Die Kalifornische Kängururatte (Dipodomys californicus) ist ein in den westlichen Vereinigten Staaten endemisches Nagetier in der Gattung der Kängururatten. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von Ukiah in Kalifornien.

Taxonomie und Verbreitung Die Population zählte längere Zeit als Unterart zu Heermanns Kängururatte (Dipodomys heermanni). Im Gegensatz zu dieser hat die Art meist vier Zehen an jedem Hinterfuß und der diploide Chromosomensatz enthält 52 Chromosomen (2n=52), während der Wert für Heermanns Kängururatte 2n=64 ist. Eine nähere Verwandtschaft besteht vermutlich zu Merriams Kängururatte (Dipodomys merriami), die ebenfalls einen Wert von 2n=52 hat, und zur Fresno-Kängururatte (Dipodomys nitratoides), bei welcher der Wert 2n=54 ist. Die Kalifornische Kängururatte hat sich in der Evolution frühzeitig von den Artengruppen getrennt, die nach Heermanns Kängururatte und nach der Pazifik-Kängururatte (Dipodomys agilis) benannt sind.

Es werden drei Unterarten unterschieden: D. c. californicus, lebt im Sacramento-San Joaquin River Delta, in den nördlichen Kalifornischen Küstengebirgen und auf dem Modoc Plateau im Norden von Kalifornien bis nahe an Nevada und im Südwesten von Oregon. D. c. eximius, ist nur von den Lavahügeln Sutter Buttes bekannt und könnte schon ausgestorben sein. D. c. saxatilis, bewohnt die tieferen Hänge am nördlichen Rand des Sacramento Valley.

Merkmale Diese mittelgroße Kängururatte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 108 bis 123 mm, eine Schwanzlänge von 152 bis 217 mm und ein Gewicht von 57 bis 85 g. Sie hat 39 bis 47 mm lange Hinterfüße und Ohren von etwa 15 mm Länge. Typisch für dieses Tier, bei dem die Männchen etwas größer als Weibchen sind, sind eine dunkle Fellfarbe, eine breite Schnauze, lange Ohren und ein kleiner Paukenteil am Schläfenbein. Wie oben genannt haben die Exemplare meist vier Zehen an den Füßen und wenn eine fünfte vorhanden ist, so ist diese winzig und mit einer kleinen Kralle ausgerüstet. Oberseits hat das Fell eine dunkle rotbraune Farbe und die Unterseite ist weiß. Auf dem Schwanz stehen dunkle Aalstriche ober- und unterseits im Kontrast zu den umliegenden helleren Bereichen und zur weißlichen Quaste. Äußerlich ist die Art der Texas-Kängururatte (Dipodomys elator) sehr ähnlich, die jedoch von der Verbreitung und genetisch abweicht.

Lebensweise Die Kalifornische Kängururatte lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1300 Meter Höhe. Als Habitat dienen das Buschland Chaparral mit Hartlaubgewächsen, Grasland und offene Wälder. Das Tier gräbt unterirdische Baue, deren Eingang oft unter einem Busch, an einem Holzklotz oder neben Steinen liegt. Manchmal werden Baue von Erdhörnchen der Gattungen Callospermophilus, Otospermophilus oder Urocitellus übernommen. Im Bau kann die Kängururatte zu allen Tageszeiten aktiv sein. Sie wurde auch beobachtet, wie sie in regenreichen Nächten und an Tagen mit einer Schneedecke sowie bei Temperaturen bis −11 °C den Eingang freilegte. Bei der Nahrungssuche werden auch Trampelpfade anderer Tiere benutzt.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Gräsern, Kräutern und Sträuchern. Dazu zählen Bärentrauben, Säckelblumen, Arten der Gattung Chrysothamnus (Korbblütler), Lupinen, Medicago polymorpha (Hülsenfrüchtler) und Hafer. Als Komplement dienen grüne Pflanzenteile, Knollen und wahrscheinlich Insekten. Die Fortpflanzung erfolgt meist zwischen Februar und April und kann sich bis zum September fortsetzen. Ein Wurf enthält zwei bis vier Neugeborene. Bei guten Bedingungen werden pro Jahr zwei Würfe geboren.

Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Das Verbreitungsgebiet ist deutlich größer als 20.000 km² und es sind mehrere Schutzgebiete vorhanden. Die IUCN listet die Kalifornische Kängururatte als nicht gefährdet (least concern).

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Einzelnachweise

Kategorie:Taschenmäuse Kategorie:Endemisches Tier Kaliforniens