Das KZ-Außenlager Aue war ein kleines Außenlager des KZ Flossenbürg in Aue und bestand vom 24. November 1944 bis Ende April 1945. 20 inhaftierte ungarische Juden mussten als Zwangsarbeiter ein stillgelegtes Heim der Hitlerjugend zur SS-Junkerschule ausbauen.
Geschichte des Lagers Am 9. November 1944 kamen im KZ Flossenbürg etwa 5.000 ungarische Juden an, die im serbischen Lager Bor in Zwangsarbeit in Kupferminen gearbeitet hatten. Die meisten von ihnen wurden nach der Auflösung des Lagers im September 1944 bei einem Todesmarsch erschossen, die Überlebenden wurden per Schiff oder zu Fuß in deutsche Konzentrationslager gebracht, darunter Flossenbürg. Von dort aus wurden die meisten in Flossenbürg-Außenlager oder in die KZs Buchenwald oder Mittelbau-Dora deportiert. alternativtext=Amtsgericht Aue-Bad Schlema, Haus A (rechts) und Haus B (links)|mini|230x230px|Amtsgericht Aue-Bad Schlema, Haus A (rechts) und Haus B (links), das ehemalige Gefängnis Am 24. November 1944 wurden 20 Handwerker aus diesem Transport ausgewählt, um Bauarbeiten im Reichsausbildungslager Elbe IV auf dem Heidelsberg in Aue durchzuführen. Laut einem Schreiben der Kyffhäuser-Einsatzgruppe der Organisation Todt (OT) wurden die Inhaftierten, darunter ein Klempner, ein Elektriker, ein Dachdecker, ein Zimmermann und zwei Maurer beauftragt, ein stillgelegtes Haus der Hitlerjugend in eine SS-Junkerschule umzubauen. Die Inhaftierten wurden per Bahn nach Aue transportiert und in den Zellen des Gefängnisses von Aue untergebracht, dem heutigen Haus B des Amtsgerichts, dessen Türen nicht abgeschlossen waren.
Neben dem Kasernenbau mussten sie Holz hacken und Gräben ausheben, wobei sie von italienischen Militärinternierten (IMIs) unterstützt wurden. Laut Zeugenaussagen wurden die Inhaftierten von Hitlerjungen mit Schlägen misshandelt, hatten jedoch im Vergleich zu anderen Lagern erträgliche Arbeitsbedingungen. Es gab keine dokumentierten Todesfälle. Im Dezember 1944 waren täglich zwischen 17 und 20 Inhaftierte beschäftigt, darunter 16 Handwerker. Die Berichte vom 28. Februar und 31. März 1945 verzeichnen die Anwesenheit von 20 ungarischen Juden.
Die Inhaftierten wurden vom Lagerführer, SS-Sturmbannführer Kraus und drei weiteren SS-Angehörigen bewacht.
Nach mehreren Zeugenaussagen wurde das Lager Ende April 1945 geräumt und die Inhaftierten mit Lastwagen in Richtung Karlsbad gebracht, wo sie sich einem Todesmarsch des KZ Mauthausen in das Ghetto Theresienstadt anschließen mussten, wo sie am 5. Mai 1945 befreit wurden.
In den Jahren 1964–1991 war das ehemalige Gefängnis Schulhort der benachbarten Schulen und wurde anschließend zur Aufnahme weiterer Büroräume und eines Sitzungssaals umgebaut. Es gibt keine Gedenkobjekte, die an das Lager erinnern.
Einzelnachweise
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