Dobrocinek (deutsch Neu Bestendorf) ist ein Ort in der Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. mini|Blick auf das herbstliche Dobrocinek (2023)

Geographische Lage Dobrocinek liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, sechs Kilometer nordwestlich der Stadt Morąg bzw. 26 Kilometer nordwestlich der heutigen Kreismetropole Ostróda.

Geschichte Neu Bestendorf lag bis 1945 in unmittelbarer Nachbarschaft zum größeren Gut und Dorf Groß Bestendorf sowie Klein Bestendorf bzw. ab 1928 auch Alt Bestendorf. mini|links|Neu Bestendorf auf einer Karte von 1939 Das Gründungsjahr von Neu Bestendorf ist nicht belegt.Dietrich Lange: Neu Bestendorf, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Im Jahre 1785 wurde es als „adlig Gut und Dorf“ mit 76 Feuerstellen erwähnt, eingepfarrt nach Groß Wilmsdorf, im Eigentum des Grafen zu Waldburg.Geschichtliches Orts-Verzeichnis (GOV): Neu Bestendorf Im Jahre 1820 wurde das Dorf als adliges Vorwerk mit elf Feuerstellen bei 44 Einwohnern und im Besitz von Major von Domhardt genannt.

Am 30. Juli 1874 wurde die Landgemeinde Neu Bestendorf in den neu errichteten Amtsbezirk Groß Bestendorf im ostpreußischen Kreis Mohrungen eingegliedert.Rolf Jehke: Amtsbezirk Groß Bestendorf/Alt Bestendorf Die Einwohnerzahl Neu Bestendorfs belief sich im Jahre 1885 auf 250 und im Jahre 1910 auf 204.

Neu Bestendorf verlor am 30. Oktober 1928 seine Eigenständigkeit, als es sich mit den Landgemeinden Rollnau und Steinsdorf sowie der Exklave Annenhof des Gutsbezirks Neuhof zur neuen Landgemeinde Rollnau zusammenschloss. Neu Bestendorf wurde dann am 21. September 1929 als Ortsteil von Rollnau in den Amtsbezirk Kahlau umgegliedert, und wenig später der Amtsbezirk Groß Bestendorf in „Amtsbezirk Alt Bestendorf“ umbenannt.

Als in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten wurde, erhielt Neu Bestendorf die polnische Namensform „Dobrocinek“ und wurde – anders als die benachbarten ehemaligen Bestendorf-Orte – in die Gmina Morąg im Powiat Ostródzki eingegliedert, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Dobrocinek zählte im Jahre 2021 76 Einwohner.

Lasy Dobrocińskie mini|Lärche im Lasy Dobrocińskie bei Dobrocinek Vom Nachbarort Kiełkuty führt eine Nebenstraße (früherer Landweg) nach Dobrocinek. Sie verläuft durch den Lasy Dobrocińskie () mit besonders sehenswertem Baumbestand, u. a. einer vielbestaunten Lärche.

Religion Bis 1945 war Neu Bestendorf in den Sprengel Groß Wilmsdorf der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Groß Wilmsdorf-Seegertswalde innerhalb des Kirchenkreises Mohrungen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 465–466 außerdem in die römisch-katholische Pfarrei St. Joseph in der Stadt Mohrungen im damaligen Bistum Ermland eingegliedert.

Heute gehören die katholischen Einwohner von Dobrocinek zur Pfarrei Wilamowo bzw. zur Pfarrei Morąg im Dekanat Morąg des jetzigen Bistums Elbląg. Die evangelischen Einwohner sind der Pfarrei Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet, zu der in Morąg eine kleine Filialgemeinde gehört, die ihre Gottesdienste im Hochzeitssaal des städtischen Rathauses feiert.Parafia Ewangelicka-Augsburska w Ostródzie (polnisch)

Verkehr Dobrocinek liegt an einer Nebenstraße, die bei Dobrocin von der Woiwodschaftsstraße 519 abzweigt und bis nach Rolnowo führt.

Dobrocin ist auch die nächstgelegene Bahnstation. Sie liegt an der PKP-Linie 220, der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo (–Elbląg).

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Morąg