Der Sumba-Purpurmistelfresser (Dicaeum wilhelminae) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel ist endemisch auf den Kleinen Sundainseln auf der Insel Sumba.

Die Art wurde als Unterart (Ssp.) des Purpurmistelfressers (Dicaeum sanguinolentum) angesehen und als Dicaeum sanguinolentum wilhelminae bezeichnet. Im Jahre 2019 erfolgte die Abtrennung als eigenständige Art.

Das Verbreitungsgebiet umfasst ein sehr breites Spektrum baumbestandener Habitate auf allen Höhenlagen.

Der Artzusatz bezieht sich auf Wilhelmina Helena Pauline Maria von Oranien-Nassau.

Merkmale Der Vogel ist etwa 9 cm groß, ein kleiner, untersetzter Mistelfresser mit deutlichem Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen ist schwärzlich mit bläulichem Glanz an Kopf, Mantel, Flügeln, Bürzel und Schwanz. Das Kinn ist weiß, ein sehr großer roter Fleck ziert Kehle und Brust, die übrige Unterseite ist schmutzig-grau mit schwärzlichem Mittelstreif breitbasig am Brustfleck beginnend. Die Flanken sind dunkel schwärzlich-blau gegen die weißen Brustbüschel abgesetzt. Die Iris ist sehr dunkelbraun, der kurze, scharfe und leicht abwärts gebogene Schnabel ist schwarz, beim Jungvogel können sich Spuren von Orange an der Basis finden. Die kräftigen Beine sind schwarz.

Das Weibchen ist sehr viel schlichter gefiedert, ist an der Oberseite oliv-grau mit grauem Kopf, dunklere, fast schwarz wirkenden Schwingen, Bürzel und Oberschwanzdecken sind hellrot, der Schwanz ist schwärzlich. Die Unterseite in kaltem Weiß, die Flanken grauer gefiedert.

Jungvögel sind oliv-grauen bis grau am Kopf und der Oberseite mit schwärzlichen Flügeln. Bürzel und Oberschwanzdecken sind hellrot, der kurze Schwanz ist schwärzlich. Die Unterseite ist matt oliv-gelb.

Auf Sumba kommt nur noch ein anderer Mistelfresser vor, der weitverbreitete Dickschnabel-Mistelfresser (Pachyglossa agilis), von dem der Sumba-Purpurmistelfresser allein schon durch den großen Brustfleck bei beiden Geschlechtern leicht unterschieden werden kann.

Geografische Variation Die Art ist monotypisch.

Stimme Der Gesang wird als kurzes, hohes, etwa 1 Sekunde langes „tsoo-soo-see“ beschrieben, auch als Folge von 6–10 hohen ansteigenden Lauten „si’-sip-sip-sip…“ oder als Folge von 10–15 abfallenden Lauten „swip-swit-swit-swit…“. Rufe sind ein sanftes „tip“.

Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und standorttreu Die Nahrung besteht wohl auch aus Früchten, Nektar und Pollen, die einzeln oder paarweise gesucht werden, meist im Wipfelbereich.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur J. Büttikofer: Dicaeum wilhelminae. In: Notes from the Leyden Museum, Band 14, Nummer 3&4, S. 199, 1892, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke, C. Mann und G. M. Kirwan: Sumba Flowerpecker (Dicaeum wilhelminae), version 1.0. In: G. M. Kirwan, P. N. Maleko, B. K. Keeney und S. M. Billerman (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum wilhelminae J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

F. E. Rheindt und J. A. Eaton: The taxonomy of the Blood-breasted Flowerpecker Dicaeum sanguinolentum complex. In: BirdingASIA, Band 31, S. 36–39, 2019,

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier der Kleinen Sundainseln