Rehema Sophia Msulwa ist eine auf Großprogramme, Infrastruktur-Governance und komplexe interorganisationale Entscheidungen spezialisierte südafrikanische Wirtschaftswissenschaftlerin an der Saïd Business School der University of Oxford. Im Jahr 2026 wurde sie von Poets&Quants in die Liste Best 40-Under-40 Graduate Business Professors aufgenommen.
Leben Msulwa absolvierte an der Universität Kapstadt ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, erwarb an der University of Manchester einen Master in Betriebswirtschaftslehre und Umsetzung von Entwicklungsprojekten und promovierte in Betriebswirtschaftslehre. Vor ihrer Tätigkeit am Bennett Institute for Public Policy der University of Cambridge war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der University of Bath und bei Infrastructure@Manchester, einem von der Alliance Manchester Business School in Partnerschaft mit Barclays entwickelten Forum. Sie war zudem bei der African Development Bank in der Elfenbeinküste und beim südafrikanischen Human Sciences Research Council tätig. Seit 2023 ist sie an der Saïd Business School tätig; dort ist sie Associate Professor of Major Programme Management und zugleich Hugh Price Fellow am Jesus College der University of Oxford. Zudem ist sie als assoziierte Forscherin mit der Bennett School for Public Policy an der University of Cambridge verbunden.
Wirken Msulwas Forschung untersucht, wie Entscheidungen in komplexen, organisationsübergreifenden Umgebungen getroffen, koordiniert und über lange Zeiträume aufrechterhalten werden, insbesondere bei groß angelegten Infrastrukturprogrammen in Bereichen wie Verkehr, Energie, Wasser und Abwasser. In ihrem Aufsatz How do megaprojects influence institutional change? analysierte sie den Londoner Thames Tideway Tunnel und argumentierte, dass Megaprojekte formale Institutionen nicht nur befolgen, sondern auch verändern können. Der Beitrag erschien 2022 im Oxford Review of Economic Policy und behandelt institutionelle Regeltreue sowie institutionellen Wandel am Beispiel des seit der Privatisierung der britischen Wasserwirtschaft größten Wasser- und Abwasserinfrastrukturprojekts im Vereinigten Königreich. Mit Diane Coyle veröffentlichte sie das Kapitel Digital Concrete: Productivity in Infrastructure Construction, welches die stagnierende Produktivität der britischen Infrastruktur- und Bauwirtschaft trotz digitaler Technologien untersucht. Am Bennett Institute schrieb Msulwa 2021 über Infrastrukturinvestitionen, regionale Produktivitätsunterschiede und die Spannung zwischen raumneutralen und ortsbezogenen Ansätzen der britischen Levelling-up-Politik. In einem Seminar des Centre for Science and Policy der University of Cambridge eröffnete sie 2021 die Diskussion über die Rolle von Kapitalinfrastruktur in der britischen Levelling-up-Agenda. In der Lehre unterrichtet sie an der Saïd Business School zu Organisation, Steuerung, Einbeziehung von Anspruchsgruppen und Zukunftsgestaltung großer Programme. Sie verknüpft Forschung und Praxis, indem sie mit Infrastrukturorganisationen, öffentlichen Stellen und politischen Entscheidungsträgern zu Fragen der Steuerung, Organisationsgestaltung und Entscheidungsfindung in Konstellationen mit vielen Akteuren arbeitet.
Einzelnachweise
Kategorie:Ökonom (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (University of Oxford) Kategorie:Südafrikaner Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau