Studie waren 14 Animationskurzfilme von Oskar Fischinger von 1929 bis 1934.
Hintergründe Oskar Fischinger begann um 1920, in kurzen Animationsfilmen mit abstrakten Formen und Linien zu experimentieren. In den folgenden Jahren ließ er sich von dem Dokumentarfilmer Walter Ruttmann inspirieren, der die Schnitte zu seinen Filmen rhythmisch gestaltete.
1929 begann Oskar Fischinger die Serie Studie, in der er mit Kohle gezeichnete abstrakte Linien synchron zum Rhythmus eines bestimmten Musikstückes gestaltete.Studie 7 Filmportal Dabei verwendete er die Zeichnungen als Negativ, sodass sich im Film weiße Linien vor einem schwarzen Hintergrund bewegen.Studie 6 Filmportal Diese sind meist kurze rundliche Linien, die sich in sanften Bewegungen wie Vogelschwärme oder Wolken markant im Rhythmus beschwingter Musik verändern, manchmal auch sich verändernde Kreise, Quadrate oder andere Formen.
Ab der Studie Nr. 9 wirkte sein Sohn Hans Fischinger teilweise als Assistent mit. Oskar Fischinger nutzte die neue Technik der rhythmischen Animationen ab 1932 für kurze Werbefilme für verschiedene Unternehmen, die eine große Aufmerksamkeit fanden.
Besonders die Studien Nr. 6, 7 und 8 wurden auch in späteren Jahrzehnten gelegentlich wieder gezeigt.Studie Nr. 6 Viennale 1971, Filmfestival in Wien; auch Studie No. 6 FPS 2007, Filmfestival in Zagreb Sie sind auch online ansehbar. Die Serie Studie wurde im Jahr 2003 bei einer Befragung von Experten in Tokio als 124. der besten Animationsfilme aller Zeiten ausgewählt (als einzige deutsche Produktion unter den besten 150 Filmen).
Teile Studie Nr. 1 1929, 4 Minuten, stumm, mit Kohle gezeichnete Linie, begleitet mit live gespielter OrgelmusikOskar Fischer Henning (PDF), mit Angaben zu allen 14 Teilen
Studie Nr. 2 (Tanzende Linien) 1929, 2 Minuten, mit Kohle gezeichnete Linien, zu Vaya Veronica
Studie Nr. 3 1930, 4 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu Vinka, Foxtrott von Will Coste
Studie Nr. 4 1930, 3 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu Auf Wiedersehen, English Waltz von Mischa Spoliansky
Studie Nr. 5 (Ein Spiel in Linien) 1930, 3 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu I've Never Seen A Smile Like Your's, Foxtrott von Johnson/Frazer, aus dem Film The Perfect AlibiStudie N⁰ 5 Light Cone (englisch), auch
Studie Nr. 6 1930, 2 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu Los Verderones, Fandango von Jacinto GuerreroAndré Sheydin, Oskar Fischinger und Visuelle Musik, Vordiplom, Köln International School of Design 2009, S. 13–14 (PDF), mit Abbildungen; danach zu Nr. 7, S. 15–16
Studie Nr. 7 1930/1931, ca. 3 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu Ungarischer Tanz Nr. 5 von Johannes BrahmsStudie N⁰ 7 Light Cone, auch
Studie Nr. 8 1931, 4 Minuten, mit Kohle gezeichnete abstrakte Formen, zu 1. Satz von L'Apprenti sorcier von Paul Dukas, unvollendetStudie N⁰ 8 Light Cone (englisch), bezeichnete diese als die komplexeste der Studien
Studie Nr. 9 1930, ca. 3 Minuten, mit Tinte gezeichnete abstrakte Formen, mit Hans Fischinger, zu Ungarischer Tanz, Nr. 6 von Johannes Brahms
Studie Nr. 10 1930–1932, ca. 4 Minuten, abstrakte Formen, Ausführung zum großen Teil Hans Fischinger, zu Ballettmusik aus Aida von Giuseppe Verdi
Studie Nr. 11 1931/1932, ca. 4 Minuten, abstrakte Formen, zu Menuett aus Divertimento D-Dur (KV 334) von Wolfgang Amadeus Mozart
Studie Nr. 12 1932, ca. 5 Minuten, abstrakte Formen, ausgeführt von Hans Fischinger, zu Lichtertanz aus Die Braut von Messina von Rubinstein
Studie Nr. 13 1933/1934, abstrakte Formen, zu Coriolan Ouverütere von Ludwig van Beethoven, Fragment
Studie Nr. 14 1933 abstrakte Formen, Assistent Hans Fischinger, zu Ungarischer Tanz, Nr. 3 von Johannes Brahms
Weblinks Oskar Fischer Universität Hamburg, Medienwissenschaft, Berichte und Papiere 129, 2012 (PDF), mit einigen Informationen
Oskar Fischinger Filmography Rate your music
Einzelnachweise
Kategorie:Filmreihe Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Experimentalfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmjahr 1929 Kategorie:Filmjahr 1930 Kategorie:Filmjahr 1931 Kategorie:Film (Weimarer Republik)