Der Schwarzwangen-Mistelfresser (Dicaeum celebicum) ist eine Vogelart aus der Familie der Mistelfresser (Dicaeidae).

Der Vogel ist endemisch in Indonesien auf Sulawesi, Manadotua, Bangka, Lembeh, Togianinseln, Muna und Butung.

Das Verbreitungsgebiet umfasst Primärwald, hohen Sekundärwald, Waldränder, Plantagen, Ackerland, Gärten von Meeresspiegelhöhe bis 1200 m. ü. M.

Der Artzusatz bezieht sich auf die historische Bezeichnung Celebes für Sulawesi.

Merkmale Der Vogel ist etwa 9 cm groß und wiegt etwa 6 g. Das Männchen ist an Kopfkappe und Oberseite schwarz, matt purpur glänzend, das Gesicht ist rußfarben. Die Kehle ist weiß mit breitem scharlachrotem Fleck an Kehle und Brust, die Unterseite ist cremefarben weiß mit schwarzem Mittelstreif, die Flanken sind rußig olivfarben, die Unterschwanzdecken weißlich. Die Iris ist dunkel, der Schnabel dunkelbraun, die Beine schwärzlich.

Das Weibchen ist graubraun an der Oberseite, weißlich-grau an Brust und Kehle, mit olivgrauen Flanken, Bauchmitte und Steiß sind weiß. Jungvögel sind weibchenartig, aber unten dunkler, an der oberen Brust grünlich, an der Kehle dunkler und grauer. Der Schnabel ist heller.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: D. c. talautense & , 1895A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth: Dicaeum talautense. In: Abhandlungen und Berichte des Königlichen Zoologischen und Anthropologisch-Ethnographischen Museums zu Dresden, Band 5, Nummer 9, S. 5, 1895, Biodiversity Library – Endemisch auf den Talaudinseln, Männchen heller, weniger glänzend, aber mit mehr Blau als die Nominatform, Bauch und Flanken gleichmäßig gräulich-schwarz, Weibchen dunkler an der Unterseite D. c. sanghirense , 1876T. Salvadori: Dicaeum sanghirense. In: Annali del Museo Civico di Storia Naturale di Genova, Band 9, S. 53, 1876, Biodiversity Library – Endemisch auf den Sangihe-Inseln und auf Siau, Männchen mit dunklem tintenblauem Glanz an der Oberseite, Bauch mehr gräulich-weiß, weniger olivfarbene Flanken D. c. celebicum , 1843, Nominatform D. c. sulaense , 1884R. B. Sharpe: Dicaeum Sulaense. In: Proceedings of the Zoological Society of London 1883, Teil 4, S. 579, 1884, Biodiversity Library – Endemisch auf den Sula-Inseln und den Banggai-Inseln, Männchen ist heller, mehr purpurblau an der Oberseite, Flanken dunkel olivgrau, Mittelstreif gräulich, nicht schwarz D. c. kuehni , 1903E. J. O. Hartert: Dicaeum kühni. In: Novitates Zoologicae, Band 10, S. 28, 1903, Biodiversity Library – auf Wakatobi, Männchen mehr bläulich-purpurfarben an der Oberseite, Bauch blasser gräulich-weiß, Flanken, heller, gräulicher überhaucht, wird von einigen Autoren als eigenständige Art angesehen.

Stimme Der Gesang wird als wiederholtes, leises, ansteigendes „seeei“, als kurzes, wiederholtes „tjjt“, als kurzes, trockenes, gedämpftes „trri-tri“ oder als schrilles „tsip“ beschrieben, Rufe sind ein scharfes „chip, chip, chip…“.

Lebensweise Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, Nektar und Pollen von Riemenblumengewächsen (Loranthaceae), wilden Kirschen, auch aus Spinnentieren und Insekten, meist wird an den äußeren Rändern der Baumkronen gesucht, einzeln und paarweise.

Das Nest ist eine birnenförmige Tasche aus dünnem Gras mit schlitzförmigem Eingang seitlich nahe der Spitze an einem äußeren Ast hängend in 1–2 m Höhe über dem Boden. Das Gelege besteht aus 3 weißen Eiern.

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur S. Müller: Dicaeum celebicum. In: Verhandelingen over de natuurlijke geschiedenis der Nederlandsche overzeesche bezittingen, Zoologie, Band 1 Land-Volk, S. 162, 1843, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Dicaeum celebicum auf Briefmarken ok

Einzelnachweise S. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, S. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF R. A. Cheke und C. Mann: Whiskered Flowerpecker (Dicaeum celebicum), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Dicaeum celebicum J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Dippers, leafbirds, flowerpeckers, sunbirds J. F. Clements, S. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026

S. B. A. Kelly, D. J. Kelly, N. Cooper, A. Bahrun, K. Analuddin und N. M. Marples: Molecular and Phenotypic Data Support the Recognition of the Wakatobi Flowerpecker (Dicaeum kuehni) from the Unique and Understudied Sulawesi Region. In: PLoS ONE, Band 9, Heft 6, e98694, 2014, doi:10.1371/journal.pone.0098694

Kategorie:Mistelfresser Kategorie:Endemisches Tier Indonesiens