Walter Heist (geboren 4. Januar 1907 in Steinberg; gestorben 10. November 1984 in Mainz) war ein deutscher Journalist, Literaturkritiker und Kommunalbeamter.

Leben Walter Heist kam 1914 mit der Familie nach Mainz. Er besuchte das Mainzer Realgymnasium und schrieb Theaterkritiken für die sozialdemokratische Mainzer Volkszeitung. Er studierte Romanistik und Germanistik an der Universität Frankfurt am Main und wurde 1932 mit der Dissertation Wege zum proletarischen Roman in Frankreich promoviert. Er heiratete die Mainzerin Sophie Noss.

Heist war 1931 Gründungsmitglied einer Ortsgruppe der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) in Mainz und war verantwortlicher Redakteur der lokalen SAPD-Zeitungen Mainzer Fackel und Arbeitertribüne.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten setzte sich Heist nach München ab, um einer Verhaftung durch die Gestapo zu entgehen, und schlug sich als Handelsvertreter und Abonnentenwerber durch. 1940 wurde Heist zur Wehrmacht eingezogen. Bei Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er im Januar 1947 entlassen wurde.

In den folgenden Jahren schrieb er für das Feuilleton der Neuen Zeitung und für die Zeitschrift Der Ruf, für die Stuttgarter Zeitung und die Frankfurter Hefte. Er war Teilnehmer der Treffen der Gruppe 47. Im Jahr 1952 wurde er Leiter des Presseamtes der Kommune Mainz. Er schuf die Zeitschrift Das neue Mainz (1953–1970) und gab sechzehn Bücher der Reihe Kleine Mainzer Bücherei heraus.

Daneben arbeitete Heist als Literaturkritiker und als Übersetzer aktueller französischer Literatur.

Zu seinem 70. Geburtstag erhielt er die „Gutenberg-Plakette“ der Stadt Mainz.

Schriften (Auswahl)

(Hrsg.): Franz Mehring. Beiträge zur Literaturgeschichte. Berlin, 1948 Otto Zahn, Walter Heist: Das Buch von neuen Mainz 1945–1955. Stadtverwaltung, Mainz 1955 Genet und andere, Exkurse über eine faschistische Literatur von Rang. Hamburg: Claassen, 1965 Die Entdeckung des Arbeiters. Der Proletarier in der französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. München: Kindler, 1974 Kleine Mainzer Bücherei (Hrsg.): Carl Zuckmayer in Mainz. Mainz: Krach, 1970 (Hrsg.): Wissenschaft und Turbulenz : der Lebensweg des W. F. Volbach aus Mainz. Mainz: Krach, 1972 (Hrsg.): Anna Seghers aus Mainz. Mainz: Krach, 1973 (Hrsg.): Der Bildhauer Philipp Harth. Mainz: Krach, 1974 (Hrsg.): Emil Preetorius : Grafiker, Bühnenbildner, Sammler. Mainz: Krach, 1976 (Hrsg.): Paul Strecker, Maler, Bühnenbildner, Schriftsteller. Mainz: Krach, 1978 (Hrsg.): Romano Guardini : der Mensch, die Wirkung, Begegnung. Mainz: Krach, 1979 (Hrsg.): Ernst Neeb und das alte Mainz. Mainz: Krach, 1981

Literatur Heist, Walter, in: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert. Biographisch-bibliographisches Handbuch, Band 16, 2011, Sp. 202f. Heist, Walter, in: Hans Schwab-Felisch (Hrsg.): Der Ruf. Eine deutsche Nachkriegszeitschrift. Mit einem Geleitwort von Hans Werner Richter. München: dtv, 1962, S. 311

Weblinks

Walter Heist (1907–1984) und die Gruppe 47, Hans Berkessel, Haus des Erinnerns Mainz, 2022 Stadtarchiv Mainz NL 225: Heist, Walter (Bestand), bei: Deutsche Digitale Bibliothek Heist, Walter, in: Rheinland-Pfälzische Personendatenbank, Stand 2022

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