Die Schlacht von Ruvo wurde am 23. Februar 1503 im Zuge des Dritten Italienischen Krieges (auch bekannt als Spanisch-Französischer Krieg um Neapel) bei Ruvo di Puglia im Königreich Neapel ausgetragen. Die Truppen der Spanischen Krone unter dem Kommando von Gonzalo Fernández de Córdoba errangen dabei einen entscheidenden Sieg über die französischen Verteidiger unter dem Befehl von Jacques II. de Chabannes Herr von La Palice und Vizekönig der Abruzzen.

Vorgeschichte und Kontext Mit dem am 11. November 1500 geschlossenen Vertrag von Granada hatten sich der französische König Ludwig XII. und Ferdinand II. von Aragón darauf geeinigt, das Königreich Neapel untereinander aufzuteilen. Die praktische Umsetzung und Demarkation des Vertrages führte jedoch bald zu schweren territorialen Streitigkeiten über die Zuordnung der Zwischenprovinzen. Im Jahr 1502 flammten die offenen Feindseligkeiten zwischen den beiden Großmächten erneut auf, was den Beginn des Dritten Italienischen Krieges markierte. mini|links|Gonzalo Fernández de Córdoba (Kupferstich von Nicolo Nelli 1568) Während des Winters 1502–1503 vermieden die zahlenmäßig unterlegenen Spanier eine offene Feldschlacht. Gonzalo Fernández de Córdoba zog seine Truppen in der stark befestigten Hafenstadt Barletta an der Adriaküste zusammen und verschanzte sich dort. Als der spanische Oberbefehlshaber erfuhr, dass der französische Vizekönig von Neapel, Louis d’Armagnac, mit dem Hauptheer vorübergehend aus der Region abgerückt war, nutzte er das strategische Zeitfenster. Er leitete eine überraschende Gegenoffensive gegen die nahegelegene Stadt Ruvo di Puglia ein, die von einer französischen Garnison unter Jacques II. de Chabannes gehalten wurde.

Verlauf der Schlacht Für den Angriff auf Ruvo hatte Córdoba eine Streitmacht von rund 2.300 Soldaten zusammengezogen, die sich aus 1.300 schweren Infanteristen, 400 leichten Fußsoldaten und 600 Kavalleristen zusammensetzte. Die französischen Verteidiger verfügten über etwa 300 Lanzenreiter und 300 Mann Fußvolk. Das Zentrum der französischen Verteidigungslinie bildete das dortige, im Kern normannische Kastell.

Der spanische General eröffnete den Angriff im Morgengrauen des 23. Februar 1503 mit einem intensiven Artilleriebeschuss auf die Stadtmauern. Die französischen Truppen leisteten erbitterten Widerstand. Nach rund vierstündigem ununterbrochenen Kanonendonner gelang es der spanischen Artillerie, eine Bresche in die Stadtmauer zu schießen.

Durch diese Lücke stürmte die spanische Infanterie in das Stadtgebiet. Es folgten sieben Stunden verlustreicher, chaotischer Häuser- und Nahkämpfe mit dem Schwert. Die Verteidigung brach endgültig zusammen, als der französische Kommandeur Jacques II. Chabannes de La Palice schwer verwundet wurde und in spanische Gefangenschaft geriet. Die französischen Verluste beliefen sich auf rund 600 Mann (Gefallene und Gefangene), während die spanischen Verluste minimal blieben.

Auswirkungen Nach der Einnahme und Plünderung der Stadt zog sich die spanische Armee mit ihren Gefangenen rasch wieder in die sichere Festung Barletta zurück. Der französische Vizekönig Louis d’Armagnac war nach Erhalt der Nachricht vom Angriff sofort umgekehrt, um Ruvo zu entsetzen. Als sein Heer die Stadt erreichte, erblickte er jedoch bereits die spanischen Banner auf den Mauern. Er erkannte, dass er zu spät gekommen war, und zog sich zurück.

Die Schlacht von Ruvo schwächte die französische Präsenz in Apulien nachhaltig und ebnete den Weg für die nachfolgenden, kriegsentscheidenden spanischen Siege in den Schlachten von Cerignola und am Garigliano im weiteren Verlauf des Jahres. Die Niederlagen der Franzosen führten schließlich dazu, dass Ferdinand II. von Aragón den französischen König 1504 als König von Neapel ablöste.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Schlacht der Italienischen Kriege Kategorie:Geschichte (Apulien) Kategorie:1503