Die 25. Separate Luftlandebrigade Sitscheslaw (Militäreinheit Nr. A1126 | , в/ч: A1126) ist ein Eliteverband der ukrainischen Luftsturmtruppen. Sie ist eine der renommiertesten Einheiten der Ukraine und kämpft seit 2014 im russisch-ukrainischen Krieg.

Geschichte Die Brigade geht zurück auf das 217. Garde-Luftlanderegiment der 98. Garde-Luftlandedivision, die 1948 gegründet wurde und um 1969 in Bolhrad, Oblast Odessa stationiert war.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion einigten sich die Ukraine und die russische Föderation darauf die Division und das Regiment aufzuteilen, wobei die Ukraine 55 % der Ausrüstung und die Truppenfahne erhielt. Darauf wurde das Regiment in die Ukraine verlegt.

Unabhängige Ukraine mini|links|200px|BMP-2-Schützenpanzer während einer Übung

Auf Basis der 98. Division wurde die 1. Luftbewegliche Division gegründet, und auf Basis des 217. Regiment die 25. Luftlandebrigade. Am 7. Mai 1993 begann die Aufstellung des Verbands. Am 5. Juni schworen die Angehörigen der 1. Division den Treueid auf das ukrainische Volk. Mit Dezember des Jahres war die Aufstellung der 25. Brigade abgeschlossen.

Von Oktober 1995 bis Dezember 1999 waren Soldaten der Brigade als Teil des 240. Separaten Sonderbataillons im Einsatz in den ehemaligen gebieten Jugoslawiens im Rahmen der Friedensmission UNPROFOR. Dann ab August 1999 bildeten sie Teil des ukrainischen KFOR-Kontigents.

Im Frühjahr 2002 wurde die Brigade nach Saritschne verlegt. Am 16. Juli des Jahres erhielt sie ihre Truppenfahne von Präsident Leonid Kutschma und war fortan als 25. Separate Luftlandebrigade „Dnipropetrowsk“ bekannt. Am 8. November wurde sie aus der 1. Division gelöst und wurde Teil des 6. Garde-Armeekorps.

Russisch-Ukrainischer Krieg

Ab Ausbruch des Krieges im Donbass 2014 war die Brigade aktiv an Kampfhandlungen beteiligt. Unter anderem wurde das 1. Luftlandebataillon in die Oblast Donezk verlegt.

Eine Kompanie des Verbands war während der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim Russlands auf der Halbinsel stationiert. Laut Angaben des damaligen Verteidigungsministers Anatolij Hryzenko war die Kompanie dort für eine Übung mit einer Marineinfanterieeinheit. Weiter meinte er, sie war einer der einzigen Einheiten, die die Krim geschlossen und mit ihren Waffen verlassen hatte. Die russischen Truppen hätten die Luftlandebrigade nicht „auf die Probe stellen“ wollen.

Im April drohte der Übergangspräsident Oleksandr Turtschynow mit der Auflösung der Brigade, da Soldaten des Verbands, während der Belagerung von Slowjansk, zu den russischen Separatisten übergelaufen waren, und dabei 6 Panzerfahrzeuge in die Hände der Separatisten fielen.

Am 13. Juni 2014 wurde ein Iljuschin Il-76 der 25. Transportfliegerbrigade abgeschossen, wobei das 9-köpfige Flugpersonal und 40 Soldaten der 25. Brigade getötet wurden.

mini|200px|links|BMD-2 während der Unabhänigkeitsparade 2016 in Kyjiw

Im Verlaufe des Jahres 2014 kämpften Einheiten der Luftlandebrigade in der Belagerung von Slowjansk, während der Verteidigung des Flughafens Luhansk, bei Krasnyj Lyman, in der Rajon Schachtarsk und in der Schlacht um Ilowajsk.

Im Frühjahr 2016 übte das 2. Luftlandebataillon den Kampf als Bataillonskampfgruppenverband und auf seiner Basis wurde eine Bataillonskampfgruppe gegründet.

Zum 30. Unabhängigkeitstag der Ukraine, am 24. August 2021 erhielt die Brigade den Ehrentitel Sitscheslaw (Alter inoffizieller Name Dnipros) von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Vollinvasion 2022 Auch nach Beginn der vollumfänglichen russischen Invasion am 24. Februar 2022 war die 25. Brigade an vorderster Front in Kampfhandlungen verwickelt.

mini|200px|Von der Brigade in Charkiw erbeutete Msta-S

Am 28. Juni 2022 verlieh Präsident Wolodymyr Selenskyj der Brigade die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit.

Im Herbst des Jahres bildeten Elemente der 25. Brigade die Speerspitze in der Gegenoffensive in der Oblast Charkiw. Am 6. September, kurz nach 3:30 Uhr, rückten sie Richtung Osten vor. Kurz zuvor hatte ukrainische Artillerie, unter anderem von den 15. Artillerieaufklärungs- und 107. Raketenartilleriebrigaden, russische Ziele zerstört, und so den mechanisierten- und Luftlande-Verbänden den Weg geebnet. Bereits am ersten Tag stießen sie 18 km vor und erreichten die strategisch wichtige Kreuzung bei Wolochiw Jar. Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass diese Einheiten ihren Vormarsch vor Isjum stoppen sollten, doch aufgrund des hastigen Rückzugs russischer Truppen nahmen sie die Stadt am 10. September ein.

mini|200px|links|Selenskyj gratuliert einem Soldaten der 25. Brigade

Am 14. September besuchte Präsident Selenskyj die befreite Stadt Isjum und ehrte die an der Operation beteiligten Soldaten. In seiner täglichen Ansprache, bei der er den Befreiern zusätzlich dankte, erwähnte er die 25. Luftlandebrigade, neben weiteren Verbänden, namentlich.

Nach der Einnahme von Isjum erhielten Einheiten der 25. Brigade den Auftrag, die Stadt Lyman in der Oblast Donezk zurückzunehmen. Ein Teil des Vormarsches der Brigade führte durch das Dorf Korowij Jar, und Einheiten der Brigade drangen von Drobyschewe aus nach Lyman vor. Nachdem Lyman befreit worden war, überschritten Teile der Brigade die Grenze zur Oblast Luhansk. Im November 2022 wurde berichtet, dass die 25. Brigade weiterhin an Kämpfen in Luhansk beteiligt war.

Am 16. Oktober 2023 gab der ukrainische Generaloberst Oleksandr Syrskyj bekannt, dass die 25. Brigade eine Mil Mi-8 abgeschossen hat. Im März 2024 lobte Syrskyj die Brigade öffentlich für ihren Einsatz bei der Abwehr russischer Angriffe auf die Dörfer Berdytschi und Orliwka.

Der Verband ist ein Gründungsmitglied des Ende 2023 gegründeten 7. Schnellen Eingreifkorps.

Berichten zufolge soll die Brigade im April 2024 an einem Tag 10 Kampfpanzer, 5 Schützenpanzer und einen MT-LB zerstört haben, während sie 11 einzelne Angriffe abgewehrte.

Ab dann verbrachte der Verband die meiste Zeit mit der Verteidigung der Rajon Pokrowsk. Im September 2024 setzte die 25. Luftlandebrigade die ukrainische Drohne Ratel S zur Säuberung von Tunneln in der Nähe von Nowohrodiwka ein. Im Dezember 2024 nahmen die russischen Angriffe in Richtung Pokrowsk dramatisch zu. Allein am 29. Dezember wurden 48 Angriffe gestartet, von denen 30 am selben Tag abgewehrt wurden. Die 25. Brigade erhielt besondere Anerkennung für ihren Beitrag zur Verteidigung gegen diesen Angriff. Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Brigade für ihren Beitrag zu den Rekordverlusten Russlands in der Pokrowsk-Offensive.

Im Februar 2025 befreite die 25. Brigade das Dorf Kotlyne bei Pokrowsk. Das strategisch wichtige Dorf war im Januar unter russische Kontrolle geraten. Während des Gefechts nahm die Brigade außerdem neun russische Soldaten gefangen, indem sie diese zur Kapitulation vor einer mit einem Lautsprecher ausgestatteten Drohne zwang.

Struktur mini|200px|Brigadesoldaten mit FPV-Drohne mini|200px|Marder 1A3 beim 199. Ausbildungszentrum der Luftsturmtruppen

25. Luftlandebrigade Hauptquartier 25px 1. Luftlandebataillon 25px 2. Luftlandebataillon 25px 3. Luftlandebataillon 25px 4. Luftlandebataillon 25px Bataillon Unbemannter Systeme Kampffalken 25px Panzerbataillon Aufklärungskompanie Artilleriegruppe 25px Hauptquartier und Feuerleitungsbatterie 25px 1. Artilleriedywision 25px 2. Artilleriedywision 25px Raketenartilleriebatterie Panzerabwehrbatterie weitere unterstützende Elemente Flugabwehrdywision 25px Kompanie für elektronische Kampfführung Pionierkompanie Instandhaltungskompanie Logistikkompanie Fernmeldekompanie Sanitätskompanie 25px Patronage-Dienst Übungsgelände

Ausrüstung mini|200px|BMD-1 werden für eine Übung der 25. Brigade in eine Il-76 verladen mini|200px|T-80BW, 2017

Als Luftlandeverband sowjetischer Abstammung hat die Brigade ältere und mittlerweile seltenere Schützenpanzer der BMD-Familie, sowie weiteres sowjetischen Equipment. Darunter aber das beste das es noch aus sowjetischen Beständen gibt. Die 25. Brigade ist einer der wenigen ukrainischen Verbände die Luftlandeoperationen im klassischen Sinne ausführen könnte. BMD-1 BMD-2 BMP-2 BMP-1TS BTR-82 (erbeutet) BM-21 2S9 Nona-S und 2S17-2 Nona-SV 9K35 Strela-10 2S19 Msta-S 2S1 Gwosdika T-80BW T-64BW MT-LB RChM 1V119 Zusätzlich wird der sowjetische Bestand mit einer Reihe von NATO-Staaten geliferter Ausrüstung komplementiert: Marder 1A3 FV103 Scorpion M2 Bradley M109 M114 L119 Dazu kommen verschiedene leichte Fahrzeuge, Infanteriewaffen, UAV und UGV.

Kommandeure mini|200px|Präsident Selenskyj verleiht Oberst Jewhenij Kurasch die Auszeichnung Held der Ukraine nach der erfolgreichen Charkiw-Offensive, 14. Oktober 2022 mini|200px|Soldaten der Luftsturmtruppen bei der Verleihung von Ehrungen

Oberst Iwan Aleschtschenko (1993–1996) Oberst Oleksandr Saschtschytnykow (1996–1998) Oberstleutnant Jurij Habrus (1998–1999) Oberst Andrij Maksymenko (1999–2001) Oberst Ihor Lunjow (2001–2003) Oberst Ihor Stelmach (2003–2004) Oberstleutnant Wolodymyr Koltschyk (2004–2006) Oberst Oleh Swystak (2006–2007) Oberst Jurij Sodol (2007–2015) Oberst Oleh Sentschenko (2015–2019) Oberstleutnant Roman Sabrodskyj (2019) Oberst Oleh Sentschenko (2019–2022†) Oberst Jewhenij Kurasch (2022–2023) Oberst Jewhen Lassijtschuk (2023–2025) Oberst Andrij Turtschyn (seit 2025)

Siehe auch 148. Artilleriebrigade 421. Bataillon Unbemannter Systeme 8. Luftsturmkorps

Weblinks

Einzelnachweise

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