mini|Heinrich Hahn Heinrich Hahn auch: Henricus Hahnius, Hahnen, Hahne, Hanius; (* 28. August 1605 in Hildesheim; † 24. Februar 1668 in Helmstedt) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Professor.
Leben Heinrich Hahn stammte aus einer Familie Hildesheimer Ratsherren, sein gleichnamiger Vater und Großvater waren Ratsverwandte. Auch der Großvater seiner Mutter Elisbetha Busse, Heinrich Busse, war Ratsherr. Nach Schulbesuch in Goslar und Studium der Geschichte, Philosophie, Beredsamkeit und Rechtswissenschaft an der Universität Helmstedt, und danach kriegsbedingt an der Universität Rostock, erlangte Hahn den Magistergrad 1631 in Helmstedt. Ebendort wurde er 1639 Doktor (De iure rerum et iuris in re speciebus; System der Sachrechte unter Einschluss des Erbrechts) und ab 1641 Professor der Rechte. Zudem wurde er als Assessor an das Hofgericht in Wolfenbüttel berufen.
Hahn blieb bis zu seinem Tod Mitglied des Spruchkollegiums der Helmstedter Juristenfakultät und wirkte als Betreuer von JurastudentenDissertation von Melchior Juncker unter Hahns Anleitung (Digitalisat books.google.de). und als bedeutender Rechtswissenschaftler. Basierend auf Lehren seines Kollegen Hermann Conring beschäftigte Hahn sich mit der Geltung des römischen Rechts im Verhältnis zum Naturrecht, Landesrecht (welfische Fürstentümer) und Recht durch kaiserliche Anordnungen. Er veröffentlichte zahlreiche Werke.
Familie Hahn war mit Anna Maria Pfeiffer († 1657) verheiratet. Aus der Ehe entsprang die Tochter Anna Sophia (1634–1698), die seinen Schüler Johann Eichel von Rautenkron (1621–1688) heiratete. Dieser Schwiegersohn, und später wiederum dessen Schwiegersohn, Johann Gotthard Böckel, sorgten für Neuauflagen seiner Kommentare zu Digesten als Grundlage der Darstellung des geltenden Landesrechts, welche noch 100 Jahre nach Hahns Ableben großes Ansehen genossen. Bestattet wurde Hahn in der sogenannten von Eichel-Böckelschen Grabkapelle auf dem Kirchhof der Stephanikirche, die sein Schwiegersohn für ihn errichten ließ.
Werke (Auswahl) De iure rerum et iuris in re speciebus (Dissertation, Helmstedt 1639) Hahn, Heinrich: In sacrosancto Iesu legati optimi maxime nomine. De legationibus, sive legatorum auctoritate, privilegiis, dissertatio iuridica. Mullerus, Helmstedt 1654 (digitale-sammlungen.de). Hahn, Heinrich: Disputationum Ad Codicem Quinta, De Iure Sacro Quo Ad Res. Mullerus, Helmstedt 1662 (digitale-sammlungen.de) Hahn, Heinrich: Dn. Henrici Hahnii ICti ... Observata Theoretico-Practica. Wesenbeck, Köln 1675 (Digitalisat)
Literatur H. D. Lange: Hahn, Heinrich. In: Braunschweigisches Biographisches Lexikon, Bd. II (S. 291–292)
Weblinks Porträt 1668, Kupferstich von Henning Müller (Abgerufen am 9. Juni 2026) Leichenpredigt mit Lebenslauf, Digitalisat (Abgerufen am 9. Juni 2026)
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtswissenschaftler (17. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Helmstedt) Kategorie:Geboren 1605 Kategorie:Gestorben 1668 Kategorie:Mann Kategorie:Absolvent der Universität Helmstedt