Der Tapajósameisenvogel (Pyriglena similis) ist eine Vogelart aus der Familie der Ameisenvögel (Thamnophilidae). Die Art kommt ausschließlich im südlichen Amazonasgebiet Brasiliens vor, mit einem eng begrenzten Areal zwischen dem Rio Tapajós und dem Rio Xingu.

mini|Verbreitungsgebiet (grün) in Brasilien Merkmale Der Tapajósameisenvogel erreicht eine Körperlänge von 16–18 cm. Das Männchen ist überwiegend glänzend schwarz gefärbt. Auf dem unteren Mantel ist ein kleines weißes Feld sichtbar. Die Iris ist leuchtend rot. Beim Weibchen ist der Kopf schwärzlich-braun getönt. Das übrige Gefieder ist überwiegend rotbraun. Jungvögel ähneln den adulten Tieren, haben jedoch einen deutlich kürzeren Schwanz.

Lebensraum Die Art bewohnt den dichten Unterwuchs von immergrünen Tiefland- und Vorgebirgswäldern. Sie bevorzugt Dickichte, Waldränder, Lichtungen sowie Baumsturzkanten in Primärwäldern, meidet jedoch offenen Unterwuchs.

Verhalten und Nahrung Der Tapajósameisenvogel ernährt sich überwiegend von Insekten, darunter Heuschrecken, Grillen, Käfer und Kakerlaken, sowie von Spinnen, Skorpionen, Hundertfüßern und kleinen Echsen. Häufig folgt er den Wanderameisen, um Beutetiere zu ergreifen, die vor den Ameisen fliehen. Dabei können sich mehrere Paare oder Familiengruppen an einer Ameisenstraße sammeln. Die Nahrungsauswahl und das Nahrungssuchverhalten ähneln stark dem des Feueraugen-Ameisenvogels (Pyriglena leuconota) und des Glutaugen-Ameisenvogels (P. maura).

Lautäußerungen Der Gesang des Männchens besteht aus einer mittellangen Serie gleichmäßig vorgetragener Pfiffe, die leicht im Ton ansteigen oder abfallen. Die Rufe umfassen kurze „chip“-Laute, abfallende Pfiffe und trillerartige Serien. Unterschiede im Gesang spielten eine wesentliche Rolle bei der taxonomischen Abtrennung von nahe verwandten Arten.

Fortpflanzung Spezifische Daten zur Brutbiologie liegen für den Tapajósameisenvogel nicht vor. Erkenntnisse stammen überwiegend vom Feueraugen-Ameisenvogel (P. leuconota). Das Nest ist kugelförmig aus Blättern gebaut und wird meist im Laubstreu angelegt, oft in dichter Vegetation. Beide Eltern beteiligen sich am Nestbau, an der Brut und an der Fütterung der Jungvögel. Das Gelege besteht in der Regel aus zwei Eiern.

Systematik Der Tapajósameisenvogel galt ursprünglich als Unterart des Feueraugen-Ameisenvogels (P. leuconota sensu lato). 2021 erkannte ihn das South American Classification Committee jedoch zusammen mit dem Glutaugen-Ameisenvogel (P. maura) als eigenständige Art an.2021 eBird Taxonomy Update Genetische Analysen und Unterschiede im Gesang belegen die Eigenständigkeit. Innerhalb dieser Gruppe ist der Tapajósameisenvogel die Schwesterart des Feueraugen-Ameisenvogels.

Verbreitung Die Art ist monotypisch und ausschließlich in einem schmalen Gebiet südlich des Amazonas verbreitet, das durch die Flüsse Tapajós und Xingu begrenzt wird.

Gefährdung Da die Art erst 2021 taxonomisch abgetrennt wurde, liegt noch keine gesonderte Bewertung der Gefährdungssituation vor. Aufgrund ihres relativ kleinen Areals gilt sie jedoch als anfälliger gegenüber Lebensraumverlust durch Abholzung als weiter verbreitete Arten. Sie scheint jedoch in der Lage zu sein, auch in älteren Sekundärwäldern zu überleben.

Literatur

K. Zimmer and M.L. Isler (2025). Tapajos Fire-eye (Pyriglena similis), version 1.1. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, E. de Juana, and B. K. Keeney, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ameisenvögel Kategorie:Endemischer Vogel Brasiliens