Martha Allen Sherwood (* 8. November 1948 in Eugene, Oregon, USA; † 19. Oktober 2020 ebenda) war eine amerikanische Botanikerin. Sie war Flechtenforscherin und Mykologin und beschrieb 1980 mit Brian John Coppins die Gattung Xerotrema. Die Gattung Marthamyces ist nach ihr benannt.
Leben und Werk Sherwood war die Tochter von John und Irma Sherwood, die Professoren an der University of Oregon waren. Sie besuchte die South Eugene High School und schloss anschließend ihr Biologiestudium an der University of Oregon ab. Während ihres Studiums erforschte sie gemeinsam mit George Carroll endophytische Pilze auf alten Douglasienbeständen. Nach ihrem Abschluss wechselte sie an die Cornell University, wo sie 1977 bei Richard Korf mit der Dissertation: The Ostropalean Fungi promovierte. Ihre Dissertation über die Ostropaleen wurde als Buch veröffentlicht.
Als Postdoktorandin forschte sie am Farlow Herbarium der Harvard University zu den Ostropaleen und publizierte darüber. Sie verfasste eine umfassende Monographie über die Gattung Coccomyces sowie Arbeiten über verwandte Pilze. Durch ihre Feldarbeit und die Bestimmung zahlreicher unbestimmter Exemplare trug sie wesentlich zu den umfangreichen Sammlungen des Farlow Herbariums bei. Außerdem veröffentlichte sie eine Reihe bestimmter Pilze unter dem Titel Phacidiales Exsiccati. Während ihrer Zeit in Harvard arbeitete sie mit lokalen Amateur-Flechtenkundlern zusammen, um Flechten im Raum Boston zu sammeln und deren Verbreitung und Vielfalt mit historischen Aufzeichnungen zu vergleichen.
Sherwood war Mitglied der Mycological Society of America (MSA) und war von Januar 1979 bis August 1980 Herausgeberin des Newsletter der Gesellschaft. Anschließend wechselte sie an die Universität Liverpool in Großbritannien, wo sie an der Fertigstellung des Buches The British Ascomycotina. An Annotated Checklist beteiligt war.
Nach ihrer Rückkehr nach Oregon heiratete sie den Flechtenkundler Larry Pike und lebte mit ihm auf einer Farm in Marcola. Sie publizierte eine Zeit lang unter dem Namen Martha Sherwood-Pike und forschte zusammen mit der Paläobotanikerin Jane Gray. Aus dieser Forschung entstanden einige der Publikationen über fossile Pilze (Sherwood-Pike 1988, 1991; Sherwood-Pike & Gray 1985).
Ihre Feldarbeit konzentrierte sich auf die Gegend um ihren Wohnort Oregon und New York sowie, noch während ihres Studiums Anfang der 1970er Jahre, auf einer Expedition nach Guadeloupe in den französischen Antillen. Gemeinsam mit Stephen R. Carpenter schloss sie sich Donald H. Pfister auf einer Sammelreise an und war für die Bestimmung vieler der gesammelten Exemplare verantwortlich. Bevor die molekulare Phylogenetik Anwendung fand, verdeutlichte ihre Arbeit beispielhaft die Bedeutung der Kenntnis von Pilzen im Gelände, detaillierter morphologischer Untersuchungen und der Auseinandersetzung mit der Rolle von Pilzen in der Umwelt.
Sherwood starb am 2020 im Alter von 71 Jahren im Riverbend Hospital, nachdem sie zu Hause einen Schlaganfall erlitten hatte.
Die Gattung Marthamyces ist nach ihr benannt und bildete die Grundlage für die Familie Marthamycetaceae und eine Ordnung. Sie wird auch mit den Namen Ctenoporites sherwoodiae, Phacidium sherwoodiae, Triblidium sherwoodiae geehrt.
Die Abkürzung Sherwood wird verwendet, um Martha Allen Sherwood als Autorität in der wissenschaftlichen Beschreibung und Klassifizierung von Pflanzen zu kennzeichnen.
Veröffentlichungen (Auswahl) mit P. F. Cannon, D. L. Hawksworth: The British Ascomycotina. An Annotated Checklist. Commonwealth Mycological Institute, Kew, Surrey, England, 1985. The Ostropalean Fungi (1). Mycotaxon 5, 1977, S. 1–277. Phacidiales Exsiccati. Decades I–III. Mycotaxon 10, 1979, S. 241–245. Taxonomic studies in the Phacidiales: The genus Coccomyces (Rhytismataceae). Occas. Pap. Farlow Herb. Cryptog. Bot. 15, 1980 S. 1–120. Fossils as keys to evolution in fungi. BioSystems 25, 1991, S. 121–129. mit G. Carroll: Fungal succession on needles and young twigs of old-growth Douglas fir. Mycologia 66, 1974, S. 499–506. The Ostropalean fungi III: The Odontotremataceae. Mycotaxon 28, 1987, S. 137–177. Freshwater fungi: Fossil record and paleoecological potential. In: Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology. Band 62, Nr. 1–4, 1988, S. 271–285 mit J. Gray: Silurian fungal remains: probable records of the class Ascomycetes. Lethaia 18, 1985, S. 1–20. mit D. L. Hawksworth: Proposals for Nomina Conservanda and Rejicienda for Ascomycete Names (Lichenized and Non-Lichenized). Taxon: The Journal of the International Association for Plant Taxonomy 30(1), 1981, S. 338–348. DOI: 10.2307/1219426 Xerotrema, a new Genus of Odontrotremoid Fungus from Scotland. Notes from the Royal Botanic Garden Edinburgh Vol. 38 No. 2, 1980. doi:10.24823/nrbge.1980.3220.
Literatur R. K. Brummitt, C. E. Powell: Authors of plant names: a list of authors of scientific names of plants, with recommended standard forms of their names, including abbreviations. Edición reimpresa de Royal Botanic Gardens, Kew, 1992, ISBN 978-0-947643-44-7.
Einzelnachweise
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