Karl Yngve Björn Ekblom (* 4. Februar 1938 in Helsinki; † 25. März 2013 in Mariehamn) war ein finnischer Diplomat und finnlandschwedischer Autor. Er diente als Ständiger Vertreter seines Heimatlandes in Genf.
Leben Karl Yngve Björn Ekblom wurde am 4. Februar 1938 in der zweisprachigen Stadt Helsinki (schwedisch Helsingfors) geboren. Ekbloms Eltern waren der Åländer Sune Adolf Yngve Ekblom (1913–1941) und Ilse Ekblom (geb. Anderssén) aus Ostbottnien. Beide hatten Violine am Konservatorium in Helsinki (heute Sibelius-Akademie) studiert.
Bereits zwei Wochen nachdem sich sein Vater im Fortsetzungskrieg als Freiwilliger einer finnlandschwedischen Kompanie angeschlossen hatte, fiel er südlich von Wiborg. Ekblom war zu der Zeit drei Jahre alt. Die Mutter versorgte die Familie daraufhin allein und mit dem Spielen von Unterhaltungsmusik in einem Helsinkier Restaurant.
So wie viele andere Kinder aus Finnland wurde Ekblom 1944 als „Kriegskind“ (krigsbarn) nach Schweden geschickt. Seine Pflegefamilie lebte in Smedslätten bei Stockholm. 1945 kehrte Ekblom zurück, aber zog mit seiner Mutter nach Mariehamn in Åland. Dort besuchte er vier Jahre lang die Schule.
Nachdem die Mutter den Violinisten Kurt Helander (1924–1983) geheiratet hatte und die Familie aufgrund der Anstellung des Stiefvaters 1950 an Åbos stadsorkester nach Åbo (Turku) umgezogen war, ging Ekblom auf das schwedischsprachige humanistische Gymnasium Åbo svenska klassiska lyceum (heute Katedralskolan) der Stadt und machte dort 1956 sein Abitur.
Ekblom studierte an der schwedischsprachigen Åbo Akademi Politikwissenschaft (statsvetenskap) und schloss sein Studium mit einem Magister (politices magister (pol. mag.)) 1964 ab. Seine 1963 eingereichte Abschlussarbeit behandelt die als Notenkrise bekannt gewordene Periode in den finnisch-sowjetischen Beziehungen.
Ekblom war mit der Finnland-Tatarin Gölsöm Ekblom (* 1940) verheiratet und von 1965 bis 2000 als Diplomat für sein Heimatland Finnland tätig. Er starb am 25. März 2013 in Åland, wo er seinen Ruhestand verbracht hatte.
Diplomat 1965 trat Ekblom in den auswärtigen Dienst Finnlands ein und diente in den Ständigen Vertretungen in Genf und New York.
Im Jahr 1991 wurde Ekblom zum ersten Botschafter Finnlands in Südafrika ernannt. Ekblom war auch Verhandlungsführers Finnlands in der Uruguay-Runde. Im Amt des Botschafters in Südafrika blieb er bis zum Jahr 1995. In dem Jahr wurde der Finne zu dem Ständigen Vertreter seines Heimatlandes bei den Vereinten Nationen in Genf ernannt. Ekblom war auch der Ständige Vertreter Finnlands bei der Welthandelsorganisation (WTO). In diesem Zusammenhang wurde er im Jahr 1997 für ein Jahr zum Vorsitzenden des Ausschusses für Handel und Umwelt gewählt.
In Genf blieb er bis zum Jahr 1998. Sein Nachfolger in Genf wurde Pekka Huhtaniemi. Im Jahr 1998 wurde er Botschafter seines Heimatlandes Finnland in der Türkei. Dies blieb er bis zum Jahr 2000 und trat aufgrund schwächer werdender Gesundheit in den Ruhestand.
Maler und Autor Als Kind litt Ekblom lange unter schwerer Lungenentzündung. Nach eigener Aussage war es in den regelmäßigen Perioden, während derer er ans Bett gebunden war, als er mit dem Malen und Zeichnen begann. Seine ersten Motive waren Comics, Karikaturen und Portraits. Da beide Eltern Musiker waren, begann er bekannte Musiker und Komponisten abzubilden. Sein Porträt von Jean Sibelius (1965) befindet sich in der Kunstsammlung der „Stiftung für die Åbo-Akademie“ (Stiftelsen för Åbo Akademi)Katalogeintrag in der Datenbank finna.fi, Abruf 11. Juni 2026 und Bilder von ihm wurden in Ausstellungen gezeigt.
Nach seinem Ruhestand als Diplomat beschäftigte er sich als Lokalhistoriker und Sachbuchautor. 1992 veröffentlichte Ekblom das Buch Galjonsfiguren („Die Galionsfigur“) über die verschwundene Galionsfigur der Viermastbark Lawhill von Gustaf Erikson. Seine Memoiren erschienen 2004 unter dem Titel Illusioner & realiteter. Diplomatminnen – från Helsingfors via Genève till Åland („Illusionen und Realitäten. Diplomatenerinnerungen – von Helsinki über Genf nach Åland“) bei Söderströms.
Veröffentlichungen
Auszeichnungen 1990 Orden des Löwen von Finnland (Komtur)Suche nach „Ekblom, Karl Yngve Björn“ in der Datenbank Annetut kunniamerkit 1980–2024, Finlands Vita Ros orden och Finlands Lejons orden, Abruf 11. Juni 2026;
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Finnischer Botschafter Kategorie:Botschafter in Südafrika Kategorie:Botschafter in der Türkei Kategorie:Vorsitzender (Ausschuss für Handel und Umwelt) Kategorie:Teilnehmer der Uruguay-Runde Kategorie:Ständiger Vertreter Finnlands bei der Welthandelsorganisation Kategorie:Ständiger Vertreter Finnlands bei den Vereinten Nationen in Genf Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Literatur (Schwedisch) Kategorie:Literatur (Finnland) Kategorie:Absolvent der Åbo Akademi Kategorie:Träger des Ordens des Löwen von Finnland Kategorie:Finne Kategorie:Finnlandschwede Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann