Monica Maurice OBE (* 30. Juni 1908 in Hucknall, England; † 20. September 1995 in Ashford-in-the-Water, England) war eine britische Industrielle und Geschäftsführerin. Sie war das erste weibliche Mitglied der Association of Mining Electrical Engineers und Geschäftsführerin der Wolf Safety Lamp Company.

Leben und Werk mini|Heeley - Wolf Safety Lamp Company. 2014

Maurice war die älteste von drei Töchtern des Bergbauingenieurs und Managers William Maurice, der 1912 das Unternehmen Wolf Safety Lamp Company gründete, nachdem er 1910 die Geschäftsrechte von Friemann & Wolf aus Sachsen für den britischen Vertrieb von in Deutschland hergestellten Grubenlampen erworben hatte. Ihr Vater verlegte das Unternehmen von Leeds nach Sheffield und begann kurz darauf mit der Entwicklung und Herstellung von Grubenlampen. Maurice besuchte die Bedales School und studierte Ende der 1920er-Jahre an der Universität Paris (Sorbonne) und an der Universität Hamburg, gefolgt von einer kaufmännischen Ausbildung. 1930 trat sie in die Firma The Works ein, wie das Familienunternehmen Wolf Safety fortan hieß, und arbeitete als persönliche Assistentin ihres Vaters. Obwohl sie keine Ingenieursausbildung hatte, entwickelte sie technisches Verständnis für die Arbeit des Unternehmens. Daraufhin wurde sie für ein etwa einjähriges Praktikum in das Werk von Friemann & Wolf geschickt und arbeitete dort im Konstruktionsbüro, im Labor, in den Werkstätten und in der Gießerei und besuchte außerdem andere Industriestandorte in Deutschland.

In den Vorkriegsjahren pflegte sie weiterhin Kontakte in der deutschen Industrie und engagierte sich aktiv für die Entwicklung eines internationalen Beleuchtungsstandards für Bergwerke. Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Arbeit, und da der Bergbau noch wichtiger wurde, wurde sie in die britischen Normenausschüsse für Grubenlampen und persönliche Schutzausrüstung berufen.

Nachdem sie nach dem Zweiten Weltkrieg für den britischen Geheimdienst gearbeitet hatte, baute sie das Unternehmen und seine Märkte in den Nachkriegsjahren wieder auf und diversifizierte das Geschäft über Jahrzehnte hinweg von Grubenlampen hin zu Industriebeleuchtung. 1947 nahm sie im Rang eines Oberstleutnants an einer britischen Aufklärungsmission in Deutschland teil, um das Ausmaß der Zerstörung und den anschließenden Wiederaufbau bestimmter Industriezweige zu ermitteln.

Maurice war von 1951 bis 1988 Geschäftsführerin und Vorsitzende der Wolf Safety Lamp Company und war in den Kohleabbaugebieten von Yorkshire als die Dame der Lampe bekannt.

Sie organisierte 1936 die vierzehnte Jahrestagung der Women’s Engineering Society an der Universität Sheffield. Zwei Jahre später wurde sie als erste und für 40 Jahre einzige Frau in die Association of Mining Electrical Engineers gewählt.

Persönliches Leben und Interessen Maurice hatte eine Leidenschaft für Autos und Flugzeuge und qualifizierte sich Anfang 1935 als Pilotin. Sie war die erste Frau in Sheffield, die das A-Zertifikat des Luftfahrtministeriums erhielt. Sie war Mitglied des York Aviation Flying Club in Sherburn bei Elmet in North Yorkshire. Ende der 1930er-Jahre nahm sie an Bergrennen mit einem der werksseitig aufgeladenen Brough-Kompressorwagen teil. Sie qualifizierte sich 1935 als Rennfahrerin und nominierte anschließend ihre Freundin Amy Johnson zur Präsidentin der Ingenieurinnenvereinigung.

Sie heiratete 1938 den kanadischen Arzt Arthur Jackson und bekam drei Kinder. Ihr ungewöhnliches rotes Brautkleid ist im Victoria and Albert Museum ausgestellt.

Maurice starb 1995 im Alter von 87 Jahren.

Ehrungen (Auswahl) 1975 wurde ihr von Königin Elizabeth im Buckingham Palace der OBE für ihren herausragenden Beitrag und ihr Engagement für die Sicherheit im Bergbau verliehen. Im Mai 2025 wurde ihr zu Ehren an der Wand des Wolf Safety Lamp-Gebäudes eine blaue Gedenktafel enthüllt.

Literatur Monica Maurice: Mine Lighting Engineer. The Woman Engineer. IV, 1935, S. 66–67.

Weblinks Youtube Video: Original Miner's Flame Safety Lamp Footage from Wolf Safety (englisch) Website der The Wolf Safety Lamp Company (englisch)

Einzelnachweise

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