Jost Cimutta (* 9. Juni 1932 in Eilenburg; † 29. März 2006 in Jena) war ein deutscher Philosoph. Er war Professor für Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Freidenker-Verbands Thüringen.

Leben Jost Cimutta wurde 1932 in Eilenburg als Sohn des dortigen Schulrektors und Heimatgeschichtsautors Otto Cimutta (1900–1936) und dessen Ehefrau Paula geboren. Da seine Eltern früh verstarben, wuchs Cimutta bei seiner Großmutter, seiner Tante und in verschiedenen Kinderheimen auf. Er legte das Abitur 1951 in Bad Frankenhausen ab und arbeitete anschließend kurzzeitig als Hilfsarbeiter, ehe er ein Studium der Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufnahm. Nach erfolgreichem Abschluss 1957 arbeitete er zwei Jahre als Redakteur bei der Zeitung Freiheit in Halle (Saale), dem Bezirksorgan der SED. Anschließend wurde er Assistent bei Ludwig Heß (1930–2018) am Institut für Marxismus-Leninismus der Universität Jena.

1968 wurde er mit der Arbeit Die Merkmale und Kriterien der Höherentwicklung als Resultat der Selbstorganisation der Materie: Dargestellt an Problemen der Evolution im Tierreich zum Dr. phil. promoviert. Wegweisend für sein weiteres Schaffen beschäftigte er sich darin mit den philosophischen Aspekten der Biologie. 1980 wurde Cimutta habilitiert (Promotion B). Es folgte eine mehrjährige Dozentur, ehe er Ende der 1980er-Jahre zum Professor für Philosophie berufen wurden. 1990 erfolgte die Emeritierung aus gesundheitlichen Gründen. 1992 gehörte er zu den Gründern des Deutschen Freidenker-Verbands in Thüringen und war über viele Jahre dessen Vorsitzender. Dazu war er zeitweilig Vorsitzender des Jenaer Kreisverbandes des DFV. Mit dem Wiener Biologen Franz M. Wuketits war er Herausgeber des Buchs Lebt Darwins Erbe?. Sein letztes Projekt war die Mitarbeit am Lexikon freien Denkens, welches im Jahr 2000 erschien und seither in regelmäßiger Fortsetzung erscheint. Cimutta starb 2006 in Jena nach schwerer Krankheit.

Privates Cimutta war von 1958 bis 1975 in erster Ehe mit der GynäkologinBertl Cimutta im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (abgerufen am 8. Juni 2026) Bertl Cimutta verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn. Später lebte er in Partnerschaft mit der Philosophin Lieselotte Richter (1936–2020). In seiner Freizeit widmete sich Cimutta der Malerei, dem Druck und dem Schnitzen. Er war Mitglied der SED.Jan Bretschneider: Jost Cimutta – Lebenslauf. In: Lexikon freien Denkens, Angelika Lenz Verlag 2012

Schriften (Auswahl) Über Ernst Haeckels naturwissenschaftlichen Materialismus und seine Annahme der Allbeseeltheit des Universums. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Nr. 11, 1962 Die Stellung der evolutionären Plastizität im evolutionären Prozeß. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie (Bd. 15, 1967, Nr. 12: 1456–1469) Die Merkmale und Kriterien der Höherentwicklung als Resultat der Selbstorganisation der Materie: Dargestellt an Problemen der Evolution im Tierreich, Dissertation A, Jena 1968 Die Dialektik von Zufall und Notwendigkeit im Evolutionsgeschehen. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie (Bd. 17, 1969, Nr. 8: 967–984, Digitalisat) Philosophische Aspekte der Dialektik des Schöpferischen und Schematischen im Erkenntnisprozess, Dissertation B, Jena 1980 Die Dialektisierung der Naturwissenschaften und ihr einheitsstiftender Effekt. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1982, Heft 1, S. 29–40 Die weltanschauliche Bedeutung der Evolutionsidee für die Einheit der Wissenschaft. In: Weltanschauung, Wissenssynthese, Erkenntnisfortschritt – 2. Jenaer Arbeitstagung zu philosophischen Aspekten der Einheit naturwissenschaftlicher Erkenntnis 1988, Jena 1989 Philosophisches Nachdenken über die Struktur- und Informationsproblematik. In: Erfahrung des Denkens – Wahrnehmung des Ganzen, S. 110–115, 1989 Materielle Selbststrukturierung und zunehmende Komplexität im Lichte der Evolution. In: Rostocker Philosophische Manuskripte, Heft 31, 1990 als Hrsg.: Lebt Darwins Erbe?: Fragen und Standpunkte zur Evolutionstheorie, mit Franz M. Wuketits, Angelika Lenz Verlag, Neustadt am Rübenberge 1995

Literatur Jan Bretschneider: Jost Cimutta – Lebenslauf. In: Lexikon freien Denkens, Angelika Lenz Verlag 2012

Einzelnachweise

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