mini|Billy Forthun (rechts) mit Bruder Alf, 1928 Billy Ingvald Forthun (geb. 17. September 1919 in Ulvik; gest. 11. November 1941 in der Nordsee) war ein norwegischer Widerstandskämpfer der Stein-Organisation während der deutschen Besatzung Norwegens.

Leben und Widerstand Billy Forthun war bei Ausbruch der deutschen Invasion Norwegens am 8. April 1940 Maschinist bei der Akers mekaniske verksted in Oslo. Er kam mit dem erklärten Ziel nach Bergen, sich dort konspirativ dem Widerstand anzuschließen. Er hielt über die Eisenbahn und das Postkontor den Kontakt in die Hauptstadt aufrecht und kam so auch in Kontakt mit Kristian Stein. Ab Februar 1941 begann er gemeinsam mit dem ausgebildeten Funker Ingebrigt Valderhaug eine Radioverbindung nach England aufzubauen, um direkt mit den britischen Geheimdiensten kooperieren zu können. Bis dahin verfügte die Stein-Organisation nicht über eine eigene Funkstrecke nach London und war auf Mittelsmänner als Telegrafen angewiesen. Im Sommer 1941 reiste Forthun nach Oslo, um eine neue Radioanlage für Bergen zu beschaffen. Zudem nahmen Forthun und Valderhaug an Operationen des Shetland Bus teil, beide waren als Agenten des Secret Intelligence Service registriert. Im September nahmen sie an einer erfolgreichen Fahrt zwischen der Special-Operations-Executive-Basis Lunna House und der Insel Hernar teil, zu einem Ausbau der Kooperation mit dem SOE kam es durch die Zerschlagung der Stein-Organisation kurze Zeit später jedoch nicht mehr.NNIU 021 Land SIS party GAMMA. Einsatzbericht bei norskmotstandsbevegelse.no

Flucht mini|Gedenkstein für Kriegsopfer an der Kirche von Dale, darunter „Maskinist Billy Forthun – Secret Service – (*7–9 1919 † 13–11 1941) Krigsforlis «Blia»“ Am 2. Oktober 1941 wurde die Stein-Organisation nach dem Verrat durch den norwegischen Kollaborateur Marino Nilsson zerschlagen. Mehr als 40 Personen wurden am ersten Tag verhaftet und ins Gestapo-Hauptquartier Veiten 3 in Bergen gebracht, darunter mit Kristian Stein und Ole Agdesteen die beiden Leiter der Organisation. Forthun entkam der Gestapo jedoch, die eine großangelegte Suche nach ihm startete, da ihr seine Tätigkeit als britischer Agent bekannt geworden war. Mit Hilfe von Verwandten und dem Untergrundnetzwerk gelang es Forthun, aus Bergen nach Sunde in Kvinnherad zu entkommen, wo eine Englandfahrt des Shetland Bus geplant war. Die Fahrt scheiterte, Forthun starb am 11. November 1941 mit 42 weiteren Menschen beim Untergang des Fischkutters Blia in schwerem Sturm. Die Geschichte seiner Flucht wird in Arnfinn Hagas Buch Jaget av Gestapo (dt.: Gejagt von der Gestapo) ausführlich geschildert.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Stein-Organisation Kategorie:Person (Secret Intelligence Service) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann