Die Vigia da Queimada (wörtlich „Ausguck von Queimada“) ist ein ehemaliger Walfang-Beobachtungsposten an der Ponta da Queimada in der Gemeinde Lajes do Pico auf der Insel Pico, Azoren (Portugal). Der 1939 für die Jagd auf Pottwale errichtete Ausguck zählt zu den markantesten erhaltenen Bauwerken aus der Walfangzeit der Azoren. Seit 1991 dient er der Suche nach Walen auf dem Meer zur touristischen und wissenschaftlichen Walbeobachtung.

Geschichte Walfangzeit Ausgucke (vigias) waren ein zentrales Element des küstennahen Walfangs auf den Azoren. Es waren an erhöhten Punkten der Küste errichtete Beobachtungsposten, von denen aus erfahrene Späher den Horizont nach dem Blas der Pottwale absuchten. Anschließend alarmierten sie Walfanggesellschaften (armações baleeiras) und dirigierten Walfangboote auf See.

Die Vigia da Queimada wurde 1939 erbaut und von den Walfanggesellschaften von Lajes do Pico gemeinsam mit weiteren Ausgucken in der Umgebung zur Ortung von Pottwalen für den Fang genutzt. Sie blieb bis 1984 in Betrieb und war damit einer der letzten aktiven Walfang-Ausgucke des Archipels. Der azoreanische Walfang endete kurz darauf. Der letzte Pottwal wurde 1987 in Lajes do Pico erlegt, nachdem das Moratorium der Internationalen Walfangkommission für den kommerziellen Walfang bereits in Kraft getreten war.

Umnutzung 1991 kaufte und restaurierte ein örtliches Walbeobachtungsunternehmen das Bauwerk. Das 1989 gegründete Unternehmen gab dem Ausguck seine ursprüngliche Funktion zur Beobachtung des Meeres zurück, nun zu touristischen und wissenschaftlichen Zwecken. Die Wiederverwendung der alten Ausgucke gilt als das einzige Element der azoreanischen Walfangkultur, das direkt von der Jagd zur Walbeobachtung überging. Dabei stellten ehemalige Walfänger und Späher ihr Können in den Dienst der neuen Tätigkeit.

Beschreibung Der Ausguck steht auf einer Anhöhe an den Klippen der Ponta da Queimada, etwa einen Kilometer vom Ort Lajes do Pico entfernt, mit freiem Blick auf den Atlantik. Sein Beobachtungsfeld umfasst rund 50 Seemeilen von Ost nach West und mehr als 20 Seemeilen von Nord nach Süd, über einen Bogen von etwa 195 Grad.

Es ist der einzige Walfang-Ausguck der Azoren mit zwei Stockwerken. Der lokalen Überlieferung zufolge geht diese Besonderheit auf einen Nachbarschaftsstreit zurück. Der Eigentümer des angrenzenden Grundstücks soll Bäume und Mais gepflanzt haben, die die Sicht auf das Meer vom ursprünglichen Geschoss aus versperrten, was den Bau eines Obergeschosses erzwang.

Heutige Nutzung Die Vigia da Queimada ist während der Walbeobachtungsaison durchgehend in Betrieb. Professionelle Späher im Obergeschoss orten Wale und Delfine mit Ferngläsern und dirigieren die Beobachtungsboote per Funk, wobei sie die Annäherung so steuern, dass die Störung der Tiere möglichst gering bleibt. Das Untergeschoss steht Besuchern, Studierenden und Forschern offen, die sich für die Beobachtung der Meerestierwelt interessieren, in der Regel vom Frühjahr bis zum Herbst.

Der Ausguck ist Teil der Walfangkulturroute (Rota da Cultura Baleeira) der Gemeinde Lajes do Pico, neben weiteren Elementen des örtlichen Walfangerbes wie dem Walfängermuseum (Museu dos Baleeiros).

Weblinks Queimada Lookout Tower, Whale Culture Route, Gemeinde Lajes do Pico

Einzelnachweise

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