mini|Eingang zum Friedhof von Eklutna
Eklutna (Denaʼina: Idlughet; russisch: Эклутна) ist ein indigenes Dorf innerhalb der Municipality of Anchorage im US-Bundesstaat Alaska. Der Stammesrat schätzt die Einwohnerzahl auf etwa 70 Personen; zahlreiche Stammesangehörige leben darüber hinaus in den umliegenden Gemeinden.
Geographie Eklutna liegt etwa 39 Kilometer nordöstlich von Anchorage nahe dem Schnittpunkt von Meile 142 der Alaska Railroad und Meile 26 des Glenn Highway. Der Ort befindet sich rund 3,2 Kilometer oberhalb der Mündung des Eklutna River am oberen Ende des Knik Arm, eines Seitenarms des Cook Inlet, bei den Koordinaten 61°27′30″ N, 149°21′44″ W.
Die Eklutna Lake Road führt zum Eklutna Lake, dem größten Gewässer des Chugach State Park, das vom gleichnamigen Gletscher gespeist wird. An seinen Ufern wurden mehrere Campingplätze eingerichtet. Zudem ermöglichen verschiedene Wanderwege den Zugang zum Eklutna Gletscher oder die Erkundung der Umgebung zur Beobachtung der heimischen Tierwelt.
Geschichte Das Dorf der Dena'ina, einer Gruppe der Athabasken, ist das letzte verbliebene von ursprünglich acht Dörfern in der Region, die vor dem Bau der Alaska Railroad bestanden. Mit dem Eisenbahnbau setzte ab etwa 1915 eine verstärkte Zuwanderung amerikanischer Siedler ein. Eklutna wurde vor mehr als 800 Jahren gegründet und gilt als der älteste dauerhaft bewohnte Ort im Raum Anchorage.
Der Dena’ina-Name Idlughet (IPA: [it͡ɬuʁətʰ]) bedeutet „bei den Objekten“ und bezieht sich auf zwei nahe gelegene Hügel. Der Name Eklutna leitet sich von Idluytnu, der Dena’ina-Bezeichnung des Eklutna River, ab und bedeutet „Fluss der Objekte“.
In den 1840er Jahren erreichten russisch-orthodoxe Missionare die Region. Die Verschmelzung orthodox-christlicher und indigener Traditionen führte zur Entstehung der farbenfrohen Geisterhäuser (Spirit Houses), die auf dem historischen Friedhof von Eklutna zu finden sind. Der seit etwa 1650 genutzte Friedhof ist heute Teil des Eklutna Village Historical Park und zählt zu den meistfotografierten Friedhöfen Alaskas.
Auf jedem Grab befindet sich ein Geisterhaus, das Gegenstände enthält, die dem Verstorbenen gehörten und ihm als Wegzehrung für das Jenseits dienen sollen. Die Gräber von Kindern sind durch kleinere Geisterhäuser gekennzeichnet, während ein großes Geisterhaus mit einem kleineren im Inneren auf das gemeinsame Grab einer Mutter und ihres Kindes hinweist. Ist das Geisterhaus von einer Palisade umgeben, handelt es sich bei dem Verstorbenen nicht um einen Dena'ina. Die oft farbenfrohen Holzbauten über den Gräbern spiegeln den kulturellen Synkretismus zwischen den traditionellen Glaubensvorstellungen der Dena'ina und der russisch-orthodoxen Religion wider.
1918 wurden nahe dem Dorf ein Ausweichgleis sowie ein Bahnhofsgebäude der Alaska Railroad errichtet. Vor dem Zweiten Weltkrieg betrieb die Bundesregierung in der Nähe des Ortes ein Internat für indigene Kinder. Mitte des 20. Jahrhunderts richtete die United States Army in der Umgebung eine militärische Anlage ein, die inzwischen aufgegeben wurde.
Im Jahr 2014 wurde ein 160 Acre (rund 65 Hektar) großes Gehöft, das 1924 erworben worden war, dem Native Village of Eklutna übertragen. Das Gebiet liegt im traditionellen Siedlungsraum der Dena'ina-Athabasken, deren Vorfahren dort seit Jahrtausenden leben. Der größte Teil des Landes blieb unberührt und steht unter Naturschutz, um den Lebensraum für Wildtiere dauerhaft zu sichern und vor einer baulichen Erschließung zu schützen.
Nahezu alle Einwohner des Dorfes Eklutna sind entweder Alaska Natives oder haben teilweise indigene Vorfahren; die meisten gehören dem vom Bund anerkannten Native Village of Eklutna an. Die meisten Stammesangehörigen pendeln zur Arbeit nach Anchorage, ins nahegelegene Eagle River oder ins Matanuska-Susitna Valley.
Demographie Eklutna erschien erstmals bei der Volkszählung der Vereinigten Staaten von 1930 als gemeindefreies Dorf (unincorporated village). Von den 158 Einwohnern wurden 61 als Indigene, 49 Kreolen (gemischt russischer und indigener Abstammung), 47 weiße und eine asiatische Person erfasst.
Der Ort wurde bei den Volkszählungen bis 1970 weiterhin gesondert ausgewiesen. Im Jahr 1975 wurde Eklutna nach Anchorage eingemeindet.
+ Einwohnerentwicklung von Eklutna vor der Eingemeindung Volkszählungsjahr Einwohner Veränderung 1930 158 — 1940 159 +0,6 % 1950 53 −66,7 % 1960 50 −5,7 % 1970 25 −50,0 %
Bildung Für die öffentliche Schulbildung ist der Anchorage School District zuständig.
Galerie
Literatur
James Kari, James Fall & Shem Pete: Shem Pete’s Alaska The Territory of the Upper Cook Inlet Dena’ina. 2. Auflage. University of Alaska Press, Fairbanks. 2003. ISBN 1-889963-57-7
Weblinks
Eklutna Native Culture Native Village of Eklutna
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Alaska Kategorie:Anchorage Kategorie:Ort in Nordamerika Kategorie:Friedhof in den Vereinigten Staaten