mini|Lithografie von Emerich von Bakony, 1832 Freiherr Emerich von Bakony, auch Emmerich von Bakonyi (* 17. Juli 1768 in Levenz in Oberungarn; † 24. Januar 1845 in Komorn), war ein österreichischer Feldmarschallleutnant und Inhaber des Infanterieregiments Nr. 33.

Leben Herkunft und frühe militärische Laufbahn Emerich von Bakony entstammte einem altadeligen ungarischen Geschlecht, das seinen Stammsitz in der Region des Bakony-Gebirges hatte. Die Familie gehörte zum niederen Adel Oberungarns und stellte über Generationen hinweg Offiziere für die habsburgische Armee.

Sein ungarischer Name lautete Imre Bakony von Ikva.

In Eisenstadt wurde er dem Feldzeugmeister Fürst Nikolaus I. Joseph Esterházy de Galantha vorgestellt, der damals Inhaber des Linien-Infanterie-Regiments Nr. 33 war. Eszterhazy nahm Bakony als Kadetten in sein Regiment auf, wo er am 14. November 1785 assentiert wurde. Das Regiment lag zu dieser Zeit in Ofen in Garnison.

Bereits zwei Jahre nach seinem Eintritt, am 11. September 1787, erfolgte seine Beförderung zum Fähnrich, dem untersten Offiziersrang.

Die Türkenkriege 1788–1789 Die ersten Bewährungsproben im Kampf erlebte Fähnrich von Bakony im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg von 1787 bis 1792, den Kaiser Joseph II. zur Unterstützung Russlands gegen das Osmanische Reich führte. Im Jahre 1788 nahm Bakony an den Kämpfen bei Sabacz teil, einer osmanischen Festung an der Save. Die österreichischen Truppen unter Feldmarschall Gideon Ernst von Laudon eroberten die Stadt nach heftigen Kämpfen.

Noch bedeutsamer für seine weitere Karriere war sein Verhalten während des schwierigen Rückzugs von Karansebes nach Lugos. Dieser Rückzug war Teil einer Operation des Jahres 1788, als die österreichische Armee unter chaotischen Umständen zurückweichen musste. Bakony bewies in dieser kritischen Situation militärische Kompetenz und Führungsqualitäten, die am 9. November 1788 zu seiner Beförderung zum Unterleutnant führten.

Der Höhepunkt seiner Teilnahme am Türkenkrieg war die Belagerung und Erstürmung der Festung von Belgrad im Jahre 1789. Unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls Gideon Ernst von Laudon eroberten die österreichischen Truppen die strategisch bedeutende osmanische Festung am 8. Oktober 1789.

Am 29. September beim Sturm auf Belgrad war Bakony in der vierten Kolonne, die unter dem Kommando des Oberst Graf Anton Sztáray von Nagy-Mihaly gegen das Vidin-Tor vorrückte. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe seines Regiments erreichte er als Erster die Palisaden. Er drang durch eine Bresche ein, die das Geschützfeuer gerissen hatte, erstieg mit seinen Begleitern den Wall und öffnete der nachrückenden Kolonne das Vidin-Tor, was den Durchbruch in die Festung ermöglichte.

Diese Kampfhandlung wurde von Feldmarschall Laudon persönlich im Armeebefehl ehrenvoll erwähnt, eine besondere Auszeichnung, die nur wenigen Offizieren zuteilwurde und die Bakony in der Armee bekannt machte.

Die Niederlande und die Wiederherstellung der kaiserlichen Ordnung Nach dem Türkenkrieg kam das Regiment in die Winterquartiere nach Arad. Von dort wurde es im Januar 1790 nach Galizien in Marsch gesetzt, um dem Armeekorps einverleibt zu werden, welches man wegen Preußens Drohungen dort bilden musste. Als das Regiment im August dieses Jahres den Befehl erhielt, nach den Niederlanden zu marschieren (siehe Brabanter Revolution), wurde Bakony am 16. dieses Monats zum Oberleutnant befördert. Der Marsch ging über Brünn und Eger nach Würzburg, wo das Regiment eingeschifft und auf dem Main, dann auf dem Rhein bis Köln geführt wurde.

Das österreichische Armeekorps ging unter den Befehlen des Feldmarschallleutnants Joseph von Alvinczy de Berberek über Lüttich nach Huy, wo die aufständischen Rotten von Henri van der Noot zerstreut wurden, dann nach Löwen. In den kleineren Städten wurden durch Detachements die revolutionären Magistrate verjagt und die kaiserlichen Behörden eingesetzt. So wurde Oberleutnant Bakony mit hundert Mann nach Tongern und Hasselt geschickt.

In Tongern beabsichtigte die Besatzung – ein Lütticher Bataillon von 700 bis 800 Mann mit fünf Kanonen –, die Stadt zu verteidigen. Dies wurde durch das rasche und gezielte Vorgehen des Oberleutnants Bakony unterbunden. Er überwand die Torwache, bevor diese das Stadttor schließen konnte, und stieß zum Hauptplatz vor. Dort informierte er den herbeieilenden Kommandanten des Bataillons über das Ende der Revolution und forderte ihn zur sofortigen Auflösung der Einheit auf. Die Aktion stieß auf die Zustimmung der lokalen Bevölkerung. Das Vorgehen der zahlenmäßig unterlegenen österreichischen Abteilung führte zur Kapitulation und anschließenden Selbstauflösung des revolutionären Bataillons. In der Folge wurden die kaiserlichen Behörden mit Unterstützung von Teilen der Bevölkerung wiedereingesetzt. Bakony begab sich daraufhin nach Hasselt, wo ebenso wie in Tongern die vormalige Stadtverwaltung die Amtsgeschäfte wieder übernahm.

Nachdem die Ordnung hergestellt und die revolutionären Banden überall zerstreut waren, kam das Regiment Nr. 33 in die Garnison von Brüssel, von dort nach Mecheln und Antwerpen.

Die Schlacht bei Neerwinden 1793 1793 war Oberleutnant Bakony als Kommandant der zwölften Kompanie am 18. März bei der Schlacht bei Neerwinden. Das Regiment Sztáray stand am rechten Flügel der Armee und erstürmte wiederholt das vor der Front liegende Dorf Orsmael, wurde jedoch stets durch die Übermacht der Franzosen unter den Befehlen des Generals Francisco de Miranda daraus vertrieben.

Nach dem Vorstoß der zahlenmäßig überlegenen französischen Kolonne aus dem Dorf befahl Oberst Gruber dem Regiment, nach einer geschlossenen Salve zum Nahkampf überzugehen. Am Flügel des Regiments besetzte Oberleutnant Bakony zusammen mit weiteren Offizieren und Soldaten ein Geschütz, von dessen ursprünglicher Mannschaft nur ein Artillerist verblieben war, und feuerte mit Kartätschen auf die aufmarschierenden französischen Truppen. Die beiden Bataillone des Regiments Sztáray gaben aus kurzer Distanz eine Salve ab und gingen zum Gegenangriff über. Die französischen Verbände zogen sich daraufhin ungeordnet über das Dorf Orsmael bis nach Tirlemont zurück.

Noch am selben Tage wurde Bakony die Ehre zuteil, als Ordonnanzoffizier zu Seiner kaiserlichen Hoheit dem Erzherzog Karl von Österreich-Teschen, damaligem Brigadier des Regiments Sztáray, kommandiert zu werden. In der Suite des Erzherzogs, nur einige Schritte von ihm entfernt, streifte ihn eine Kanonenkugel so nahe am Rücken, dass er besinnungslos vom Pferde stürzte. Seine kaiserliche Hoheit ließ sogleich durch seinen Leibarzt die Verwundung untersuchen und die ärztliche Behandlung einleiten, durch welche Bakony in einigen Tagen wiederhergestellt zu seinem Regiment zurückkehren konnte.

Im Laufe dieses Feldzuges war Oberleutnant Bakony noch in der Schlacht bei Aldenhoven, beim Gefecht von Löwen, beim Entsatz von Maastricht, bei Eroberung des Lagers von Famars, bei der Belagerung und Einnahme der Festungen Valenciennes, Condé und Le Quesnoy, dann im August dieses Jahres bei der Belagerung Dünkirchens, die durch Jean-Nicolas Houchards Vorrücken am 8. September aufgehoben werden musste.

Das Jahr 1794 und die Verteidigung von Dotignies Im Jahre 1794 stand das Regiment unter Charles Joseph de Croix, comte de Clerfayts Befehlen.

Im Gefecht bei Mouscron und Dottignies am 26. April griffen rund 15.000 französische Soldaten Truppenteile des Korps unter dem Kommando von Graf Clerfayt an. Infolgedessen gerieten die alliierten Verbände in Unordnung, wovon auch das Regiment Sztáray erfasst wurde.

Oberleutnant Bakony erlitt durch einen französischen Kavalleristen eine schwere Verwundung am linken Arm, den er zur Abwehr erhoben hatte. Durch einen Sprung über eine Hecke entging er der Gefangenschaft. Unterdessen sammelte Major Hofmeister rund 300 Soldaten des Regiments auf dem befestigten Kirchhof des Dorfes Dottignies, wohin sich auch Bakony begab. Die französischen Truppen führten mehrere erfolglose Angriffe auf den Kirchhof durch, die jeweils durch Verteidigungsfeuer abgewehrt wurden. Die Stellung wurde von den verteidigenden Einheiten bis zum Einbruch der Dunkelheit gehalten. Während Mouscron von den französischen Verbänden eingenommen wurde, blieb Dottignies unter der Kontrolle der Verteidiger.

Nach dem nächtlichen Abzug der französischen Truppen verließ die Einheit den Friedhof, um in das zuvor von Spähtrupps aufgeklärte Lager einzurücken. Der kommandierende General, Graf Clerfayt, sprach den Soldaten des Regiments Sztáray persönlich seine Anerkennung für die Verteidigung der Stellung aus, durch welche der französische Vormarsch verzögert worden war. Das Regiment verzeichnete jedoch erhebliche Verluste: Zwölf Offiziere und rund 300 Soldaten fielen, wurden verwundet oder gerieten in Gefangenschaft, wodurch die Einheit auf die Stärke eines Bataillons reduziert wurde.

Mannheim und die Kämpfe des Jahres 1795 Nach beschwerlichen Rückzügen und der gänzlichen Räumung der Niederlande wurde das Regiment dem rechten Flügel der Oberrhein-Armee unter dem Kommando des Generals der Kavallerie Graf Dagobert Sigmund von Wurmser einverleibt. Im Jahre 1795 finden wir den Oberleutnant Bakony bei der Belagerung und Einnahme von Mannheim.

Der Feldzug von 1796 Im Jahr 1796 diente Bakony im Korps des Feldmarschallleutnants Graf Wilhelm Ludwig Gustav von Wartensleben, das sich vor den Truppen des französischen Generals Jean-Baptiste Jourdan nach Amberg zurückzog. Nach der Schlacht bei Neresheim wendete sich Erzherzog Karl von der Armee unter Jean-Victor Moreau ab und vereinigte seine Verbände bei Amberg mit den Truppen Wartenslebens, was zum österreichischen Erfolg im dortigen Feldzug beitrug. Beim anschließenden Gegenvorstoß der Einheiten Wartenslebens gegen Amberg zeichnete sich Bakony erneut aus.

Bakony führte eine Einheit von Freiwilligen an, die den Hochwasser führenden Fluss Naab durchschritt und die französischen Vorposten am gegenüberliegenden Ufer zurückdrängte. Im Anschluss überquerte das Regiment die Naab kompanieweise. Die Einheit nahm in der Folge an den Schlachten bei Amberg (24. August) und Würzburg (3. September) teil. Nach der Verlegung an die Sieg und Lahn folgten Einsätze bei den Gefechten von Limburg am 16. September und nahe Altenkirchen am 18. September. Im Verlauf der Kampfhandlungen wurde der französische General François Séverin Marceau schwer verwundet und geriet in Gefangenschaft und verstarb. Feldzeugmeister Paul Kray von Krajowa veranlasste die Überführung des verstorbenen Generals mit militärischen Ehren zu den französischen Vorposten, wo der Leichnam an französische Truppen übergeben wurde.

Die Belagerung von Kehl 1796 bis 1797 Zum Ende dieses Feldzuges war das Regiment Sztáray an der Belagerung von Kehl beteiligt, die von November 1796 bis Anfang Februar 1797 andauerte. In dieser Phase zeichnete sich Bakony als Kommandant der Feldwache in der Redoute Nr. 4 durch seine taktischen Entscheidungen aus.

Am 22. November gegen 04:00 Uhr morgens bemerkte Bakony während des Wachwechsels verdächtige Geräusche nahe der Redoute. Vom Bankett der Befestigung aus stellte er eine vorrückende französische Kolonne fest. Um die umliegenden Truppen zu alarmieren, befahl er umgehend das Eröffnen des Feuers.

Nach der Feststellung, dass die französischen Truppen die Schanze bereits umgangen hatten, bestimmte Bakony die in der zweiten Linie gelegene Redoute Nr. 1 als neuen Sammelpunkt, woraufhin sich die Feldwache dorthin zurückzog. Da Bakony beim Rückzug am Ende der Kolonne blieb, geriet er in die vordersten Reihen der französischen Verbände. Er täuschte zunächst vor, zu den Angreifern zu gehören, und lief mit ihnen vorwärts. Nach seiner Entdeckung wurde er umstellt, entkam jedoch im Nahkampf mit dem Säbel. Er sprang schließlich von einem hohen Damm in den trockenen Abflussgraben des Rheins und erreichte im Schutz der Dunkelheit die Redoute Nr. 1.