Die Attacke im Indischen Ozean war ein großangelegter japanischer Angriff auf alliierte bzw. britische Basen im Indischen Ozean während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg. Sie hatte den Decknamen Operation C und fand vom 1. bis zum 9. April 1942 statt.

Ausgangslage

Die Briten Nach dem Fall Singapurs, der Zerstörung der Force Z und der Zerschlagung der ABDA-Flotte in der Schlacht in der Javasee hatte die britische Militärführung auf Ceylon ein neues Hauptquartier unter Admiral Geoffrey Layton gebildet, zu dem die britische Eastern Fleet gehörte. Diese war im März auf dem Addu-Atoll in den Malediven aus Überbleibseln der ABDA-Flotte sowie anderen herangezogenen Einheiten unter dem Befehl von Admiral Sir James Somerville, zuvor Befehlshaber der Force H, neu formiert worden.

Die britischen Pläne basierten auf diesen Kriegsschiffen und Landstreitkräften, die nur sechs Infanteriebrigaden umfassten, sowie einer kleinen Anzahl weitgehend veralteter Kampfflugzeuge.

Japanische Planungen Die Briten fürchteten als logische Folge der Eroberung Burmas einen Versuch der Japaner, nach Ceylon vorzudringen, doch diesen fehlten sowohl die Truppen als auch die Transportmittel, die für ein Unternehmen dieser Art erforderlich gewesen wären. Eine Operation dieser Art hätte die britische Nutzung des Indischen Ozeans effektiv unterbrechen und somit die maritime Kommunikationslinie zwischen Australasien, dem Nahen Osten und Großbritannien stark einschränken, wenn nicht sogar unterbrechen können. Die japanische Führung entschloss sich am 5. März 1942, die britische Flotte in einer großangelegten Operation unter Einsatz ihrer schnellen Trägergruppe (Kidō Butai/1. Luftflotte) unter Nagumo Chūichi zu vernichten. Dazu mussten zuerst alle zugehörigen Schiffe zusammengezogen werden.

Am 12. März teilte der Stabschef der Kombinierten Flotte, Kapitän zur See Fukudome Shigeru, dem Stabschef der 1. Luftflotte, mit, dass die 5. Trägerdivision nach Abschluss der Operation gegen feindliche Einheiten an die Kidō Butai zurückgegeben werden sollte. Allerdings sollte der Flugzeugträger Kaga zur Reparatur auf das japanische Festland zurückgebracht werden. Als Antwort schickte der Stabschef der 1. Luftflotte ein Telegramm am 13. März an den Stabschef der Kombinierten Flotte, in dem er mitteilte, dass die Kidō Butai die Staring Bay vor der südöstlichen Halbinsel Celebes um den 21. März verlassen sollte, um Ceylon um den 1. April anzugreifen. Da es schwierig war vorherzusehen, wann die 5. Trägerdivision der Kidō Butai beitreten könnte, sollte die Kaga an der Ceylon-Operation teilnehmen, obwohl ihr gegenwärtiger Zustand Bedenken hinsichtlich ihrer Einsatzbereitschaft aufkommen ließ und ob ein Flugzeugträger in Bereitschaft gehalten werden musste.

Als keine feindlichen Bewegungen mehr gemeldet wurden, erteilte der Oberbefehlshaber der Kombinierten Flotte, Admiral Yamamoto Isoroku, am 15. März den Befehl, dass die 5. Trägerdivision zur Kidō Butai zurückkehren sollte. Noch am selben Tag um 14:00 Uhr meldete der Kommandeur der 5. Trägerdivision, Konteradmiral Hara Chūichi, dem Stabschef der 1. Luftflotte, dass die Division ihr Einsatzgebiet am 15. verlassen, am 16. zur Auffüllung der Ressourcen in Yokosuka eintreffen und am 17. März wieder verlassen werde. Die Ankunft in Staring Bay war für den 24. März vorgesehen.

Mit dem telegrafischen Befehls Nr. 145 hatte Vizeadmiral Kondō Nobutake am 17. März um 18:40 Uhr die folgenden Befehle der südlichen Einsatzgruppe erteilt:

Die 3. Trägeroperation der südlichen Einsatzgruppe wird als Operation C bezeichnet, Das geplante Angriffsdatum wird als Tag C bezeichnet, und Tag C wird für den 5. April angesetzt. Der obige Deckname wird gleichzeitig mit dem Abschluss des Angriffs aufgegeben.

Admiral Yamamoto genehmigte den Befehl. Admiral Kondō erteilte daraufhin den Befehl für einen zweigleisigen Vorstoß in den Indischen Ozean. Den Hauptschlag gegen Ceylon sollte die bewährte und bisher durchweg erfolgreiche Streitmacht unter dem Kommando von Vizeadmiral Nagumo Chūichi führen, bestehend aus fünf Flugzeugträgern mit rund 300 Flugzeugen an Bord, vier Schlachtschiffen, drei Kreuzern und acht Zerstörern. Vizeadmiral Ozawa Jisaburō sollte unterdessen mit einem leichten Träger, sechs Kreuzern und acht Zerstörern die britische Schifffahrt im Golf von Bengalen angreifen.

Die japanische Attacke Die japanische 2. Flotte unter Vizeadmiral Kondō Nobutake lief am 26. März aus der Basis Kendari auf Celebes mit Kurs auf den Indischen Ozean aus. Zu ihr gehörten die fünf Flugzeugträger Akagi, Hiryū, Sōryū, Shōkaku und Zuikaku, die Schlachtschiffe Hiei, Haruna, Kirishima und Kongō. Weitere Geleiteinheiten waren die Schweren Kreuzer Chikuma und Tone und der Leichte Kreuzer Abukuma sowie die Zerstörer Akigumo, Arare, Hamakaze, Isokaze, Kagerō, Kasumi, Shiranui, Tanikaze und Urakaze.

Die Flotte fuhr westlich von Timor weiter, um eine Position südlich von Java zu erreichen, wo sie am 1. und 2. April auftankten.

Eine weitere Flotte unter Vizeadmiral Ozawa Jisaburō mit dem langsameren Träger Ryūjō, den Schweren Kreuzern Chōkai, Kumano, Mikuma, Mogami und Suzuya, dem Leichten Kreuzer Yura und den Zerstörern Fubuki, Hatsuyuki, Murakumo und Shirayuki verließ die Gewässer südlich von Java mit Kurs auf Mergui (Burma). Dieser Verband hatte den Befehl zu einem Vorstoß in den Golf von Bengalen und sollte Handelsschiffe und Städte an der indischen Küste angreifen.

Weiterhin setzten sich am 27. März sechs japanische U-Boote von Penang aus in Marsch, um Positionen vor der indischen Westküste zu beziehen, um alle britischen Kriegsschiffe abzufangen, die versuchen könnten, sich nach Westen zurückzuziehen.

Am 1. April verließ der japanische Zerstörer Ayanami Penang und setzte Kurs auf Port Blair in der Gruppe der Andamanen, die er am 4. April mit dem 10.009 Tonnen schweren Tanker/Transporter Tatekawa Maru erreichte, der Vorräte und Verstärkung für die japanische Garnison der Inseln transportierte.

Somerville wurde am 29. März auf der Grundlage von Ultra-Geheimdiensterkenntnissen auf den Andamanen mitgeteilt, dass ein Angriff auf Ceylon bereits am 1. April zu erwarten sei, und seine Informationen über die Größe von Nagumos Streitkräften waren ziemlich genau. Daraufhin zog er seine Schiffe auf eine Position südlich von Ceylon zurück und teilte sie in zwei Gruppen ein. mini|Der britische Flugzeugträger Indomitable Die Gruppe 1 bestand aus den Flugzeugträgern Indomitable und Formidable, dem Schlachtschiff Warspite, den Kreuzern Cornwall, Dorsetshire, Enterprise und Emerald sowie den Zerstörern Foxhound, Hotspur, Napier, Nestor, Paladin und Panther.

Der Gruppe 2 gehörten die Schlachtschiffe Ramillies, Resolution, Revenge, und Royal Sovereign an; des Weiteren der Flugzeugträger Hermes, die Kreuzer Caledon, Dragon und Jacob van Heemskerck und die Zerstörer Arrow, Decoy, Fortune, Griffin, Isaac Sweers, Norman, Scout und Vampire.

Die beiden Gruppen kreuzten bis zum 2. April südlich von Ceylon, konnten aber die feindlichen japanischen Einheiten nicht ausmachen. Anschließend lief der Hauptteil der Flotte zum Auftanken zum Addu-Atoll, wo er am 4. April eintraf. Somerville beorderte danach die artilleristisch stärksten Kreuzer HMS Cornwall und HMS Dorsetshire zurück nach Colombo und die HMS Hermes und HMAS Vampire nach Trincomalee.

Ozawas Einheiten durchquerten in der Nacht vom 3. auf den 4. April den Ten Degree Channel, der die Andamanen- und Nikobareninseln trennt, und nahm am 4. April gegen Morgengrauen Kurs nach Nordwesten, in Richtung der nordöstlichen Küste Indiens.

Am 4. April gegen 16:00 Uhr sichtete das von Ceylon kommendes Catalina-PBY-Flugboot QL-A der 413 Squadron den von Süden anrückenden japanischen Hauptverband etwa 225 Kilometer südlich von Ceylon. Die Japaner starteten ihrerseits sechs Zero-Jäger vom Flugzeugträger Hiryu und schossen die Catalina ab. Die Besatzung der Catalina konnte jedoch die Nachricht aussenden, dass die japanische Streitmacht aus drei Schlachtschiffen und einem Flugzeugträger bestand die Kurs auf 305° Nordwest hielten. Nachdem das Flugzeug wegen Brandes auf dem Wasser gelandet war, näherte sich sofort die Isokaze und nahm die sechs Überlebenden der neunköpfigen Besatzung gefangen.

Die Meldung war aber bereits in Colombo eingegangen, so dass Somerville allen dort liegenden Einheiten befahl, sich umgehend mit der Gruppe 1 zu vereinen. Um 17:45 Uhr startete die Catalina FV-R, um die Beschattung der japanischen Schiffe zu übernehmen. Sie meldete um 22:37 Uhr einen Zerstörer, am nächsten Tag um 0:45 Uhr sechs Zerstörer und gegen 6:15 Uhr ein Schlachtschiff, einen Kreuzer und mindestens vier andere Schiffe rund 70 Kilometer von Dondra Head, der südlichsten Spitze von Ceylon entfernt. FV-R wurde um 7:46 Uhr von Zeros der Hiryu abgeschossen, von denen zwei durch das Gegenfeuer der Catalina beschädigt wurden. Es gab keine Überlebenden.

Kurz nach Mitternacht, am 5. April, lief die Gruppe 1 aus dem Hafen des Addu-Atolls aus. Die Gruppe 2 folgte am Morgen des folgenden Tages.

Angriffe auf Handelsschiffe Bei Tagesanbruch starteten von der Ryūjō etwa 420 Kilometer westlich der Andamanen drei Kawanishi H6K Wasserflugzeuge zur Fernaufklärung, aber sie sahen nichts. Nach einem Bericht eines Wasserflugzeugs, das von einem Kreuzer gestartet worden war, über einen Konvoi von etwa zehn Schiffen, startete die Ryūjō jedoch zwischen 11:33 Uhr und 12:10 Uhr zehn Nakajima Ki-27 Jagdflugzeuge in fünf Paaren und schickte sie auf Such- und Bombenmissionen nach Nordwesten. Die Flugzeuge waren mit 60-kg-Bomben bewaffnet, allerdings mit nur vier pro Maschine. Drei der fünf Paare fanden Ziele. Aus Aufzeichnungen der Alliierten geht hervor, welche Schiffe angegriffen wurden:

Harpasa, ein britisches Frachtschiff von 5.082 Tonnen auf dem Weg von Kalkutta nach Mombasa – sechs Tote, 33 Überlebende, Schiff gesunken. Dardanus, ein britisches Schiff von 7.823 Tonnen auf dem Weg von der Mündung des Hugli nach Colombo – keine Verluste, aber Maschinenschaden und abgeschleppt nach Madras. Point Clear, ein in den USA gebautes, griechisches Schiff mit 4.839 Tonnen auf dem Weg von Kalkutta nach Suez – ein Toter, aber kaum Schaden am Schiff.

Keines der angreifenden Flugzeuge wurde beschädigt.

Um 17:30 Uhr am 5. April formierte Vizeadmiral Ozawa seine Streitkräfte neu und bildete drei Gruppen: Nördliche Gruppe: Kumano, Suzuya und Shirakumo, unter Konteradmiral Kurita Takeo Mittlere Gruppe: Ryūjō, Chōkai, Yura, Yugiri und Asagiri, unter Ozawa an Bord der Chōkai Südliche Gruppe: Mikuma, Mogami und Amagiri, unter Mikumas Kapitän Sakiyama Shakao

Die drei Gruppen steuerten weit voneinander entfernte Punkte vor der indischen Küste an. Tatsächlich befanden sich die nördlichen und südlichen Gruppen am nächsten Morgen fast 650 Kilometer voneinander entfernt.

Nordgruppe Die Schiffe der nördlichen Gruppe versenkten sieben Schiffe in etwas mehr als drei Stunden.

Elsa, einen norwegischen Tanker von 5.381 Tonnen auf dem Weg von Madras nach Kalkutta – ein Toter und 28, teils verletzt Überlebende, Schiff gesunken. Malda, ein britisches 9.066-Tonnen-Schiff, auf dem Weg nach Colombo – 25 Tote, 154 Überlebende, Schiff gesunken. Autolycus, ein britisches 7.718-Tonnen-Schiff, auf dem Weg nach Madras. mindestens 11 Tote, 89 Überlebende, Schiff gesunken. Indora, ein britisches 6.622-Tonnen-Schiff, auf dem Weg nach Mauritius, zwei Tote, 81 Überlebende, Schiff gesunken. Exmoor, ein amerikanisches 4.988-Tonnen-Schiff, auf dem Weg nach Colombo, keine Toten, Schiff gesunken. Silksworth, ein britisches 4.921-Tonnen-Schiff, keine Toten, Schiff gesunken. Shinkuang, ein britisches 2.441-Tonnen-Schiff, drei Tote, Schiff gesunken.

Eines der japanischen Wasserflugzeuge wurde von einer Mohawk der 5th Squadron der Royal Air Force beschädigt, als es sich darauf vorbereitete in der Nähe des Kreuzers zu landen.

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