Verfälschungsverhalten (Faking) beschreibt in der psychologischen Diagnostik eine Antworttendenz, die darauf zielt, ein bestimmtes Bild der eigenen Person zu vermitteln, um so ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Antworttendenz kann durch Personenmerkmale und Situationsmerkmale aktiviert werden. Sie führt zu systematischen Veränderungen in den Ergebnissen psychodiagnostischer Verfahren, die nicht auf die zu messenden Merkmale (Konstrukte) zurückzuführen sind Verfälschungsverhalten birgt Risiken für die Psychologische Diagnostik, da es statistische Kennwerte und psychometrische Gütekriterien beeinflusst. Es wurden verschiedene Strategien im Umgang mit Verfälschungsverhalten postuliert, die sich unter anderem danach unterscheiden lassen, ob sie Verfälschung verhindern (proaktive Strategien) oder Verfälschung entdecken (und ggf. korrigieren) sollen (reaktive Strategien). Um Verfälschungsverhalten zu verhindern, wird unter anderem an Verfahren und Antwortformaten geforscht, die die Möglichkeit zur Verfälschung minimieren sollen. Um Verfälschungsverhalten zu entdecken, wurden unter anderem (verfahrensspezifische) Verfälschungsindizes entwickelt.

Literatur Jessica Röhner, A. Schütz: Phänomene der Antwortverzerrung in der Psychologischen Diagnostik. Hogrefe, 2025, https://doi.org/10.1024/85915-000 M. Ziegler, C. MacCann, R. D. Roberts: Faking: Knowns, unknowns, and points of contention. In M. Ziegler, C. MacCann, & R. D. Roberts (Eds.), New perspectives on faking in personality assessment (pp. 3–16). Oxford University Press, 2012.

Weblinks Faking: Begriffsdefinitionen im Dorsch (Lexikon der Psychologie)

Einzelnachweise

Kategorie:Psychologische Diagnostik