Carolin Kosuch (* 1981) ist eine deutsche Historikerin und Hochschullehrerin.Profil auf der Website der Universität Göttingen.
Werdegang und Tätigkeit Kosuch studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Osteuropäische Geschichte sowie Religionswissenschaft in Leipzig und Krakau. Als Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes arbeitete sie von 2010 bis 2013 am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur der Universität Leipzig. 2014 promovierte sie dort mit der Arbeit Missratene Söhne. Anarchismus und Sprachkritik .Rezension von Klaus Prätor auf H-Soz-Kult. Von 2014 bis 2018 war Kosuch Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI Rom, parallel dazu Lehrbeauftragte an der TU Braunschweig. Danach war sie bis 2023 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Rebekka Habermas an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Mai 2023 habilitierte Kosuch sich mit der Arbeit Die Abschaffung des Todes. Säkularistische Ewigkeiten vom 18. ins ins 21. Jahrhundert.Rezension von Udo Grashoff auf H-Soz-Kult. Seit dem Wintersemester 2023/24 vertritt sie den Lehrstuhl von Habermas, die im Dezember 2023 nach längerer Krankheit verstarb.
Kosuchs Forschungsschwerpunkt ist die europäische Kultur- und Geistesgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit besonderem Fokus auf Judentum, Säkularisierung, Anarchismus und Sterbekultur. Seit 2025 leitet sie mit Heléna Tóth und Johannes Gleixner ein internationales Forschungsnetzwerk zur Geschichte des europäischen Atheismus. Das von der DFG geförderte Netzwerk möchte erforschen, „wie der Atheismus zwischen den 1860er- und 1940er-Jahren nicht nur als intellektuelle Haltung, sondern auch als gelebte Erfahrung und organisierte soziale Bewegung in Europa entstanden ist.“Pressemitteilung der Universität Göttingen vom 15. Mai 2025. Ziel ist eine kommentierte Quellenedition in englischer Sprache, die online verfügbar sein soll.Reimar Paul: Gottlose Forschung. In: Die Tageszeitung, 18. August 2025.
Publikationen (Auswahl) Missratene Söhne. Anarchismus und Sprachkritik (= Schriften des Simon-Dubnow-Instituts 23). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-37037-7. Gustav Landauer. Die Überwindung des Staates durch Bünde der Freiwilligkeit. In: Peter Seyferth: Den Staat zerschlagen. Anarchistische Staatsverständnisse. Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 3-8329-7986-7, S. 177–189. Zwischen Gesetz und Technik. Die Feuerbestattungsfrage als Prisma italienisch-jüdischer Selbstverortung. In: Thomas Müller-Bahlke, Klaus Tanner u. a.: Technologien des Glaubens. Schubkräfte zwischen technologischen Entwicklungen und religiösen Diskursen (= Acta historicae Leopoldina 71), Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-8047-3796-9, S. 155–171. Deutsche Juden in der Novemberrevolution von 1918/19. Der Traum von der Zeitenwende. In: Medaon 12 (2018), S. 1–15. Frethinkers in Europe. national and transnational secularities, 1789–1920s (= Religion and Society 86). De Gruyter, Berlin und Boston 2020, ISBN 978-3-11-068716-3. Anarchism and the Avant-Garde. Radical arts and politics in perspective (= Avant-Garde critical studies 38). Brill, Boston und Leiden 2020, ISBN 978-90-04-41042-8. Die Abschaffung des Todes. Säkularistische Ewigkeiten vom 18. bis ins 21. Jahrhundert (= Campus Historische Studien 84). Campus Verlag, Frankfurt und New York 2024, ISBN 978-3-593-51846-6.
Weblinks Carolin Kosuch bei Researchgate
Einzelnachweise
Kategorie:Neuzeithistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen) Kategorie:Absolvent der Universität Leipzig Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau