch Jenny Bhatt erschien 2022 bei Words Without Borders. Die Produzenten der Fernsehserie Bandini zahlten Adalja 2011 nach einem zweijährigen Verfahren 7,5 Lakh Rupien, nachdem die Serie aus ihrem Roman Retpankhi Anregungen übernommen hatte. Neben dem Sahitya Akademi Award erhielt sie den Soviet Land Nehru Award, den Gujarati Sahitya Academy Award, den Gujarati Sahitya Parishad Award, den K. M. Munshi Award, den Nandshankar Mehta Chandrak, den Saroj Pathak Prize und den Ramnarayan Pathak Short Story Prize. Im Jahr 2005 wurde sie mit dem Ranjitram Suvarna Chandrak ausgezeichnet, der zu den bedeutenden Auszeichnungen für Beiträge zur Gujarati-Literatur und -Kultur zählt.

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