mini|Transparent der Gruppe auf einer Demonstration in Berlin (2025) widersetzen ist eine aktivistische Gruppierung, die seit 2024 wiederholt große Protestaktionen gegen die AfD organisiert. Einer der Gründer der Gruppe ist VVN-BdA-Bundesgeschäftsführer Thomas Willms. Die Gruppe mobilisierte einige Tausend Menschen für Protestaktionen.

Organisation Die Gruppe wurde im April 2024 im Rahmen von Protestvorbereitungen gegen den AfD-Bundesparteitag in Essen gegründet und bestand zu diesem Zeitpunkt aus 170 Einzelpersonen sowie Gewerkschaften, Flüchtlingsorganisationen und weiteren Initiativen. Das Bündnis besteht Stand Juli 2026 aus 91 Ortsverbänden, von denen viele aus lokalen antifaschistischen oder klimaaktivistischen Gruppen hervorgegangen sind. Eine juristische Einheit der Ortsverbände besteht nicht. Nur wenige Aufgaben sind zentral organisiert, darunter etwa die Pressearbeit. Der Sprecher des Bündnisses ist Suraj Mailitafi.

Forderungen und Ziele Die Gruppe bezeichnet sich selbst als parteiloses antifaschistisches Aktionsbündnis. Ihr Ziel sei es, sich mit massenhaftem zivilen Ungehorsam gegen Faschismus und rechte Politik zu stellen. Dies versuche die Gruppe neben Demonstrationen auch durch Sitzblockaden durchzusetzen, unter anderem um Parteitage der AfD zu blockieren oder vollständig zu verhindern.

Aktionen Widersetzen rief unter anderem zur Teilnahme an den Demonstrationen gegen den Bundesparteitag der AfD 2024 in Essen, den Bundesparteitag der AfD 2025 in Riesa und das Gründungstreffen der Generation Deutschland 2025 in Gießen sowie zu Blockaden dieser Veranstaltungen auf. Die Blockaden in Gießen führten zu einer zweistündigen Verzögerung des Beginns des Gründungstreffens.

Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt 2026

Das Bündnis plante umfangreiche Proteste und Blockadeaktionen gegen den AfD-Parteitag im Juli 2026 in Erfurt, Unterstützung erhielt dieser Aufruf unter anderem durch Heidi Reichinnek. Auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow gab seinen Zuspruch zu den geplanten Protesten, gab aber an, keine Gewalt zu befürworten. Es wurden von der Polizei bis zu 50.000 Demonstranten erwartet. Tatsächlich vor Ort waren laut Polizei allerdings nur 31.000 Demonstranten. Weitere 10.000 Menschen nahmen laut der Polizei an den Sitzblockaden teil, das Bündnis sprach selbst von 17.000 Teilnehmenden in den Blockaden um Erfurt. Auf einer Pressekonferenz des Bündnisses nahmen die Aktivisten zu einem gewaltsamen Angriff auf Reporter des rechten Nachrichtenportals Apollo News während der Proteste Stellung. Dabei bezeichneten sie die Journalisten als Faschisten, die auf ihrer Demonstration nicht willkommen seien, gingen jedoch nicht näher auf den konkreten Vorfall ein.

Verhältnis zur radikalen Linken Das Aktionsbündnis hat seinen Ursprung in der Antifa-Bewegung, die Ausformungen von Linksradikalismus aufweist. Allerdings setzt sich widersetzen vor allem ästhetisch von der Antifa-Szene ab und zeigt Verbindungen zu anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge zählt die Interventionistische Linke zu den Partnern des Bündnisses. Die Linksjugend solid unterstützt das Bündnis. Laut der F.A.Z. wirbt widersetzen für Spenden, die über Konten des Vereins Rote Hilfe abgewickelt werden. Der Tageszeitung Die Welt zufolge wird das Konto von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten verwaltet.

Der Zuständige für Pressearbeit von widersetzen, Noa Sander, sagte der Zeit, dass das Bündnis neben Einzelpersonen auch aus Menschen aus Gewerkschaften sowie aus „vielen linken und linksradikalen Gruppen“ bestehe.

Laut dem „Lagebild Linksextremismus“ des Ministeriums des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen beteiligten sich linksextreme Gruppierungen über die Kampagne „widersetzen“ an Demonstrationen. Trotz Vereinbarungen von Gewaltverzicht käme es zu gewalttätigen Aktionen gegen die Polizei.

Kritik Der hessische Innenminister Roman Poseck kritisierte nach den Protesten gegen das Gründungstreffen der Generation Deutschland, widersetzen würde sich im vermeintlichen Kampf des Guten gegen das Böse herausnehmen, das Recht zu brechen. Das Bündnis bewege sich in einer „hochgefährlichen rechtlichen Parallelwelt“. Demonstranten beklagten hingegen „massive Polizeigewalt“.

Der AfD-Politiker Torben Braga erstattete im Juni 2026 Anzeige gegen widersetzen wegen des Verdachts auf Nötigung und Landfriedensbruch durch Aufrufe zu Blockaden des kommenden Bundesparteitags. Die Staatsanwaltschaft Erfurt leitete kein Ermittlungsverfahren ein, da „keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte bezüglich einer verfolgbaren Straftat vorlagen“.

Der Thüringer Innenminister Georg Maier bezeichnete die geplanten Blockaden im Hinblick auf den AfD-Parteitag 2026 als unglaubwürdig, wenn versucht werden sollte, gegen Verfassungsfeinde mit verfassungsfeindlichen Mitteln vorzugehen.

Weblinks

Internetauftritt

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Deutschland) Kategorie:Aktivismus Kategorie:Antifaschistische Aktivitäten und Organisationen