mini|hochkant|Wappen derer von Lang von 1634 im Österreichischen Staatsarchiv mini|hochkant|Wappen der Freiherren Lang von Leinzell nach Alberti Lang von und zu Leinzell ist der Name eines ursprünglich aus Norddeutschland stammenden schwäbischen Adelsgeschlechts, das in den Reichsritter- und Freiherrenstand erhoben wurde.
Herkunft Fälschlicherweise werden die Lang von Leinzell mit dem gleichnamigen Augsburger Patriziergeschlecht in Verbindung gebracht. Die Patrizierfamilie Lang von Werd bzw. Lang von Wellenburg wurde 1498 in den Reichsadelsstand erhoben und ist Mitte des 16. Jahrhunderts erloschen. Darüber hinaus gab es bis Anfang des 15. Jahrhunderts in Augsburg eine weitere Patrizier- und Kaufmannsfamilie Lang. Eine Verwandtschaft zwischen den Lang von Wellenburg und Lang von Leinzell kann wegen den unterschiedlichen Wappen ausgeschlossen werden.
Geschichte Stammvater der Lang von Leinzell war der aus dem norddeutschen Halberstadt im Erzbistum Bremen stammende, 1634 geadelte Oberkriegskommissar der kaiserlichen Armee Karl Valentin Lang (1580–1653). Hefner gab ebenfalls an, der Oberkommissar Valentin Lang stammte ursprünglich aus dem Augsburger Patriziergeschlecht und wurde für seine Dienste in den Schlachten bei Magdeburg und Ingolstadt 1634 in den Adelsstand erhoben, sowie 1634 vom Stift Ellwangen mit dem zur Reichsritterschaft Schwaben gehörigen Leinzell belehnt. Darauf trat er als Rat und Oberamtmann von Heuchlingen in Ellwangische Dienste. 1646 bat er um die Aufnahme in den Verband der Reichsritterschaft. Um 1650 errichtete er auf seinem Rittergut das Schloss Leinzell. Dessen Sohn der Jurist und Oberamtmann von Heuchlingen Johann Friedrich von Lang erweiterte 1665 den Güterbesitz u. a. um Dewangen, Faulherrn und Rodamsdörfle. Dessen Enkel und Urenkel, der Obersthofmeister und Direktor des Kantons Kocher der Schwäbischen Reichsritterschaft Johann Jakob von Lang (1652–1716) und der Oberamtmann Johann Christoph Wilhelm Gottfried von Lang verkauften nach und nach von den Gütern Dewangen und Reichenbach. Johann Christoph Freiherr Lang zu Leinzell (* 1704) agierte nach einem Studium in Dillingen als elchingischer Rat und Amtmann in Obefahlheim, ellwangischer Oberamtmann in Heuchlingen und Direktor der Reichsritterschaft in Schwaben. Möglicherweise war letzterer teilweise identisch mit Christoph Freiherr Lang zu Leinzell (1684–1751). Von den Söhnen Gottfrieds, fielen Karl und Franz durch hohe Schulden in Armut. Karl von Lang († 1821) wollte seine Hälfte des Gutes von der anderen Hälfte trennen und das früher gekaufte, sogenannte Wirtsgut von der Reichsritterschaft befreien.
Joseph Reichsfreiherr Lang zu Leinzell heiratete Francisca Freiin von Rehling, Erbin der Herrschaft Schlipsheim. Dessen Tochter Juliana Reichsfreiin Lang von Leinzell vermählte sich 1747 mit den aus Meran gebürtigen Hauptmann im Tiroler Nationalregiment Joachim Maria Pach zu Hansenheim und Hoheneppan auf Schlipsheim, Lehensvasall des Kurfürsten von Trier. Letzterer besaß 1770 das Reichsrittergut Schlipsheim auf dem Gebiet des Hochstiftes Augsburg.
Besitzungen mini|hochkant|Schloss Leinzell Schloss Leinzell Schloss Schlipsheim
Wappen Blasonierung des Wappens von 1634: Geviert von Gold und Silber. Felder 1 und 4 ein schwarzer Adler; Felder 2 und 3 drei rote Pfähle. Auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-goldenen und links rot-silbernen Helmdecken ein offener Flug, der rechte Flügel von Gold und Schwarz, der linke von Rot und Silber geteilt.
Persönlichkeiten Christoph Lang zu Leinzell (1684–1751), Rat und Amtmann in Obefahlheim, Oberamtmann in Heuchlingen Johann Christoph Freiherr Lang zu Leinzell (* 1704), Direktor der Reichsritterschaft in Schwaben Johann Jakob von Lang (1652–1716), Obersthofmeister und Direktor der schwäbischen Reichsritterschaft Karl Valentin Lang (1580–1653), kaiserlicher Oberkriegskommissar, Rat und Oberamtmann von Heuchlingen
Literatur Otto von Alberti: Württembergisches Adels- und Wappenbuch. Bd. 1: A–M, Stuttgart 1889–1898, S. 436 (dilibri.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland. Band 2 (G–L). Regensburg 1863, S. 323 (digitale-sammlungen.de).
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 240.47 Lang, Valentin, Oberkriegskommissär, kaiserlicher Rat, rittermäßiger Adelsstand für das Reich und die Erblande, privilegium fori, Lehenberechtigung, kaiserlicher Ratstitel, Palatinat ad personam, 1634.05.31.
Einzelnachweise
Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht